Sportvereine kündigen – das ist zu beachten

via Sky Sport Austria

Kinder probieren in ihrem Leben allerhand aus. Das trifft auch auf den Sport zu und wo sie vergangenes Jahr noch begeistert auf dem Fußballplatz bolzten oder im Schwimmbad ihre Bahnen zogen, rufen nun Eishockey, Judo oder auch Reiten nach dem sportbegeisterten Nachwuchs. Für Eltern ist das natürlich problematisch, denn wurde ein Vertrag abgeschlossen, zahlen die Eltern monatlich einen Beitrag für einen Sport, der nicht oder nur noch ohne Begeisterung nachgegangen wird. Wie gut, dass die Mitgliedschaft im Sportverein gekündigt werden kann – doch es gibt Fallstricke.

Gibt es Kündigungsfristen?

Im Grunde handelt es sich bei einer Mitgliedschaft im Sportverein um ein übliches Vertragsverhältnis. Je nach Verein sitzen auch die Eltern mit ihm Boot, da der Verein ein passives und aktives Mitglied vorschreibt und zugleich Arbeitsstunden oder anderweitige Hilfen vorsieht. Ist die Struktur aus passivem Mitglied (Elternteil) und aktivem Mitglied (Kind) gegeben, muss bei der Kündigung darauf geachtet werden, auch den Vertrag für sich aufzulösen.

Aber was ist bei der Kündigung wichtig? Sicherlich gibt es doch beim Sportverein ebenso Fristen, wie beispielsweise beim Telefonvertrag? Das stimmt, doch kann an dieser Stelle nur mit der »juristischen Antwort« geantwortet werden: Es kommt darauf an:

  • Kündigungsfrist – im einfachsten Fall steht in der Mitgliedsbestätigung auch die Kündigungsfrist drin. In den meisten Fällen beträgt die Kündigungsfrist bei Vereinen drei Monate, doch gilt hier stets, sicherheitshalber noch einmal nachzuschauen. Zumal es Abweichungen geben kann: zum Ende des Quartals oder jederzeit nach drei Monaten. Manche Sportvereine bieten im Kinderbereich kürzere Fristen an, da die wechselnden Vorlieben der Kids bekannt sind.
  • Mitgliedsvertrag/Satzung – sollte die Frist nicht in der Bestätigung stehen, genügt der Blick in die Satzung oder des Mitgliedsvertrags. Es ist gesetzlich geregelt, dass Angaben zur Kündigung, der Kündigungsform und der Kündigungsart in der Satzung festgelegt werden müssen. Dasselbe gilt für den Mitgliedsvertrag.

Ist auch ein Elternteil Mitglied im Verein, muss dieser Vertrag natürlich auch aufgelöst werden. Doch Vorsicht, für passive Mitglieder gelten teils andere Regeln, beispielsweise die Kündigung zum Jahresende.

Wie läuft die Prozedur ab?

Generell müssen Kündigungen schriftlich erfolgen. Das gilt auch für die Kündigung einer Mitgliedschaft in einem Sportverein. Der jeweilige Vertrag oder die Satzung geben genauere Informationen, wobei im Regelfall beispielsweise der Verein selbst als Adressat ausreicht. Unter https://www.kuendigen.at/ lassen sich passende Vorlagen und weitere Informationen finden.

Wichtig ist, dass Eltern die Kündigung nicht nur beim Training dem Trainer in die Hand geben, sondern sich von diesem wenigstens den Erhalt des Briefes schriftlich bestätigen lassen. Sinnvoller sind jedoch postalische Zustellungen mit Nachweis. Je nachdem, wie eng die Zeit bis zum letzten Tag der Kündigungsfrist zum Wunschtermin ist, kann die Kündigung vorab per E-Mail versendet werden.

In diesem Fall wird die Kündigung ganz normal in die E-Mail eingefügt, doch mit dem Zusatz versehen, dass die übliche Zustellung auch per Post erfolgt. Auch das Einscannen des unterschriebenen Kündigungsschreibens ist möglich – allerdings sollte die Zustellung trotzdem noch auf dem Postweg erfolgen.

Bei einer zusätzlichen passiven Mitgliedschaft sollte nachgefragt werden, inwieweit die Regelung mit den Arbeitsstunden weiterhin gilt. Endet der Vertrag beispielsweise am 30. Juni, so sollte nur die Hälfte der Jahresstunden berechnet werden. Doch auch hier gilt: Im Zweifelsfall erklärt die Satzung das Prozedere, auch ein Anruf in der Geschäftsstelle hilft passiven Mitgliedern in diesen Fällen weiter.

Fazit – auch eine Mitgliedschaft beruht auf Verträgen

Deshalb muss die Mitgliedschaft des Kindes im Sportverein korrekt gekündigt werden. Anderenfalls steht es dem Verein zu, weiterhin das Geld abzubuchen, unabhängig davon, ob das Kind noch kommt oder nicht. Wird die Zahlung verweigert, darf der Verein auf den Beitrag bestehen, bis eine echte Kündigung erfolgt.

Wie diese zu erfolgen hat, wird durch den Vertrag oder die Satzung geregelt. Wichtig ist, dass als passive Mitglieder mitwirkende Eltern ebenfalls ihren Austritt aus dem Verein bekannt geben und kündigen – anderenfalls läuft diese Mitgliedschaft weiter und es fallen auch weiterhin Beiträge an.

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