Sammer nach Bayern-Pleite: „Mannschaft ist von diesem Planeten

  • Lahm selbstkritisch: „Sind Rückstand nicht mehr gewohnt“
  • Vogts: „Gladbach feiert schon Heiligabend“
  • Völler kritisiert Schiedsrichter: „Haben sich von Hertha-Bank anstecken lassen“
  • Hertha-Coach Dardai gibt trainingsfrei nach „großem Sieg“

Wien, 5. Dezember 2015 – Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 15. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

(Trainer )
… zum Spielsystem mit Dreierkette: „Uns sind in den letzten Wochen ein wenig die offensiven Außenbahnen abhandengekommen. Wir mussten eine Idee entwickeln. Mit Dreierkette haben wir jetzt schon öfter gespielt. Wir wollten nicht von vornherein mit einer Fünferkette spielen, weil uns das zu defensiv gewesen wäre. So hatten wir viele Eins-gegen-eins-Situationen, aber die Jungs hatten den Mut und haben es gut gespielt.“

… zu Nico Elvedi: „Für Nico hat den Ausschlag gegeben, dass er in den letzten Wochen sehr gut trainiert hat. Er ist ein kopfballstarker Spieler und hat ein gewisses Tempo. Das braucht man gegen die Bayern, wenn man hoch verteidigt. Der Junge ist ein Eisvogel, der ist cool. Ihm ist es egal, gegen wen er spielt. Er hat Respekt aber keine Angst.“

… zum grünen Kapuzenpullover, der als Glücksbringer dient: „Ich bin überhaupt nicht abergläubisch. Aber wenn alle das toll finden, dann bediene ich das gerne und ziehe das Ding weiter an.“

() zur Dreier-Abwehrkette: „Wir haben das seit Donnerstag trainiert, aber wir hatten nicht viel Zeit. Der Trainer hat immer andere Ideen. Heute kann man sagen, dass es gut aufgegangen ist.“

(Trainer ): „Nach dem Tor von Mönchengladbach haben wir die Kontrolle verloren. Es war ein bisschen wie gegen Wolfsburg vor einem Jahr. Das müssen wir verbessern.“

(Sportvorstand ): „Die Niederlage tut nicht gut, aber sie zeigt, dass unsere Mannschaft von diesem Planeten ist und menschlich agiert. Man muss auch mit einer Niederlage umgehen, das haben wir in den Spielen bis Weihnachten zu beweisen. Wir müssen die richtigen Lehren daraus ziehen.“

(): „Normal müssen wir in der ersten Halbzeit zwei oder drei zu null führen. Das ist Fußball, das ist schade. Gladbach hat das gut gemacht und alle Chancen genutzt. Wir sind selbst schuld. Wir müssen das schnell vergessen und auf das nächste Spiel schauen.“

(): „Wir sind es nicht mehr gewohnt, in Rückstand zu geraten. In Arsenal hatten wir diese Situation und sind dann ruhig geblieben. Am Ende haben wir dann ein Kontertor bekommen, das kann passieren. Aber man darf nicht innerhalb von fünf Minuten drei Gegentore bekommen. Dann ist das Spiel gelaufen.“

(Trainer ): „Ich kann nicht sagen, dass die Mannschaft eine schlechte Einstellung hatte. Sie wollte, aber wir sind heute an der Nicht-Effizienz und einfachen Ballverlusten gescheitert. Das reicht dann in der Bundesliga.“

(Trainer ): „Nach 15 Spielen denken wir nicht an die Qualifikation für die Europa League. Wir müssen gucken, wie weit der Abstand nach unten ist. Je größer der Abstand ist, umso sicherer stehen wir. Das ist der Fokus und unsere Sichtweise.“

(Trainer ) zur Aktion von Marvin Hitz: „Es ist nicht meine Aufgabe zu beurteilen, wo Fair Play beginnt. Das sollen die Leute für sich entscheiden. Ich möchte aber nicht haben, dass meine Jungs das machen.“

() zum Freistoß vor dem Gegentor: „Das ist einfach eine Frechheit. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Langsam reicht es auch. Ich ziehe noch weg, laufe nach links und er fällt um. Es tut mir leid, aber das macht keinen Spaß.“

