Scherb: „Geht’s dem Trainer gut, geht’s der Mannschaft gut“

Die Rückkehr auf die Trainerbank war für Martin Scherb nicht einfach: Drei Jahre nach seinem letzten Engagement in seiner Heimatstadt, übernahm er im Dezember mit Altach das Überraschungsteam der Bundesliga. Als Trainer muss man auch abschalten können: „Bei St. Pölten war ich sehr verbissen, sehr ehrgeizig – ich habe auf mich vergessen, hin und wieder auf meine Familie. Das habe ich jetzt viel besser im Griff. Und wenn es dem Trainer gut geht, geht es der auch Mannschaft gut“, so Scherb.

Der Trainer kritisierte zuletzt die Einstellung mancher Spieler, vor allem nach der Niederlage bei Schlusslicht Ried. Scherb agiert bewusst mit offenem Visier: „Die einen meinen, ’stell dich nicht vor die Mannschaft, wenn sie schlecht spielt‘, die anderen fragen, ‚warum der Trainer so streng mit dem Team ist‘. Die Wahrheit liegt in der goldenen Mitte: Nach Niederlagen ist es nie einfach zu analysieren. Aber das macht es auch aus, dass man nicht immer dieselben Standardsätze spricht.“

Zum Ausgleich ist der St. Pöltner oft auf den Skipisten des Arlbergs zu finden: „Wenn das die ganzen Trainerkollegen in Mitteleuropa gewusst hätten, wäre die Bewerbungsliste bei Georg Zellhofer viel länger gewesen“, scherzt der Altach-Coach.