Sofortmaßnahmen bei Verletzungen: Das ist im Einzelfall zu tun

Gastbeitrag

Selbst der durchtrainierteste und erfahrenste Sportler ist nicht vor ihnen sicher und im Einzelfall können sie Wochen oder gar Monate Pause bedeuten: Die Rede ist von hartnäckigen Sportverletzungen wie beispielsweise Prellungen, Zerrungen, Schürfwunden, Bänderdehnungen und -rissen sowie Knochenbrüchen. Während insbesondere bei schweren Verletzungen wie letzteren klar ist, dass sofort mit dem Sport aufgehört und umgehend ein Arzt aufgesucht werden sollte, ist den meisten Sportlern die genaue Vorgehensweise bei den anderen Szenarien unklar.

Muskel- und Sehnenverletzungen mit am häufigsten anzutreffen

Regelmäßig ausgeübter Sport trainiert das Herz-Kreislauf-System, hält die Muskulatur leistungsfähig und macht dank der Ausschüttung zahlreicher Hormone den Menschen glücklich. Die Kehrseite der Medaille ist, dass es ab und an zu Verletzungen kommen kann und zwar unabhängig davon, ob jemand trainiert oder untrainiert, erfahren oder unerfahren sowie aufgewärmt oder nicht aufgewärmt ist. Manchmal spielen auch externe Faktoren wie der Körperkontakt mit einem Gegenspieler oder ein unglücklicher Zusammenprall eine Rolle.

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Mit am häufigsten kommt es beim Sport zu Muskel- und Sehnenverletzungen. Beispiele hierfür sind ein Muskelfaserriss, eine Prellung oder eine Zerrung. Letztere entsteht am häufigsten durch übermäßige Belastung und als Folge von Überdehnung. Die Symptome reichen von Schmerzen bei Beanspruchung über einen leichten Bluterguss bis hin zu einer Schwellung im Gewebe. Behandelt wird mit der sogenannten P.E.C.H.-Regel – diese steht für:

  1. Pause
  2. Eis
  3. Kompression
  4. Hochlagern

Es sollte also die Trainingseinheit abgebrochen und die betreffende Stelle gekühlt werden. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses kann auf die verschiedensten medizinischen Produkte gegen Schmerzen und Verletzungen zurückgegriffen werden. Anbieten tun sich hierfür Salben wie beispielsweise Schmerzgel oder auch die vorübergehende Einnahme von Schmerztabletten, um der Ausprägung eines Schmerzgedächtnisses entgegenzuwirken.

Gleichzeitig bewirken die Salben und Tabletten je nach Präparat, dass Entzündungen in Schach gehalten werden. Eine zusätzliche Hilfe können Kältepackungen oder Wärmeauflagen sein. Während erstere primär bei Entzündungen zum Einsatz kommen, regen letztere die Durchblutung sowie den Stoffwechsel an und entspannen die Muskulatur.

Verletzungen an Gelenken und Bändern können uns lahmlegen

Die zweite Kategorie von Sportverletzungen sind Verletzungen von Gelenken und Bändern. Typischerweise der ersten Kategorie zuzuordnen sind beispielsweise das sogenannte Läuferknie, eine gerissene Gelenkkapsel in der Schulter oder Probleme mit dem Sprunggelenk. Symptomatisch tritt bei den Gelenksverletzungen eine eingeschränkte Mobilität sowie eine Rötung und Schwellung auf. Auch hier besteht die grundlegende erste Hilfe darin, die oben erwähnte Regel anzuwenden.

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Parallel können in einem späteren Heilungsstadium ebenso Bandagen und Tapes zum Einsatz kommen, um die Gelenke vorübergehend nach der längeren Inaktivität auf die steigende Belastung vorzubereiten. Bei zurückbleibender Steifigkeit kann zusätzlich Wärme angewendet werden, um die alte Beweglichkeit wiederherzustellen.

