Stürmer Jonas Wind sticht bei Dänemarks Sieg in Tel Aviv hervor
Nicht Dänemarks Top-Legionäre haben beim 2:0-Sieg der Skandinavier in Israel zum Auftakt der WM-Qualifikation für Furore gesorgt, sondern ein Spieler aus der heimischen Liga. Der beim FC Kopenhagen unter Vertrag stehende Jonas Wind bereitete am Donnerstagabend die Führung der Gäste in Tel Aviv vor und schoss die Entscheidung selber heraus. Der 1,90-m-Mann dürfte auch am kommenden Mittwoch in Wien gegen Österreich beginnen.
Wind stand anstelle des formschwachen Nizza-Angreifers Kasper Dolberg in der Startelf. Nach seinem erst fünften Länderspiel – den ersten Einsatz hatte er im vergangenen Oktober – hält der 22-Jährige nun bei drei Toren. Für Teamchef Kasper Hjulmand spricht das Verständnis mit seinen Offensivkollegen Yussuf Poulsen und Martin Braithwaite für Wind. Er führte das erste Tor an, als sein Schützling per Kopf auf Barcelona-Stürmer Braithwaite weiterleitete, der dank seines Speeds die Führung (13.) erzielte.
Beim 2:0 (67.) profitierte Wind von einem Fehler der Israelis. „Es ist sehr gut, wenn man als Stürmer trifft. Weil daran wirst du gemessen, selbst wenn es viele Facetten in einem Spiel gibt. Deshalb war es schön, dass ich dem Team helfen konnte“, sagte der Mittelstürmer nach Schlusspfiff. Er will am Sonntag in Herning gegen Moldau nachlegen, ehe die Reise nach Wien ansteht. Im Happel-Stadion könnten die Dänen dann bereits mit sechs Punkten im Rücken antreten.
Israel half selbst die Unterstützung der 5.000 zugelassenen Zuschauer auf den Rängen des Bloomfield Stadions nicht. Willi Ruttensteiner wollte das Positive hervorstreichen. „Natürlich bin ich nicht glücklich über das Ergebnis. Aber ich kann nichts anderes sagen, als dass es eine gute Vorstellung gegen eine wirklich starke Mannschaft war“, sagte der Teamchef der Israelis. Es habe viele Phasen im Spiel gegeben, in denen sein Team den Gegner gefordert habe.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit stand Israel bei einer Möglichkeit von Munas Dabbur knapp vor dem Ausgleich. Umso mehr ärgerte sich Ruttensteiner über die individuellen Fehler seiner Hintermannschaft. Israel trifft nun am Sonntag erneut zu Hause auf Schottland.
Für Ruttensteiner könnte es bei einer weiteren Niederlage früh ungemütlich werden. Israelische Medien zitierten am Freitag bereits ungenannte Quellen, die sich irritiert über Wortmeldungen und Aufstellung des Trainers zeigten. Zu den Aussagen des Österreichers, wonach oft nicht viel Unterschied zwischen Dänemark und Israel gewesen sei, zitierte das israelischen Nachrichtenseite „ynet“ ein Mitglied des Teams: „Offenbar haben der Trainer und wir ein komplett anderes Spiel gesehen. Wenn die Dänen nicht zurückgeschaltet hätte, hätte es in einem Crash geendet.“
(APA) / Bild: Imago

