„Sehr, sehr starke Momentaufnahme“: BVB-Titelträume wachsen
Der 1:0-Erfolg bei Hoffenheim lässt die Titelträume bei Borussia Dortmund weiter wachsen. Der Glaube an den ganz großen Coup hat sich wieder ein bisschen gefestigt.
„Weinen tut keiner“, sagte Außenbahnspieler Marius Wolf, als er nach der Stimmung in der Kabine des neuen Spitzenreiters der deutschen Fußball-Bundesliga gefragt wurde. „Wir sind natürlich sehr, sehr froh über den Sieg heute, aber wir sind noch lange nicht fertig“, kündigte Trainer Edin Terzic beschwingt an.
Die Fans besangen lautstark die Tabellenführung und auch schon die mögliche Meisterschaft. Terzic bemühte sich erst gar nicht, die Begeisterung zu dämpfen, sondern philosophierte bei der Pressekonferenz: „Nicht nur die Fans, sondern jeder Mensch sollte träumen. Weder die Mannschaft noch ich werden fürs Träumen bezahlt. Träumen wird uns nicht helfen, ins nächste Spiel zu gehen und zu gewinnen. Trotzdem werden wir niemand auf dieser Welt verbieten zu träumen.“
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Wie titeltauglich Dortmund wirklich ist, darüber gab das 1:0 beim Abstiegskandidaten rund um ÖFB-Teamspieler Christoph Baumgartner nur bedingt Aufschluss. Aber noch nie ist der BVB in seiner Vereinsgeschichte mit neun Pflichtspielsiegen ins Jahr gestartet. „Wir spielen natürlich um die Meisterschaft mit, das ist klar“, sagte Torhüter Gregor Kobel.
Bereits am Freitag kann das Terzic-Team gegen den Titelrivalen RB Leipzig zeigen, wie reif es wirklich ist. Der Weg im DFB-Pokal führt ebenfalls über die Sachsen, die Viertelfinal-Partie steht am 5. April in Leipzig an. Und dann ist da noch die Champions League mit dem Rückspiel bei Chelsea am 7. Februar. „Das ist jetzt eine sehr, sehr starke Momentaufnahme – man kann sich das aber schnell auch wieder kaputt machen“, warnte Torschütze Julian Brandt.
Die BVB-Bosse wollen den Titel aber – noch – nicht zum großen Ziel erklären, zumindest nicht öffentlich. „Ich und wir sind wirklich viel zu bodenständig, um jetzt im Februar diese Ziele auszurufen, weil wir auch wissen, wie das vor ein paar Wochen aussah“, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl. Im ZDF-„Sportstudio“ zeigte er sich freilich vorbereitet wie ein Musterschüler. Er habe nachgeschaut, die Double-Saison 2011/2012 „hat mich selber interessiert“. Der BVB habe damals in der Rückrunde kein Spiel verloren, sagte Kehl, der dabei als Aktiver mitwirkte. „Wenn uns das in dieser Serie auch gelingen sollte, dann könnten solche Bilder wiederkommen.“
(APA)/Bild: Imago
