„Schlaflose Nächte“: KTM kämpft um zusätzliche Startplätze
Der rot-weiß-rote Motorrad-Hersteller KTM steht in der MotoGP vor einem Dilemma. „Wir haben fünf Fahrer und momentan nur vier Plätze für nächstes Jahr“, erklärte Sportdirektor Pit Beirer vor dem Heimrennen am Sonntag (14.00 Uhr) in Spielberg. Nach dem Rückzug von Suzuki aus der Königsklasse sind zwei Plätze zu vergeben, KTM versucht allerdings seit Wochen vergeblich, den Zuschlag zu erhalten. „Wir werden weiter noch die ein oder andere schlaflose Nacht hinter uns bringen.“
Für das KTM-Werksteam fahren derzeit und auch in der kommenden Saison der Südafrikaner Brad Binder und der Australier Jack Miller, für das „GasGas“-Kundenteam stehen die beiden Spanier Pol Espargaro und Augusto Fernandez, Moto2-Weltmeister 2022, unter Vertrag. 2024 soll allerdings auch das 19-jährige spanische Supertalent Pedro Acosta, derzeit Führender der Moto2-Wertung, für das heimische Team in der MotoGP um Spitzenplätze fahren dürfen. „Wir haben das Problem noch nicht gelöst“, betonte Beirer. Man wolle keinen der fünf bei KTM unter Vertrag stehenden Fahrer verlieren.
Beim Heim-GP sollen weitere Verhandlungen mit der Vermarktungsgesellschaft Dorna geführt werden, dabei muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Wir werden auch in Spielberg mit vereinten Kräften wieder bei der Dorna vorsprechen und noch einmal darum kämpfen, dass wir unser Line-up erweitern können“, erklärte Beirer. Am Verhandlungstisch werden neben Vertretern des KTM-Vorstands auch welche von Partner Red Bull sitzen. „Den fünften Platz wollen und brauchen wir unbedingt, den sechsten würden wir ganz gerne dazunehmen“, lautet das Ziel.
Freie Slots für Neueinsteiger
Die zwei freien Slots sind allerdings für weitere Hersteller neben Ducati (8), Honda (4), Aprilia (4), KTM (4) und Yamaha (2) reserviert, die in die MotoGP einsteigen wollen. „Wo ist denn dieser zusätzliche Hersteller?“, fragte Beirer. Das österreichische Team sehe keinen, deshalb sollte es eigentlich kein Problem sein, Acosta den zusätzlichen Startplatz zu geben. „Wir verlangen einen gewissen Respekt, was wir für diese Straßenrennsport-Szene einfach tun“, ergänzte der 50-jährige Deutsche und sprach dabei auch die Nachwuchsarbeit in den kleineren Serien an.
Ob es ein „Happy End“ für KTM geben wird, bleibt offen. Zumal ein Sonderstatus für KTM bei den anderen Herstellern wohl nicht unbedingt gut ankommen würde. Es gehe laut Beirer aber auch darum, langfristig eine „extrem starke“ und „gesunde“ Rennserie zu haben. Trotzdem werde KTM „nicht wie verrückt“ das zweite Honda- oder Aprilia-Team angreifen, um das Dilemma zu lösen.
(APA) / Bild: Imago