(Trainer ) zur Aktion von Marvin Hitz: „Wenn man ungerecht behandelt wird, dann macht man manchmal Dinge, die man im Nachhinein anders entscheiden würde. Das ist so eine Situation“

() zur „Platzpflege“ vor dem Elfmeter: „Es war in der Hitze des Gefechts. Alle haben gesehen, dass es kein Elfmeter war. Ich habe versucht, den Schützen durcheinanderzubringen. Ganz bestimmt würde ich das so nicht nochmal machen. Wenn man das so sieht, dann bin das nicht ich.“

() zum Freistoß vor dem Siegtor: „Ich hätte es vielleicht nicht gepfiffen. In der Situation hatte ich gedacht, dass ein Kontakt kommt. Aber vielleicht war auch kein Kontakt da. Ich bin ein fairer Sportsmann.“

(Trainer ): „Die Rote Karte ist zu einem schlechten Zeitpunkt für uns gekommen. Wir haben dann zehn Minuten nicht gut gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir das abgesprochen hatten. Wir haben sehr gut gearbeitet und hatten Geduld. Kompliment, das ist ein großer Sieg für uns. Wir sind eine fleißige Mannschaft. Die Jungs haben mich gerade gebeten, ihnen freizugeben. Ich war viel zu weich und habe ihnen für morgen freigegeben.“

(Sportdirektor ): „Wenn man ein Spiel auf diese Art und Weise verliert, dann gibt es viele Dinge mit denen man ein Problem hat. Das war niemals ein Platzverweis. Das finde ich und traue ich mir zu, weil ich schon viele Jahre dabei bin. Ich habe das auch ganz ruhig dem Schiedsrichter gesagt. Ich finde, dass sich die jungen Schiedsrichter von der Hertha-Bank haben anstecken lassen. Es ist okay, dass sie ein bisschen Theater machen und die Rote Karte fordern. Dafür sind wir aber alle in der Bundesliga, dass sie sich nicht anstecken lassen. Wenn du nach 20 Minuten ein Mann weniger bist, dann wird es schwer gegen eine starke Hertha-Mannschaft. Wir müssen aber auch kritisch mit uns selber sein. Bei den hohen Bällen haben wir nicht gut genug verteidigt.“

Sebastian Boenisch () zum Platzverweis: „Für mich ist das keine Rote Karte. Sicherlich gehe ich mit einer gewissen Dynamik zum Ball, aber ich treffe ihn gar nicht mit dem Bein, mit dem ich zum Ball gehe. Für mich ist es eher eine Gelbe Karte, wie er sich danach verhält. Sich am Boden zu wälzen, als hätte ich ihm das halbe Bein abgehackt. Sicher ist es ein Foul und man kann mir auch die Gelbe Karte geben, aber es ist niemals eine Rote Karte. Den vierten Schiedsrichter habe ich gar nicht richtig gesehen, das war aus der Emotion heraus. “

Tobias Levels (): „Wir müssen uns das selber auf die Fahne schreiben. Das Gegentor war nicht rausgespielt, da haben wir selber eine große Verantwortung. Aber so ist Fußball. Wir haben 20 Punkte und damit kann man trotzdem zufrieden sein.“

(): „Am Schluss hatten wir dann das Glück. Aber es kann ja nicht sein, dass wir solche Tore brauchen hier in Ingolstadt.“

Mark Uth (): „In den letzten Wochen haben wir öfter mal auf den Sack bekommen und ein Gegentor in den letzten Minuten kassiert. Diesmal war das Glück ein bisschen auf unserer Seite.“

(ehemaliger Bundestrainer) zum Gladbacher Sieg: „In der zweiten Halbzeit hat Bayern München nicht mehr stattgefunden. Gladbach hat sich darauf eingestellt und Druck auf die Bayern-Abwehr gemacht. Die Bayern waren im Mittelfeld nur mit Arbeitern besetzt. Gladbacher sind bescheiden, wir freuen uns über das 3:1. Ganz Gladbach feiert, man hat heute schon fast Heiligabend.“