Sinner triumphiert erstmals in Wien

Jannik Sinner hat am Sonntag in einem epischen Finale erstmals die Erste Bank Open in Wien gewonnen. Der erst 22-jährige Italiener bezwang vor 9.600 Fans wie schon zuletzt im Finale von Peking den leichten Favoriten Daniil Medvedev nach 3:04 Stunden mit 7:6(7),4:6,6:3. Für Sinner, der damit die erfolgreiche Titelverteidigung von Medvedev verhinderte, war es der insgesamt vierte Turniersieg in dieser Saison nach Montpellier, Toronto und Peking.

Für seinen insgesamt zehnten ATP-Titel kassierte Sinner nicht nur 500 ATP-Zähler, sondern ein Preisgeld in der Höhe von 450.650 Euro. Für Medvedev blieben 300 Punkte und 242.480 Euro.

Das Finale zwischen den Nummern 3 und 4 der ATP-Rangliste war wohl eines der hochklassigsten in der Geschichte des Traditionsturniers. Die neuerlich ausverkaufte Stadthalle war von erstaunten Reaktionen und tosendem Applaus erfüllt. Krachende Grundlinienduelle, ein oft ans Netz kommender Sinner und ein enger Spielverlauf prägten diese Partie.

Im ersten Satz gelang Medvedev das erste Break zum 3:1, doch ein groß retournierender Sinner schaffte gleich zu Null das Rebreak. Danach steuerte das Duo wie schon zuletzt beim 7:6,7:6-Erfolg Sinners im Peking-Finale auf das Tiebreak zu. Davor musste der Südtiroler aber bei 5:6 noch einen ersten Satzball abwehren.

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Im spannenden Tiebreak hätten sich beide Spieler durchsetzen können. Bei 6:5 vergab auch Sinner seine erste Chance. Bei 7:6 für Medvedev ließ der Russe seine zweite ungenutzt, ehe Sinner nach 61 Minuten seine zweite Möglichkeit zum 9:7 nutzte.

Im zweiten Durchgang ließ Medvedev bei 1:1 gleich drei Breakbälle ungenutzt, doch der fünffache Major-Finalist ließ nicht locker. Im fünften Game klappte es mit dem Break zum 3:2. Und diesmal nutzte der Russe das Momentum und erhöhte mit einem zweiten Break auf 5:2. Sinner kämpfte sich zwar noch auf 4:5 heran, aber dann servierte Medvedev nach 1:52 Stunden zum 6:4 und damit Satzausgleich aus.

Im dritten Satz wirkte Sinner schon etwas leer, hatte er sich im zweiten Satz doch in längere Ballwechsel verwickeln lassen. Aber das täuschte, denn das vierte Game entwickelte sich zum wahren Marathon: Bei 2:1 für Sinner dauerte dieses nicht weniger als 20 Minuten (!), Sinner nutzte seinen neunten Breakball in diesem Spiel zur 3:1-Führung. Eine Vorentscheidung nach 2:38 Stunden? Mitnichten, Medvedev gelang sofort das Rebreak.

Sinner ließ sich in dieser hochdramatischen Phase aber nicht entmutigen und schaffte es, dem Russen den Aufschlag zum 4:2 abzunehmen. Danach bestätigte er das Break und fixierte den zweiten Sieg im achten Duell mit dem fünf Jahre älteren Medvedev.

(APA)

Artikelbild: GEPA