Schlammschlacht beim ÖFB: Springen nun Sponsoren ab?

Die Unstimmigkeiten in der Führungsriege des ÖFB sorgen weiter für Gesprächsstoff. Nach Informationen des „Kurier“ kommen die jüngsten Ereignisse nicht gut bei einigen Stakeholdern an und könnten weitreichende Folgen für den heimischen Fußball-Verband haben.

Was ist passiert? Präsident Klaus Mitterdorfer hat im Rahmen einer Strukturreform eine Neuordnung im ÖFB durchgesetzt. Als Konsequenz müssen die beiden langjährigen Funktionäre Bernhard Neuhold (Geschäftsführer ÖFB-Wirtschaftsbetriebe) und Thomas Hollerer (ÖFB-Generalsekretär) bald ihre Koffer packen.

Mitterdorfer könnte diese Entscheidung am Freitag im Rahmen der außerordentlichen Präsidiumssitzung offiziell verkünden. Als neue CEO ist die Juristin Silvia Kaupa-Götzl im Gespräch, die von 2015 bis Februar dieses Jahres als Vorständin der Österreichischen Postbus AG tätig war.

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Neuhold-Trennung sorgt für Gesprächsstoff

Zuletzt sorgte vor allem die Trennung von Bernhard Neuhold für Schlagzeilen. So äußerten sich Teamchef Ralf Rangnick und der ÖFB-Mannschaftsrat gegen eine Abbestellung des langjährigen Teammanagers.

Im Vorfeld des letzten ÖFB-Lehrgangs in der vergangenen Woche meinte Rangnick: „Bernhard Neuhold von heute auf morgen ersatzlos zu streichen, das funktioniert nicht, ohne, dass das Team Schaden nimmt.“ Der 48-Jährige war bei den Teamspielern sehr beliebt und stets ein wichtiger Ansprechpartner.

Rangnick über Neuhold-Abgang: „Funktioniert nicht, ohne, dass das Team Schaden nimmt“

Rangnick: „Habe kein Verhältnis“ zu Mitterdorfer“

Mitterdorfer meinte nach der beschlossenen Trennung von Neuhold: „Ich verstehe die Spieler, sie sind mit Bernhard Neuhold seit vielen Jahren befreundet. Es ist verständlich, wenn man teamorientiert denkt, dass man sich für den anderen einsetzt. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Teammanagement und besten Rahmenbedingungen für das Team auf der einen Seite und der Führung eines Unternehmens mit hundert Mitarbeitern auf der anderen Seite.“

Im Anschluss bekräftigte Rangnick, seit mehreren Monaten nicht mehr mit Mitterdorfer gesprochen zu haben und „kein Verhältnis“ zum ÖFB-Präsidenten zu haben.

Keine Ausschreibung für CEO-Posten

Nun soll Kaupa-Götzl als neue CEO bzw. Generalsekretärin für Ruhe und Ordnung im ÖFB sorgen.

Brisant: Eine Ausschreibung für den Job hat es nicht gegeben. Mitterdorfer braucht in seinem 13-köpfigen-Gremium lediglich eine einfache Mehrheit, um die frühere ÖBB-Managerin zu engagieren.

Dieser Prozess soll nicht nur bei einigen Funktionären für Unverständnis sorgen, sondern auch langjährige Sponsoren ins Grübeln bringen.

Sponsor droht mit Absprung

Ein Vertreter eines Unternehmens, das den ÖFB schon seit langer Zeit als Sponsor unterstützt, wird im „Kurier“ folgendermaßen zitiert: „So einen Job nicht auszuschreiben, ist absolut indiskutabel. Die gesamte Vorgehensweise ist dilettantisch, und sollte es so kommen, dass dieser Posten ganz einfach so besetzt wird, dann muss man das Engagement wirklich überdenken.“ Einen konkreten Namen nennt das Blatt nicht.

Ein Mitarbeiter eines anderen Sponsors ist ebenfalls „höchst unerfreut über die Situation“. So werde von der Führungsriege ein „ordentliches Verfahren und eine sorgfältige Prüfung“ erwartet. Das sei der einzige Weg, wie der ÖFB den schlechten Ruf aus den letzten Monate loswerden kann. Es brauche „eine neue, starke Geschäftsführung“, um erfolgreich in die WM-Qualifikation starten: „Das sind wir unseren neun Millionen Teamchefs schuldig.“

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(Red.)

Bild: GEPA