Sternstunden in Europa: Salzburg darf wieder träumen

(APA) – 25 Jahre nach dem SV Austria Salzburg hat am Dienstag (ab 18:30 Uhr live in der Entscheidungskonferenz auf Sky Sport Austria 2 HD – streame das Spiel sofort mit SkyX – monatlich kündbar) wieder ein österreichischer Fußball-Club die Chance, den amtierenden Champions-League-Sieger aus dem Bewerb zu eliminieren. Red Bull Salzburg würde gegen Liverpool mit jedem Heimsieg, bei dem man nicht mehr als drei Gegentore kassiert, ins Achtelfinale der Königsklasse einziehen – und das vermutlich auf Kosten der Engländer.

Austria Salzburg war am 7. Dezember 1994 in einem ähnlichen „Endspiel“ gegen den Titelverteidiger mit Heimvorteil in Wien an AC Milan gescheitert (0:1). Der Nachfolgeclub könnte es nun tatsächlich als erster ÖFB-Vertreter in die K.o.-Phase der Champions League schaffen.

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Seit der Bewerb 1992 den Europacup der Meister abgelöst hat, hat nur ein österreichischer Club in der Königsklasse überwintert – Sturm Graz in der Saison 2000/01. Damals war anstelle des Achtelfinales noch eine zweite Gruppenphase (Zwischenrunde) der besten 16 Teams ausgetragen worden. Im Herbst 2000 holten die Grazer mit Triumphen gegen Galatasaray Istanbul, die Glasgow Rangers und AS Monaco den Gruppensieg. In der Zwischenrunde folgten zwei weitere Erfolge gegen Panathinaikos, als Gruppendritter hinter Valencia und Manchester United kam aber das Aus.

Österreichische Clubs haben in der Champions League bisher insgesamt elf Siege eingefahren. Sturm sorgte alleine für sieben davon. Dahinter folgt bereits Salzburg mit insgesamt drei Erfolgen (zwei in dieser Saison als Red Bull, einer als Austria Salzburg). Die Wiener Austria gewann bei ihrer bisher einzigen Teilnahme 2013 gegen Zenit St. Petersburg. Rapid ist nach zwölf Gruppenspielen der Clubgeschichte in der Königsklasse noch sieglos.

Im Vorgängerbewerb Meistercup erreichten die Wiener Großclubs jeweils einmal das Halbfinale. Rapid scheiterte dort 1961 an Benfica Lissabon, die Austria 1979 an Malmö FF. Die größten internationalen Erfolge feierten die beiden Wiener Vereine im 1999 eingestellten Cup der Cupsieger. Rapid stand dort zweimal im Endspiel (1985 in Rotterdam gegen Everton/1:3 sowie 1996 in Brüssel gegen Paris Saint-Germain/0:1), die Austria einmal (1978 in Paris gegen Anderlecht/0:4).

Für das vierte Europacup-Finale mit Beteiligung eines österreichischen Clubs, das einzige abseits des Cup der Cupsieger, sorgte Austria Salzburg. Im Kampf um die Trophäe im UEFA-Cup setzte es 1994 zwei 0:1-Niederlagen gegen Inter Mailand. Noch im selben Jahr gelang den Salzburgern bei ihrem Premierenauftritt in der Champions League Ende November ein Auswärtssieg bei AEK Athen (3:1). Im folgenden Entscheidungsspiel um den Aufstieg gegen AC Milan machte im Wiener Prater aber ein Tor von Daniele Massaro den Unterschied.

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Die größten Erfolge österreichischer Clubs im Fußball-Europacup:

MEISTERCUP/CHAMPIONS LEAGUE:

1960/61: Nach Aufstiegen gegen Besiktas Istanbul (4:0,0:1), Wismut Aue (3:1,0:2,1:0) und Malmö FF (2:0,2:0) scheitert Rapid erst im Halbfinale an Benfica Lissabon (0:3,1:1/Abbruch wegen Zuschauerausschreitungen).

1978/79: Die Wiener Austria schafft gegen Vlaznia Shkodra (0:2,4:1), SK Lilleström (4:1,0:0) und Dynamo Dresden (3:1,0:1) den Aufstieg und scheidet im Halbfinale gegen Malmö FF (0:0,0:1) aus.

