Rossi-Zukunft in Minnesota? „Es gibt Gespräche, aber…“
Der Vorarlberger Marco Rossi hat am Sonntag mit den Minnesota Wild einen Auswärtssieg in der NHL gefeiert. Beim 4:2 bei den Chicago Blackhawks gelang dem 23-Jährigen eine Vorlage. Nach der Partie äußerte sich Rossi im exklusiven Sky-Interview über seine starken Leistungen, Österreichs zweiten NHL-Akteur Marco Kasper sowie seine eigene Zukunft.
„Im Großen und Ganzen war das heute sehr gut“, meinte Rossi über den Erfolg in Chicago. Dieser war auch bitter nötig, denn zuvor konnte Minnesota nur zwei von acht Partien (2-6-0) gewinnen. „Die letzten Spiele von uns waren nicht gut genug und wir wussten, dass wir eine Reaktion zeigen müssen“, sagte der Center nach dem Match.
Insgesamt läuft es für die Wild in der aktuellen Spielzeit aber gut. Nach 50 Spielen befindet sich das Franchise aus St. Paul/Minnesota auf dem dritten Platz der Central Division und damit auf einem Playoff-Platz. Der Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Rang beträgt zehn Punkte. „Wir denken von Spiel zu Spiel und die Playoffs sind das Ziel“, bekräftigte der Feldkircher.
Rossi in der NHL angekommen: „Habe mehr Selbstvertrauen“
Rossi selbst schaffte in dieser Saison den großen Durchbruch. So verpasste er bisher kein Match und steuerte 44 Punkte (17 Tore / 27 Assists) in 50 Spielen bei. In der zweiten Angriffsreihe der Wild ist Rossi eine feste Größe, teilweise agierte er auch als Center der ersten Linie. „Ich habe mehr Selbstvertrauen und kriege mehr Vertrauen vom Trainer und mehr Spielminuten“, meinte Rossi über seine Entwicklung.
Der Vorarlberger hat sich aber nicht nur auf dem Scoresheet verbessert, sondern auch in den erweiterten Statistiken: Seine Eiszeit stieg von etwa 16:45 Minuten pro Spiel auf knapp 18:30 Minuten an. Außerdem überzeugt Rossi im Powerplay und konnte bereits zehn Punkte (5 Tore / 5 Assists) erzielen. Beim Bully konnte er seine Statistik von 44,7% auf 48,3% Erfolgsquote steigern.
Ebenfalls sehen lassen kann sich das +/- Rating von +18, womit Rossi im teaminternen Ranking auf Rang zwei liegt und NHL-weit den 18. Platz belegt. Rossi will sein Zwei-Wege-Spiel dennoch weiter verbessern: „Ich kann mich in vielen Bereichen verbessern. Defensiv möchte ich noch mehr in die Zweikämpfe reingehen und im Bully [kann ich noch zulegen].“
Die NHL live auf Sky – streame mit dem Sky X-Traumpass!
„Marco gegen Marco“ am 22. Februar
Am 22. Februar kommt es derweil zum ersten Österreicher-Duell in der NHL seit längerer Zeit. Rookie Marco Kasper empfängt mit seinen Detroit Red Wings die Minnesota Wild von Marco Rossi. „Es ist super, dass ein weiterer Österreicher in der NHL ist, das wird sicher lustig sein“, führte Rossi im Sky-Interview an und ergänzte: „Seine Entwicklung ist sehr gut, ich schaue ein paar Spiele von ihm auch an. Ich freue mich sehr für ihn.“
Rossi über Rookie Kasper: „Freue mich sehr für ihn“
Zukunft in Minnesota? „Es gibt Gespräche, aber…“
Interessant werden die nächsten Wochen und Monate für Marco Rossi ohne Zweifel. Der 9th Overall Pick aus dem Jahr 2020 befindet sich in einem Vertragsjahr, denn zum Saisonende endet der Einstiegsvertrag des Vorarlbergers. Im Sky-Interview bekräftigte Rossi, sich noch nicht mit Zukunftsgedanken zu beschäftigen: „Für mich ist es einfach wichtig, dass ich weitermache und meine Leistung bringe, der Rest ist nicht mein Fokus.“
Alles andere als ein Verbleib in Minnesota wäre zum aktuellen Zeitpunkt eine Überraschung. Als Restricted Free Agent (RFA) kann der 23-Jährige ohnehin nicht frei über seine Zukunft entscheiden. Minnesota hält die Transferrechte an Rossi für vier weitere Jahre, ehe er zu einem Unrestricted Free Agent (UFA) wird. Ein Trade zu einem anderen Franchise ist derzeit eher unwahrscheinlich.
Laut dem Linksschützen findet zumindest ein grober Austausch zwischen den beiden Parteien statt: „Die Gespräche führen mein Agent und der General Manager. Die haben auch schon miteinander gesprochen, aber nichts Konkretes.“ In welche Gehaltsspähren Rossi vorstoßen könnte, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Will Rossi einen langfristigen Vertrag (sechs bis acht Jahre) unterschreiben?
- Ist Minnesota überhaupt bereit, den Vorarlberger langfristig zu binden?
- Versucht Rossi einen kürzeren und weniger hohen „Brückendeal“ (ein bis drei Jahre) zu bekommen, um in Zukunft noch mehr Geld verlangen zu können?
- Macht ein „Brückendeal“ für Minnesota auf lange Sicht Sinn?
- Wie hoch ist der Salary Cap (Gehaltsobergrenze) in der NHL in der Saison 2025/26 und in den darauffolgenden Jahren?
HIGHLIGHTS | Chicago Blackhawks – Minnesota Wild 2:4 | Regular Season
Entwicklung der Gehaltsobergrenze wohl entscheidend
Aktuell liegt die Gehaltsobergrenze in der NHL bei 88 Millionen US-Dollar pro Team. Ersten Einschätzungen zufolge soll das Gehaltsgefüge im kommenden Jahr auf 92,5 Millionen Dollar steigen. Es gibt auch Gerüchte, wonach die Summe höher sein könnte und in den Folgejahren weiter steigen soll. Diese Entwicklungen beobachten die Spieleragenten und General Managers der NHL-Klubs genauestens. Beide Seiten wollen den vorhandenen Cap Space zu ihren Gunsten nutzen.
Rossi möchte in Minnesota bleiben: „Fühle mich wohl hier“
Fakt ist, dass Rossi in Minnesota bleiben möchte. „Ich fühle mich wohl hier und hoffe, dass [mein Agent und der GM] ein gutes Gespräch führen“, so der Österreicher. Aufgrund der aktuellen Unklarheiten rund um den Salary Cap ist eine rasche Vertragsverlängerung wohl nicht in Sicht. Aus Spielersicht gilt: Je höher die Gehaltsobergrenze, desto mehr Gehalt kann verlangt werden. Die Trade Deadline der laufenden Spielzeit ist am 7. März, die Free-Agency im Vorfeld der kommenden Saison beginnt am 1. Juli. Bis dahin wünschen sich wohl beide Seiten eine Einigung…
Artikel verfasst von: Mathias Blaas
Beitragsbild: Imago