Was das Segment der Verletzung von Bändern anbelangt sind typische Beschwerdebilder zum Beispiel ein Kreuzbandriss im Knie, eine Verstauchung des Handgelenks oder Probleme mit den Bändern am Knöchel. Die Symptome bei Bänderverletzungen sind sehr vielfältig und reichen von schmerzempfindlichen Gelenken über Schwellungen bis hin zu Dehnungsschmerzen. Bänderverletzungen lassen sich am besten mit Kälte behandeln in Verbindung mit der Anwendung der P.E.C.H.-Regel.

Schürf-, Schnitt- und Platzwunden bedürfen gründlicher Reinigung

Je nachdem welche Sportart ausgeübt wird, kann es natürlich nicht nur zu körperinneren Verletzungen kommen, sondern ebenso zur äußerlichen. Gemeint sind damit Schürf-, Schnitt- und Platzwunden. Erstere treten zum Beispiel bei auf Asche ausgeübten Sportarten häufig auf, während Platzwunden im Fußball bei einem harten Kopfballduell oder einem Zusammenstoß mit dem Torpfosten entstehen können.

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Das Wichtigste ist bei derartigen Wunden, dass diese zunächst mit klarem Wasser gereinigt und anschließend desinfiziert werden. Die übrige Behandlung ist von der Größe der Wunde abhängig. So können kleinere Verletzungen an der Luft trocknen und müssen nicht abgedeckt werden, während größere gut mit großflächigen Pflastern und Verbänden geschützt werden können. Handelt es sich um eine tiefere oder stark blutende Wunde, sollte sich ein Arzt darum kümmern. Platzwunden müssen unter Umständen auch genäht werden.

Besonders wichtig ist die ordnungsgemäße Versorgung von oberflächlichen Verletzungen im Urlaub, damit es nicht ungewollt aufgrund von Keimen in der Wunde zu Entzündungen oder schweren Infektionen kommt, die einen Abbruch der Ferien erforderlich machen. Wer für den (sportlichen) Urlaub mit der Familie bestens gewappnet sein möchte, sollte ebenso an die Reiseapotheke für Kinder denken. In einer kleinen Tasche sind idealerweise unter anderem vorhanden:

  • Pflaster
  • Desinfektionsspray
  • Mittel gegen Schmerzen
  • Wundheilcreme

Je umfassender der Inhalt ausfällt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass im Urlaub ein Arzt aufgesucht werden muss.

Bei Knochenbrüchen ist ein Arzt- und/oder Krankenhausbesuch Pflicht

Regelmäßig die schwerwiegendsten und mit den meisten Einschränkungen verbundenen Sportverletzungen sind Knochenbrüche. Aufgrund der starken Schmerzen je nach betroffener Körperregion unternimmt der Verletzte von sich aus schon meist keine weiteren Bewegungsversuche. Auch Ersthelfer sollten davon Abstand nehmen, die natürliche Schonhaltung des verletzten Sportlers zu ignorieren.

Besonders gravierend sind Knochenbrüche, wenn sie mit einer offenen Wunde einhergehen, die die Sicht auf den gebrochenen Knochen freigibt. In derartigen Fällen ist sofort ein Krankenwagen bzw. Notarzt zu organisieren, der den Patienten ins nächstgelegene Krankenhaus verbringt.

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Allgemein besteht die Behandlung bzw. erste Hilfe bei Knochenbrüchen darin, die betroffene Stelle ruhigzustellen und beispielsweise mit nassen Tüchern oder Wasser zu kühlen. Außerdem sollten die Verletzten Gliedmaßen mit geeignetem Material gepolstert werden, um weitergehende Verletzungen etwa von Gefäßen oder ähnlichem zu vermeiden.

Wie die weitere Behandlung des Knochenbruches aussieht, ist von der betroffenen Körperstelle abhängig. Heutzutage muss bei weitem nicht jeder Bruch operativ versorgt werden. Ein Beispiel hierfür sind Schlüsselbeinbrüche, wie sie im Radsport oft vorkommen. Konservativ können diese unter Umständen mit einem sogenannten Rucksackverband behandelt werden. Sollte es sich um einen komplizierteren, schiefen oder gar mehrteiligen Bruch handeln, ist dagegen eine Operation in Verbindung mit der Implementierung einer mit Schrauben fixierten Platte unausweichlich.

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Beitragsbild: Gellinger / pixabay.com