Rose geht mit RB Leipzig in Gladbach unter
Ernüchternde Niederlage für Trainer Marco Rose und RB Leipzig. Der Coach kassierte an seiner ehemaligen Wirkungsstätte bei Borussia Mönchengladbach eine 0:3 (0:2)-Pleite.
Mönchengladbach (SID) Auch die herzliche Umarmung mit seinem ehemaligen Schützling Christoph Kramer nach dem Abpfiff konnte Marco Rose nicht so richtig trösten. Denn der Chefcoach von RB Leipzig musste an seiner ehemaligen Wirkungsstätte durch das 0:3 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach einen herben Rückschlag hinnehmen.
Die Aufbruchsstimmung bei den Sachsen durch das 3:0 gegen Dortmund vor Wochenfrist hat durch die Niederlagen in der Champions League bei Real Madrid und nun im Borussia-Park einen deutlichen Dämpfer erlitten. Die sichtlich frustrierten RB-Profis verschwanden ganz schnell in der Kabine.
Nationalspieler Jonas Hofmann (10./35.) und Ramy Bensebaini (53.) schossen die eiskalten Gastgeber vor 50.186 Zuschauern zum ersten Sieg nach zuvor drei Spielen ohne Dreier. Für Rose, der mit Pfiffen und Beleidigungen bei seinem Ex-Klub am Niederrhein empfangen wurde, war es die zweite Niederlage im dritten Spiel als RB-Coach.
Zufriedenheit herrschte bei den Borussen. „Man kann gegen Leipzig Fußball spielen. Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit richtig gute Ballphasen“, sagte Kramer am Sky-Mikrofon, „dann merkt man, dass sie auch hinten fehleranfällig sind.“ Leipzig und Gladbach werden auch nach dem direkten Duell im regen Austausch stehen. In der bevorstehenden Länderspielpause wird eine Einigung über einen Wechsel des langjährigen Gladbacher Sportdirektors Max Eberl zu RB erwartet.
Finale Entscheidung steht bevor
„Es ist nicht mehr ganz so weit, wir sind auf der Zielgeraden“, sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vor dem Spiel bei Sky. Am Wochenende werde zwar nichts mehr passieren. Aber: „Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen eine finale Entscheidung haben“, sagte Mintzlaff.
Der Gegner sowie die Personalien Eberl und Rose sorgten für reichlich Zündstoff. Die Heim-Zuschauer pfiffen die Gäste bei Ballbesitz in der Anfangsphase mit Trillerpfeifen aus. Eberl (mit Plakaten) und Rose (mit Gesängen) wurden aufs Übelste beleidigt. Bei einem in der Nordkurve präsentierten Banner gegen den Klub RB wurde über die Stadionmikrofone vor einer Spielunterbrechung durch Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) gewarnt.
Die Gladbacher Spieler von Trainer Daniel Farke konzentrierten sich dagegen auf Fußball, und das erfolgreich. Nico Elvedi prüfte RB-Torhüter Peter Gulacsi per Kopf (9.), kurz darauf wehrte der Ungar auch den Kopfball von Marcus Thuram ab – jedoch genau vor die Füße Hofmanns, der aus kurzer Distanz abstaubte. Leipzig fing sich schnell und übernahm zunächst die Spielkontrolle. Josko Gvardiol (15.) und Andre Silva (25.) vergaben jedoch gute Gelegenheiten. Die Gladbacher Defensive wackelte etwas.
Die Offensive dagegen funktionierte glänzend. Nach einem Ballverlust von Nationalspieler David Raum spurtete Thuram in Richtung Gäste-Tor und legte im richtigen Moment für den coolen Hofmann auf. Der Nationalspieler hatte bereits beim jüngsten Aufeinandertreffen mit RB im Mai einen Doppelpack erzielt. Mit Timo Werner, der zunächst als einer von vier RB-Spielern im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Real Madrid aus der Startelf rotiert war, lief RB nach dem Seitenwechsel an. Gefährlich blieb jedoch Gladbach.
Der bärenstarke Hofmann scheiterte noch an Gulacsi (53.). Kurz darauf lupfte Bensebaini aus kürzester Distanz cool über den RB-Schlussmann.
(SID)/Bild: IMAGO
