Salzburger genießen „Oktoberfest-Feeling“ – KAC am Boden

Wieder Gewinner des Grunddurchganges, wieder Verlierer im Finale der ICE Hockey League: Der KAC hat in dieser Eishockey-Saison ein Deja-vu erlebt. Im Vergleich zu 2024 war Salzburg aber in der entscheidenden Serie eine Klasse für sich, ein „sweep“ und nur zwei Gegentore in vier Spielen sprechen Bände. Fixiert wurde das zwölfte Meisterstück endlich wieder einmal in der eigenen Eisarena Volksgarten, mit einem 4:0-Sieg. Danach glich die Stimmung jener am Oktoberfest.

„Es fühlt sich wie am Oktoberfest an und ich liebe dieses Gefühl. Ich bin nach Europa gekommen, um das mitzuerleben, es ist richtig cool, ich werde es genießen“, sagte Salzburgs Trainer Oliver David. Vergangenes Jahr hatte der 46-jährige US-Amerikaner noch in Klagenfurt nach Spiel sieben über seinen Premierentitel jubeln müssen. Heuer war sein Team nach 48 Partien der regulären Saison zwei Punkte hinter dem KAC Zweiter, im Jahr davor war es gar nur Rang drei gewesen. Das stand dem vierten Titelgewinn in Folge nicht im Wege.

Rückkehr wichtiger Spieler vor Play-off

„Wir haben in dieser Saison sehr viel mit Verletzungen kämpfen und daher junge Spieler raufziehen müssen. Die haben sich gut weiterentwickelt, das zeigt, dass in der Akademie an den richtigen Schrauben gedreht worden ist. Vor den Play-offs sind dann wichtige Leute zurückgekommen“, resümierte Salzburg-Kapitän Thomas Raffl. Fehervar (4:0) und HCB Südtirol (4:1) wurden vor dem Finale bezwungen. Dann folgte gegen den KAC vor Freitag ein 2:1 nach Verlängerung, 4:0 und 3:1. Zum erst fünften Mal in der 25-jährigen Ligageschichte verlor eine Meistermannschaft im Finale keine Partie, Salzburg schaffte das zum dritten Mal.

Wörter wie Teamgeist oder Charakter fielen im Rahmen der Interviews bei den Siegesfeierlichkeiten als Erfolgsgründe immer wieder. „Es ist die Mannschaft als Einheit, keiner ist größer als das System. Wir haben von Anfang an gesagt, wir gewinnen das als Mannschaft, es geht nicht um Einzelspieler und das haben wir gezeigt“, analysierte Peter Schneider. Zudem habe man sich natürlich eine gehörige Portion Selbstvertrauen erarbeitet. „Und wir wissen genau, wie wir enge Spiele gewinnen müssen.“

„Atte war unglaublich“

Mit Atte Tolvanen im Tor fällt das um einiges leichter. Der 30-Jährige wurde zurecht als wertvollster Spieler (MVP) des Play-off ausgezeichnet, dort kam er auf eine Fangquote von 95,8 Prozent. „Wenn man keines oder nur ein Tor bekommt, ist es natürlich leichter, Spiele zu gewinnen“, merkte Raffl an. Und Mario Huber ergänzte: „Atte war unglaublich.“ Auch deshalb konnte sich erstmals seit 2019 wieder einmal ein Ligateam auf dem eigenen Eis die Meisterkrone aufsetzen. „Es ist ein geiles Gefühl, endlich einmal daheim zu gewinnen“, sagte Schneider.

Den Klagenfurtern blieb der 33. Meistertitel verwehrt. „Wenn eine Serie 4:0 ausgeht, muss man sagen, dass Salzburg zu stark war“, betonte KAC-Kapitän Thomas Hundertpfund. Sein Team habe es in der entscheidenden Saisonphase nicht geschafft, die Leistung aufs Eis zu bringen. „Bei uns hat die Lockerheit, die Leichtigkeit gefehlt“, meinte der Stürmer.

Das hat auch Coach Kirk Furey mitbekommen, er strich aber vor allem das Positive hervor. „Es fühlt sich aktuell nicht gut an, aber wir können stolz sein. Viele haben nicht an uns geglaubt und auch gemeint, dass wir nicht einmal unter die Top sechs kommen werden. Dann waren wir Grunddurchgangssieger und haben es so weit geschafft.“ Ab September will man alles dafür tun, die Meisterserie der „Bullen“ endlich zu beenden.

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(APA)/Beitragsbild: GEPA