Stefan Kulovits zur Trainerfrage bei SK Rapid: „Natürlich denkt man an Andi Herzog, Ferdl Feldhofer kommt in Frage, auch Markus Schopp hat ein interessantes Profil“

via Sky Sport Austria
  • Der Rapid-Experte über Steffen Hofmann als Interimstrainer: „Es ist wichtig, dass jemand da ist, der den Verein in und auswendig kennt“
  • Kulovits außerdem: „Natürlich ist es mein Ziel, irgendwann bei Rapid Trainer zu sein“
  • Stefan Kulovits über das morgige Champions-League-Spiel Salzburg-Lille: „Sie müssen vergolden, was sie vorbereitet haben in den ersten vier Spieltagen“
  • Marco Djuricin zur aktuellen Situation bei Austria Wien: „Die neuen Leute, die im Sommer gekommen sind, machen einen sehr guten Job – vom Trainer bis zum Sportdirektor, bis zu Herrn Krisch“
  • Djuricin über den bisherigen Saisonverlauf und Saisonziele: „Bis jetzt können wir zufrieden sein, aber ganz zufrieden sind wir, wenn wir hoffentlich in die Top-Sechs kommen“

Der Free-to-Air Montag auf Sky: Zu Gast bei „Talk & Tore“ waren Stefan Kulovits (Rapid-Experte und ehemaliger Spieler bei SK Rapid Wien) und Marco Djuricin (FK Austria Wien).

Alle Stimmen zu „Talk & Tore“:

Stefan Kulovits (Rapid-Experte und ehemaliger Spieler bei SK Rapid Wien):
…über das Rapid-Interimstrainer-Duo Hofmann-Hickersberger: „Man hat gesehen, worauf sie wertlegen. Nach einem Trainerwechsel werden gewisse Kräfte freigesetzt und es bringt vielleicht noch einmal mehr Schärfe ins Training hinein. Es hat mich gefreut, dass sie positiv hineingestartet sind und ich hoffe, es geht positiv weiter bis zum Winter.“

…über Steffen Hofmann als Interimstrainer: „Es ist wichtig, dass jemand da ist, der den Verein in und auswendig kennt. Er kennt die jungen Spieler und die Startelf sehr gut und das kann ein wichtiger Impuls sein. Sie verfolgen einen anderen Ansatz von Fußball und ob der erfolgreich sein wird, wird man sehen. Ich drücke ihnen jedenfalls die Daumen. Ich hoffe, dass Steffen Hofmann noch auf den Geschmack kommt und sagt, er kann sich das vorstellen (als Trainer weiterzuarbeiten, Anm.). Man kann sich natürlich auch etwas kaputtmachen, aber das wäre der falsche Ansatz. Man muss positiv an die Sache rangehen und dann muss man auch Erfolg haben. Er muss für sich selbst entscheiden, welche Rolle er in Zukunft einnehmen will.“

…über eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit mit Steffen Hofmann: „Mit Steff verbindet mich sehr viel. Natürlich ist es mein Ziel, irgendwann bei Rapid Trainer zu sein. Irgendwann wird die Zeit bei Rapid kommen für mich, aber ob der Zeitpunkt jetzt ist, das müssen andere entscheiden.“

…über mögliche neue Trainer für SK Rapid: „Es kommt darauf an, was man plant für den Verein. Es ist natürlich eine finanzielle Geschichte. Natürlich denkt man an Andi Herzog, Ferdl Feldhofer kommt in Frage, auch Markus Schopp hat ein interessantes Profil. Aber es kommt darauf an, welchen Fußball der Verein spielen will. Wenn man sich für viele Umbrüche entscheidet, ist es wichtig zu sagen, dass der Trainer auch Zeit bekommt.“

…über die Position des Trainers bei SK Rapid: „Rapid ist ein spezieller Verein und es ist von Vorteil, wenn man den Verein kennenlernen durfte. Der Verein hat eine unglaubliche Strahlkraft und die Fans können, wenn es nicht läuft, ungemütlich werden. Rapid hat eine unglaubliche Geschichte. Vor 13 Jahren gab es den bisher letzten Meistertitel und die Fans sehnen sich danach, dass wieder Titel hineinkommen.“

…über die Mannschaft von SK Rapid: „Die Mannschaft hat sehr gutes Potenzial, das in den letzten Runden nicht ausgeschöpft werden konnte. Ich glaube, dass du mit der Mannschaft in der oberen Hälfte der Meisterschaft spielen musst und ich glaube, dass sie noch einen guten Schritt machen werden.“

