Rot-weiß-rote Medaillen-Prognose: Leiser Traum vom Edelmetall-Regen
Das Team des Österreichischen Olympischen Komitees reist mit geballter Kraft zu den Winterspielen nach Peking. Die 14 Medaillen von Pyeongchang (5/3/6) sind auf jeden Fall zu übertreffen. Je nach vorsichtiger oder optimistischer Einschätzung der APA – Austria Presse Agentur sind für das 106-köpfige Aufgebot zwischen 12 und 25 Stück Edelmetall möglich. Die Bestmarke steht seit Turin 2006 bei 23 Medaillen (9/7/7). Seither sind 25 weitere Medaillen-Entscheidungen hinzugekommen.
Die österreichischen Medaillen-Prognosen Sportart für Sportart:
Ski alpin (3 bis 8): Die Männer haben in jeder der fünf Einzel-Disziplinen eine Medaillenchance, fuhren auch in jeder in diesem Winter bereits auf das Podest. Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer und Doppel-Weltmeister Vincent Kriechmayr sowie Techniker Manuel Feller kamen mehrmals unter die ersten drei. Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen auf Katharina Liensberger, Allrounderin Ramona Siebenhofer und der Speed-Abteilung. Der Teambewerb entpuppte sich schon öfters als Wundertüte, Edelmetall für das Austria Ski Team ist immer ein Muss.
Snowboard (2 bis 3): Bei den Freestylern ist Anna Gasser Titelverteidigerin im Big Air und wieder ernste Medaillenanwärterin. Ähnlich gut die Voraussetzungen bei den Crossern, die Männer waren in jedem der sechs Saisonrennen auf dem Podest vertreten. Pia Zerkhold hat zum Weltcup-Auftakt auf der Olympia-Strecke als Vierte ebenso überzeugt. Aus dem Parallel-Team ist jedem der sieben Aktiven ein Podestrang zuzutrauen, wobei im Weltcup das Männer-Quartett aber noch ohne Podestplatz ist.
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Ski Freestyle (0-1): Mit Matej Svancer haben die Freeskier sogar eine Gold-Aktie in ihren Reihen. Die Ski Crosser um Adam Kappacher, Johannes Rohrweck, Tristan Takats und Katrin Ofner kehrten erst bei der Generalprobe nach Durststrecke auf das Weltcup-Podest zurück. Sie bringen Erfahrung und Überraschungspotenzial mit.
Rodeln (1-3): In jeder der vier angesetzten Bewerbe hat Österreich Medaillenchancen. Im Frauen-Einsitzer etablierte sich Madeleine Egle im Weltcup als Siegfahrerin und gewann die Olympia-Generalprobe in Yanqing, bei den Männern sind David Kindl und Nico Gleirscher laut Saisonleistungen für Medaillen gut, Olympiasieger David Gleischer könnten wieder überraschen. Im Doppelsitzer lauern Thomas Steu/Lorenz Koller. Zusammen ergibt das auch alle Möglichkeiten für die Team-Staffel.
Skeleton (0-1): Wie knapp es hergeben kann, hat die Tirolerin Janine Flock vor vier Jahren in Pyeongchang erlebt. Nach drei Läufen hatte sie noch mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung geführt, nach vier Heats blieb ihr nur „Blech“. Die EM-Silbermedaillengewinnerin zählt erneut zu den Medaillenanwärterinnen, im Männerbereich liegen Medaillen zu hoch.
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Bob (0-1): Kathrin Beierl hat mit Monobob und Zweierbob zwei Chancen, kam an die Form des Vorjahres in diesem Winter aber noch nicht heran. Benjamin Maier führt einen erfolgsversprechenden Zweier- und Viererbob an und schaffte es jeweils bereits auf das Podest in diesem Winter. Für eine Medaille muss aber viel zusammenstimmen.
Skispringen (3): Sara Marita Kramer geht als Weltcup-Führende in die Frauen-Konkurrenz, die Chance auf eine Medaille ist sehr groß. Auch mit ihrer Hilfe soll es auch bei der Premiere des Mixed-Skispringens klappen. Selbstläufer ist das aber ebenso nicht wie im Teamspringen der Männer – und das trotz zweier Weltcup-Saisonerfolge. In den beiden Einzel-Konkurrenzen der Männer treten die Österreicher mit drei Saisonsiegern an, absolute Top-Favoriten haben sie aber nicht in ihren Reihen.
Nordische Kombination (2-3): In den drei Männer-Bewerben hat die österreichische Equipe in der Team-Konkurrenz ausgezeichnete Medaillenchancen. In den beiden Einzel-Wettkämpfen ist laut Papierform nur Johannes Lamparter Anwärter auf einen Top-drei-Platz. Nach Fixierung seiner ersten Weltcupsiege im Jänner sollte es für den Tiroler zumindest ein Mal klappen.
Langlauf (0): Teresa Stadlober hat nach Auslassen des geplanten Fluges zumindest einmal nicht die gewünschte Vorbereitung. Aber auch mit der wäre eine Medaille eine Überraschung. Ein Top-6-Platz ist realistischer und auch ihr Ziel. Bei Lisa Unterweger sowie dem Männer-Trio mit Distanzläufer Mika Vermeulen und dem Sprint-Duo Benjamin Moser und Michael Föttinger sind die Medaillenränge definitiv außer Reichweite.
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Biathlon (1): Wer es wie Lisa Hauser schafft, sich im kompetitiven Biathlon-Feld in der Weltklasse zu etablieren, hat bei vier Frauen-Einzel-Entscheidungen auch Medaillenchancen. Bei den Männern um Routinier Simon Eder käme Edelmetall einer Sensation gleich, ebenso wie in Staffel- und Mixed-Bewerben.
Eiskunstlauf (0): An die goldene Vergangenheit mit etlichen olympischen Medaillengewinnen wird auch diesmal nicht angeschlossen werden. Nach den WM-Rängen acht und elf im Vorjahr von Olga Mikutina sowie dem Paarlauf-Duo Miriam Ziegler/Severin Kiefer lief deren Saisonvorbereitung verletzungsbedingt nicht reibungslos, das Paar wurde zudem durch Sturz, Bruch und Operation Kiefers im Jänner zurückgeworfen. Sollten es die Top Ten werden, wäre das mögliche Optimum erreicht.
Eisschnelllauf (0-1): Vanessa Herzog hat sich nach zwei im Vorjahr erlittenen Bandscheibenvorfällen mit einer Willensleistung das Peking-Ticket gesichert, zuletzt lief es im Training immer besser. Über 500 m zählt die 26-Jährige damit zum Kreis der Medaillenanwärterinnen, wohl eher nicht über 1.000 m. Der Ausgang von Massenstart-Rennen ist im Eisschnelllauf immer am offensten, ein Podestrang Herzogs oder des 21-jährigen Olympia-Debütanten Gabriel Odor käme aber einer Sensation gleich.
(APA).
Beitragsbild: GEPA.