Slalom als letzte Chance: Shiffrin kämpft gegen Nullnummer

Slalom als letzte Chance: Shiffrin kämpft gegen Nullnummer

Olympia 2022 war für Mikaela Shiffrin zum Albtraum geworden. Die erfolgreichste Skifahrerin der Weltcupgeschichte war als potenzielle Medaillensammlerin angereist, nach fünf Einzel- und einem Teambewerb aber mit leeren Taschen abgereist. In Cortina droht sich die Geschichte, wenngleich viel weniger dramatisch, zu wiederholen. Im Slalom am Mittwoch (10.00 und 13.30 Uhr) hat die US-Amerikanerin die letzte Chance, eine Nullnummer wie vor vier Jahren abzuwenden.

Shiffrin ist dank Slalom 2014 und Riesentorlauf 2018 zweifache Olympiasiegerin, Peking wurde danach aber zum sportlichen Desaster. Im Slalom schied die US-Amerikanerin nach fünf Sekunden aus, im Riesentorlauf nach elf Sekunden. Nach Zielankünften in Super-G und Abfahrt kam sie als Gold-Kandidatin auch im Kombi-Slalom nicht korrekt durch die Tore. Zum Abschluss blieb dem US-Team mit Shiffrin im Mixed-Teambewerb auch nur Rang vier.

Im Teamkombi-Slalom passte einiges nicht

Auch heuer fehlt noch eine Medaille. In der Team-Kombination schaffte sie es nicht, die Halbzeitführung der Abfahrtsschnellsten Breezy Johnson ins Ziel zu bringen und vergab mit der 15. Slalomzeit eine Medaille. „Es gab viele Kurven, in denen ich bei der Team-Kombination recht schnell war, und einige wenige, in denen ich Fehler gemacht habe. Es lag an mehreren Dingen: der Streckenführung, dem Material und den Bedingungen, und meine mentale Einstellung passte nicht zum Tag“, erklärte Shiffrin, die sich danach im Riesentorlauf mit Rang elf begnügen musste.

Am Mittwoch will sie es besser machen und in ihrer Paradedisziplin ein zweites Olympia ohne Edelmetall noch abwenden. „Ich gehe mit offenen Augen an die Sache heran und ich werde versuchen, sie in meinem Kopf anders zu handhaben“, sagte Shiffrin, die den Slalom in diesem Winter in einem Ausmaß dominiert hat, wie davor selten gesehen. Sie gewann sieben der acht Rennen und musste sich nur in Kranjska Gora mit Rang zwei hinter der Schweizerin Camille Rast begnügen.

„Shiffrin nie abschreiben“

In Cortina hat die achtfache Weltmeisterin, fünffache Gesamt-Weltcupsiegerin und Weltcup-Rekordsiegerin (108) aber noch nicht abgeliefert. Ob sie den Schalter noch einmal umlegen kann? „Wer sieben von acht Rennen gewinnt, ist sicher Favoritin. Aber ich bin selbst gespannt, wie sie das am Mittwoch handelt, es wird nicht leichter“, meinte Katharina Huber, die im Teamkombi-Slalom das Duell mit der US-Amerikanerin und damit Gold gewann.

Auch Katharina Truppe tut sich schwer, Shiffrin für den Slalom einzuschätzen. „Ich glaube schon, dass sie sich Gedanken macht. Man kennt ihr Olympia-Drama. Es ist eine schwierige Situation. Sie gewinnt fast alle Rennen mit einer Sekunde Vorsprung und auf einmal kriegt sie eine Sekunde, ohne Fehler“, rätselte die Kärntnerin. Von der Favoritenrolle streichen „wäre ein riesengroßer Fehler. Sie werden sicher alles daransetzen, dass sie mit größtem Selbstvertrauen am Start steht. Aber ich glaube schon, dass man sie schlagen kann“, meinte Katharina Gallhuber.

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(APA)/Bild: GEPA