…über auslaufende Spielerverträge bei SK Rapid: „Natürlich muss man wissen, in welche Richtung es gehen soll. Es sind hochkarätige Spieler, die man nicht ablösefrei verlieren will. Entweder man macht mit ihnen Kohle, oder sie verlängern, aber wenn sie ablösefrei gehen, tut das natürlich weh.“

…über das kommende Europa-League-Spiel von SK Rapid Wien gegen West Ham United: „Ich glaube, dass sehr viel optimal laufen muss, aber es wäre natürlich top, wenn sie die Überraschung schaffen. West Ham ist kein Jausengegner. Rapid ist im Europapokal immer wieder gut für Überraschungen.“

…über die österreichischen Mannschaften in den internationalen Bewerben: „Ich habe Sky Austria auch in Deutschland immer am Laufen. Was Österreich dieses Jahr geschafft hat – mit vier Vereinen in der Gruppenphase zu sein – zeigt die Entwicklung, die Österreich nimmt.“

…über seine Trainerambitionen: „Ich möchte im Fußball-Business drinbleiben. Das mache ich seit 25, 30 Jahren aus Leidenschaft. Bei Sandhausen war es erstmals, dass der damalige Trainer mich gefragt hat, ob ich es mir vorstellen kann, beim ihm einzusteigen. Dass es dann so schnell funktioniert mit der Cheftrainerrolle, war nicht absehbar. Ich kann sehr viel daraus ziehen und für die Zukunft mitnehmen. Die Praxis fehlt mir natürlich nach der Beurlaubung und deswegen möchte ich so schnell wie möglich wieder am Platz stehen, um den nächsten Schritt für mich als Trainer gehen zu können.“

…über seine überraschende Beurlaubung bei SV Sandhausen: „Es war ein Achterbahnfahrt der Gefühle. Es war eine Herkulesaufgabe, die wir leisten mussten (den Klassenerhalt, Anm.), aber der Verein hat uns vertraut und wir haben es am letzten Spieltag geschafft und waren überglücklich. Wir haben Vertrauen vom Verein geschenkt bekommen und nach sieben Spieltagen hatten wir nur vier Punkte am Konto, aber am neunten Spieltag wäre die Länderspielpause gewesen und es wurde versprochen, dass wir neun Spieltage bekommen. Es war überraschend zu erfahren, dass es vorbei ist.“

…über die momentane sportliche Situation bei FK Austria Wien: „Es ist wichtig, dass Austria den jungen eine Chance gibt. Das Geld, das da ist, sollte man sinnvoll investieren. Salzburg verfolgt eine Vereinsphilosophie, die von oben bis unten durchgezogen wird und junge Spieler top vorbereitet sind auf ihre Aufgaben. Ich finde es sinnvoll, wenn auch Vereine, die finanziell nicht so viele Möglichkeiten haben, diese Philosophie aufgreifen. Man müsste viel mehr auf die jungen Spieler setzen, sie mehr fördern und dort auch die Gelder ansetzen.“

…über das morgige Champions-League-Spiel Salzburg-Lille: „Sie müssen vergolden, was sie vorbereitet haben in den ersten vier Spieltagen. Ich hoffe, dass sie es schaffen.“

…über Salzburg als Ort zur Entwicklung von jungen Talenten: „Unglaublich wenn man sieht, was Salzburg für Talente holen kann. Sie suchen bewusst den Weg zu Salzburg, weil man sieht, wie sie die Spieler entwickeln. Das sucht in Europa seinesgleichen, man muss den Hut ziehen.“

Marco Djuricin (FK Austria Wien):
…über den bisherigen Saisonverlauf und die Mannschaftszusammensetzung: „Ich bin mit 28 Jahren der Viertälteste, aber wir mussten diesen Weg gehen. Es ging nicht anders, aber es macht trotzdem Spaß. Es kommen viele junge von der Akademie und den Young Violets hoch. Es sind einige wirklich gute Spieler dabei. Ich finde das super und man sieht, die Saison ist in Ordnung. Bis jetzt können wir zufrieden sein, aber ganz zufrieden sind wir, wenn wir hoffentlich in die Top-Sechs kommen.“

…über sein Verhältnis zu den jungen Spielern der Mannschaft: „Ich versuche ihnen zu helfen, gehe ihnen glaube ich auch auf die Nerven. Ich war bei sehr vielen Vereinen und habe viel gesehen. Mir wurde wenig bis gar nicht geholfen. Als älterer Spieler geht man den jüngeren manchmal auf die Nerven, aber das ist normal und das passt schon so. Ich bin immer für einen Spaß zu haben, aber ich schreie sie auch ziemlich oft an. Nichts Schlimmes, ich sage ihnen einfach, was sie besser machen können.“

