Sky-Info: VfL Wolfsburg beendet Kooperation mit SKN St. Pölten frühzeitig
Nach Informationen von Sky löst der deutsche Bundesligist VfL Wolfsburg die Kooperation mit Zweitligist SKN St. Pölten frühzeitig auf. Ursprünglich wäre der Vertrag bis Sommer 2025 gelaufen. Nun soll schon ein Jahr früher Schluss sein. SKN-Geschäftsführer Sport Jan Schlaudraff wollte dies auf Sky-Nachfrage nicht bestätigen, kündigte aber eine zeitnahe Entscheidung an.
„Alles noch beim Alten“, erklärte der 40-jährige Deutsche, der seit Dezember 2021 die Geschicke bei den Niederösterreichern leitet. „Aber es wird keine Ewigkeiten mehr dauern bis wir etwas Konkretes haben werden. Nur im Moment ist es halt so, dass sie in Wolfsburg auch ein paar andere Themen sportlicher Natur haben, auf die sie den Fokus legen. Aber es ist auf jeden Fall so, dass wir da Gespräche führen“, ergänzte der ehemalige deutsche Nationalspieler. Bereits ein halbes Jahr vor seinem Amtsantritt, im Mai 2021, wurde die Kooperation mit dem deutschen Meister von 2009 abgeschlossen. Kurz darauf folgte der Abstieg des SKN aus der Bundesliga, der sich im Nachhinein betrachtet nicht als förderlich für die Zusammenarbeit herausstellen sollte.
Das sieht auch Schlaudraff so: „Ich glaube, dass der SKN immer etwas davon hat, aber wir können im Moment natürlich wenig zurückgeben, weil es ganz klar so ist, dass der Gap zwischen zweiter Liga in Österreich und erster Liga in Deutschland und den Ansprüchen vom VfL Wolfsburg so groß ist, dass es schwierig ist, Spieler hier auszubilden, die dann nahtlos nach Wolfsburg übergehen.“ Um zu ergänzen: „Dafür müsste man erste Liga spielen, und wenn das nicht gegeben ist, dann ist es natürlich schon so, dass man verstehen kann, wenn die sich die Frage stellen, ob das dann langfristig Sinn macht, so lange wir zweite Liga spielen.“
„GAK ist uneinholbar“
Ein Aufstieg und eine damit verbundene Rückkehr in die ADMIRAL Bundesliga hat man in dieser Saison aufgrund des großen Rückstands (14 Punkte) auf Tabellenführer GAK bereits abgeschrieben: „Der GAK ist schon uneinholbar weg. Da braucht man sich nichts vormachen. Aber wir wollen „Best of the Rest“ werden und an dem anknüpfen, wie wir die Saison gestartet haben, mit den fünf Siegen aus den sechs Spielen. Und wie wir sie dann auch nach der Länderspielpause im Oktober fortgesetzt haben, wo wir dann auch vier Siege und ein Remis aus den letzten sechs Spielen im Herbst holen konnten.“
Den großen Abstand auf den Meisterschaftsfavoriten GAK rissen die „Wölfe“ in den Runden sieben bis zwölf auf, als man aus sechs Spielen nur einen mageren Zähler holen konnte. Damals trennte man sich auch vom Trainerduo Stephan Helm und Emanuel Pogatetz. Und Schlaudraff übernahm bis zum Winter interimistisch.
Nur drei Leihspieler aus Wolfsburg in den letzten drei Jahren
Seit Beginn der Kooperation im Mai 2021 spielten nur drei Wolfsburger Leihspieler bei den Niederösterreichern: Lino Kasten, Ulysses Llanez und Yun-sang Hong.
Kasten und Hong verließen das St. Pöltener „Wolfsrudel“ bereits nach einer Spielzeit. In der vergangenen Saison blieb beim SKN nur noch Außenstürmer Llanez übrig, der in 49 Pflichtspielen für St. Pölten 13 Tore und 7 Assists beisteuerte. In der aktuellen Saison spielt beim aktuell Fünften der 2. Liga kein Wolfsburger Talent mehr.
Erste Gespräche bereits Anfang Dezember
Nach Abschluss der Herbstsaison hatte es Anfang Dezember bereits erste Gespräche zwischen SKN-Sportdirektor Jan Schlaudraff und Wolfsburg-Sportchef Marcel Schäfer gegeben. Beide Seiten waren mit dem sportlichen Output der Kooperation nicht zufrieden.
SKN-Sportdirektor Schlaudraff sagte im Dezember zur Kooperation mit den deutschen „Wölfen“: „Der Vertrag läuft bis 2025 – und bis dahin gilt es jetzt, sportliche Perspektiven und Lösungsansätze aufzuzeigen. Außerdem geht es darum, herauszufinden, was wir in den nächsten eineinhalb Jahren besser machen können, um das große Ziel „Aufstieg“ nicht aus dem Blick zu verlieren. Das alles ist innerhalb einer solchen Kooperation auch völlig normal.“
Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer hatte die Gerüchte über einen möglichen Rückzug damals noch dementiert: „Es gab bezüglich dieser Gerüchte keinerlei Gespräche“, sagte Schäfer.
Bild: GEPA


