Stabhochsprung: Lavillenie: „Ich habe den Brasilianern nichts getan“

Rio de Janeiro/Rio/Maracana (APA) – Der 22-jährige Olympiadebütant Thiago Braz da Silva hat dem französischen Weltrekordler Renaud Lavillenie am Montag sensationell die Goldmedaille im Stabhochsprung weggeschnappt und Brasilien bei den Sommerspielen in Rio das erste Leichtathletik-Gold beschert.

Lavillenie zeigte sich sehr enttäuscht vom Publikum, das gegen ihn gepfiffen hatte. „Das war kein Fair Play vom Stadion“, sagte der Silbermedaillengewinner. „Man sieht das beim Fußball. Es ist das erste Mal, dass man das bei der Leichtathletik gesehen hat.“

Für Olympische Spiele sei das kein gutes Image. „Ich habe den Brasilianern nichts getan. 1936 war die Menge gegen Jesse Owens. Seitdem haben wir so etwas nicht gesehen. Wir müssen damit zurechtkommen“, zog der Franzose einen Vergleich. Owens hatte als schwarzer Athlet bei den Sommerspielen 1936 in Berlin vier Goldmedaillen gewonnen. In Hitler-Deutschland wurde dies nicht gern gesehen.

Dazu dass er vor seinem letzten Versuch Daumen nach unten zum Publikum gemacht hatte, meinte Lavillenie. „Ich habe den Leuten gezeigt, dass wir nicht in einem Fußballstadion sind. In der Leichtathletik ist dafür kein Platz.“

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