…über das Saisonziel Top-Sechs: „Wir wollen es schaffen, können es schaffen, aber ob wir es schaffen, hängt noch in den Sternen. Wir wollen in den nächsten drei Spielen noch so viele Punkte holen, wie es geht.“

…über die wirtschaftliche Situation bei Austria Wien: „Natürlich bekommt man das mit, aber ich kann nur dazu sagen, dass ich mich dazu nicht äußern kann. Ich bin Spieler und das Wichtigste ist der Verein. Die neuen Leute, die im Sommer gekommen sind, machen einen sehr guten Job – vom Trainer bis zum Sportdirektor, bis zu Herrn Krisch. Ich hoffe, dass das bald alles geregelt ist.“

…über das kommende Wiener Derby: „Mein erstes Wiener Derby hatte ich ohne Zuschauer. Es war eine Katastrophe und auch ein schlechtes Spiel von beiden Mannschaften. Es tut weh. Ich bin zwar Austrianer, aber von den Rapid Fans wissen wir, was sie für eine Stimmung machen können. Es ist das wichtigste Spiel in Österreich und dass Zuschauer nicht mehr kommen dürfen, ist extrem traurig. Die Fans sind alles, die braucht man einfach, es ist Leidenschaft pur. Aber die Gesundheit geht vor und wir müssen das respektieren.“

…über seinen Genesungsprozess: „Mir geht’s schon besser. Ich habe mein Training schon gesteigert und hoffe, dass ich nächste Woche einsteigen kann und hoffentlich sieht man mich am Sonntag gegen Sturm Graz.“

…darüber, wieder in Wien zu leben und zu spielen: „Es war eine lange Zeit, dass ich nicht in Wien war. Für mich und meine Familie ist es sehr schön, dass wir nach Hause gekommen sind. Ich bin glücklich, bin bei der Austria, wo ich immer spielen wollte als Erwachsener. Ich freue mich und bin stolz für Austria zu spielen.“

…über die Lerneffekte seiner Auslandserfahrung: „Verschiedene Sachen, Mentalität im Training, Ehrgeiz, in England konnte ich gutes Englisch lernen. Am Schluss in Karlsruhe ist es am Platz nicht so gut gelaufen und es war die Zeit, dass ich nach Hause komme. 12 Jahre waren zu lang und ich bin froh, dass ich daheim bin.“

…über Unterschiede und Parallelen zur 2. Deutschen Liga: „Die Zuschauer. Deutschland ist viel größer, eine andere Intensität und Mentalität schon im Training, ausgenommen Salzburg, obwohl wir es bei der Austria auch gut machen. Das sind Maschinen, die Liga ist richtig schwer zu bespielen. Es kann jeder jeden schlagen. Das ist in Österreich auch so, aber es ist ein anderes Spiel.“

…über seinen Vater als Trainer bei Rapid: „Er war erstmalig Trainer als Profi, er war davor Trainer in der Regionalliga. Er wurde ins kalte Wasser geworfen, aber es hat ihm viel Spaß gemacht. Er hat mir nie geglaubt, als ich ihm gesagt habe: ‚Du wirst sicher einmal Profitrainer‘. Er war nicht lange Profi (als Spieler, Anm.), das darf man auch nicht vergessen. Er hatte nie diese Erfahrung. Er hat es trotzdem in Ordnung gemacht.“

Matthias Jaissle (Trainer FC Red Bull Salzburg) im Zuspieler:
…vor dem morgigen Champions-League-Spiel gegen Lille: „Wir wollen wieder eine geile Partie in Lille abliefern und wollen sie ein zweites Mal ärgern. Es ist uns beim ersten Mal geglückt und daran wollen wir ansetzen. Wir sind gut vorbereit und freuen uns auf die Partie.“

Stephan Reiter (Geschäftsführer FC Red Bull Salzburg) im Zuspieler:
…zu den Geisterspielen: „Es hat einen sportlichen und einen wirtschaftlichen Aspekt. Wir sind in Österreich nicht auf der Insel der Seligen. Es spielen einige österreichische Klubs international. Wir haben uns in der Fünfjahreswertung super hochgearbeitet, es stehen entscheidende Spiele an und es ist ein Wettbewerbsnachteil, wenn man ohne Zuschauer im eigenen Stadion spielen muss.“