1994/95: SV Salzburg zieht mit zwei Vorrunden-Siegen gegen Maccabi Haifa (2:1,3:1) als erster ÖFB-Verein in die Champions League ein. Dort scheitern die Salzburger allerdings trotz guter Resultate gegen AEK Athen (0:0,3:1) an den beiden späteren Finalisten Ajax Amsterdam (0:0,1:1) und AC Milan (0:3/keine Punkte für Milan nach Flaschenwurf gegen Salzburg-Torhüter Otto Konrad, 0:1).

2000/01: Sturm Graz überwintert als Sieger der Gruppe D als erster ÖFB-Club in der Champions League. In der ersten Gruppenphase lassen die Grazer den regierenden UEFA-Cup- und Supercup-Gewinner Galatasaray Istanbul (3:0,2:2), die Glasgow Rangers (2:0,0:5) und AS Monaco (2:0,0:5) hinter sich. In der folgenden Zwischenrunde kommt gegen Valencia (0:2,0:5) und Manchester United (0:2,0:3) trotz zweier Siege gegen Panathinaikos (2:0,2:1) das Aus.

CUP DER CUPSIEGER:

1977/78: Die Austria eliminiert Cardiff City (0:0,1:0), Lok Kosice (0:0,1:1), Hajduk Split (1:1,1:1,3:0 im Elferschießen) und Dynamo Moskau (1:2,2:1,5:4 im Elferschießen) und verliert erst im Finale in Paris gegen RSC Anderlecht 0:4.

1982/83: Die Austria schaltet im Sechzehntelfinale Panathinaikos Athen aus (2:0,2:1), setzt sich in der Folge gegen Galatasaray Istanbul durch (4:2,0:1), lässt sich im Viertelfinale auch vom FC Barcelona (im Rückspiel mit Diego Maradona) nicht aufhalten (0:0,1:1) und scheitert erst im Halbfinale an Real Madrid (2:2,1:3).

1984/85: Sieben Jahre nach der Austria schafft auch Rapid nach Erfolgen über Besiktas Istanbul (4:1,1:1), Celtic Glasgow (3:1,0:3 annulliert, Wiederholung in Manchester: 1:0), Dynamo Dresden (0:3,5:0) und Dynamo Moskau (3:1,1:1) den Einzug ins Endspiel. In Rotterdam siegt jedoch Everton 3:1.

1995/96: Rapids zweiter Finaleinzug gelingt durch Aufstiege gegen Petrolul Ploiesti (3:1,0:0), Sporting Lissabon (0:2,4:0 n.V.), Dynamo Moskau (1:0,3:0) und Feyenoord Rotterdam (1:1,3:0). Im bisher letzten Europacup-Finale mit österreichischer Beteiligung besiegt Paris Saint-Germain die Hütteldorfer in Brüssel mit 1:0.

UEFA-CUP/EUROPA LEAGUE:

1986/87: Der FC Swarovski Tirol eliminiert Sredetz Sofia (3:0,0:2), Standard Lüttich (2:1,2:3), Spartak Moskau (0:1,2:0) und AC Torino (0:0,2:1). Im Halbfinale ist gegen IFK Göteborg (1:4,0:1) Endstation.

1993/94: SV Salzburg schafft gegen Dunajska Streda (2:0,2:0), Royal Antwerpen (1:0,1:0), Sporting Lissabon (0:2,3:0 n.V.), Eintracht Frankfurt (1:0,0:1,5:4 im Elferschießen) und den Karlsruher SC (0:0,1:1) den Einzug ins Finale, wo Inter Mailand zweimal mit 1:0 die Oberhand behält.

2017/18: Red Bull Salzburg holt sich in der Gruppenphase der Europa League ohne Niederlage vor Olympique Marseille (1:0,0:0), Konyaspor (2:0,0:0) und Vitoria Guimaraes (1:1,3:0) Platz eins. In der K.o.-Phase setzen sich die Bullen nacheinander gegen Real Sociedad (2:2,2:1), Borussia Dortmund (2:1,0:0) und Lazio Rom (2:4,4:1) durch. Erst im Halbfinale kommt in der Verlängerung gegen Olympique Marseille das Aus (0:2,2:1 n.V.).

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Artikelbild: GEPA