Rückzieher! Deutschland, England & Co. verzichten auf One Love-Schleife
Ein mehrfarbiges Stückchen Stoff als Statement für Vielfalt und gegen Diskriminierung spaltet die Fußball-Welt: Nachdem die „One Love“-Kapitänsschleife vom Weltverband FIFA nicht akzeptiert wird, erklärten am Montag sieben europäische Nationen ihren Verzicht.
Ausschlaggebend für die Entscheidung sei eine offizielle Drohung der FIFA, dass jeder mit der Schleife auflaufende Spieler mit einer Gelben Karte bestraft werde.
Das komplette Statement von Deutschland, England & Co. im Wortlaut:
„Die FIFA hat sehr deutlich gemacht, dass sie sportliche Sanktionen verhängen wird, wenn unsere Kapitäne die Armbinden auf dem Spielfeld tragen. Als nationale Verbände können wir unsere Spieler nicht in eine Situation bringen, in der sie mit sportlichen Sanktionen, einschließlich Platzverweisen, rechnen müssen. Deshalb haben wir die Kapitäne gebeten, die Armbinden bei FIFA-Weltmeisterschaftsspielen nicht zu tragen. Wir waren bereit, Geldstrafen zu zahlen, die normalerweise bei Verstößen gegen die Ausrüstungsvorschriften verhängt würden, und haben uns nachdrücklich für das Tragen der Armbinde eingesetzt. Wir können unsere Spieler jedoch nicht in die Situation bringen, dass sie mit einer Verwarnung belegt oder sogar gezwungen werden könnten, das Spielfeld zu verlassen.
Wir sind sehr frustriert über die Entscheidung der FIFA, die wir für beispiellos halten. Wir haben die FIFA im September schriftlich über unseren Wunsch informiert, die One-Love-Armbinde zu tragen, um die Inklusion im Fußball aktiv zu unterstützen, und erhielten keine Antwort. Unsere Spieler und Trainer sind enttäuscht – sie sind starke Befürworter der Inklusion und werden ihre Unterstützung auf andere Weise zeigen.“
Neben Deutschland und England hatten auch Wales, Belgien, Dänemark, die Niederlande und die Schweiz geplant, die vielfarbige Kapitänsbinde mit einem Herz zu tragen.
Englands Kapitän Kane zur Diskussion um die Regenbogenarmbinde
Bild: GEPA
