Sturm bestätigt Rolle als erster Salzburg-Herausforderer

Die Hälfte des Grunddurchgangs der Bundesliga ist seit Sonntag gespielt und Sturm Graz hat sich bisher als einziger ernstzunehmender Konkurrent von Red Bull Salzburg im Meisterkampf entpuppt. Das Team von Christian Ilzer hat nicht nur dem Titelverteidiger die bisher einzige Saisonniederlage (2:1) zugefügt. Die Steirer feierten wie beim 2:1-Erfolg gegen die WSG Tirol auch wichtige dreckige Siege in Partien, in denen es nicht so gut lief.

„Die WSG hat es uns nicht leicht gemacht, wir selbst auch nicht. Wir waren in gewissen Phasen zu passiv. Es war wichtig, dieses Spiel zu gewinnen, wo nicht alles leicht von der Hand geht“, sagte Ilzer, der eine Weiterentwicklung bei seiner Mannschaft feststellte. „Im Vorjahr hätten wir vielleicht so eine Partie verloren“, erklärte der 44-Jährige. „Wenn man die Mentalitätsfrage stellt, so meine ich, dass wir sie heute bestanden haben“, war Rechtsverteidiger Jusuf Gazibegovic überzeugt.

Die englischen Wochen durch die Europa League scheinen jedenfalls bei den Grazern Wirkung zu zeigen. „Natürlich hat der Donnerstag Spuren hinterlassen. Vielleicht hat das Lazio-Spiel (0:0, Anm.) auch eine gewisse geistige Müdigkeit gebracht“, vermutete Ilzer. Deswegen wechselte er auch in seiner Startelf durch und brachte fünf Neue. „Ich rotiere nicht aus Aktionismus, sondern aus Überzeugung“, betonte er. Otar Kiteishvili und Emanuel Emegha feierten dadurch nach längeren Verletzungspausen ihr Startelf-Comeback, wiesen im Abschluss aber noch Defizite auf.

Der Sturm-Trainer zeigte sich alles in allem mit der Hinrunde seiner Mannschaft zufrieden. „Wir haben nach der Hälfte des Grunddurchgangs 24 Punkte, in Anbetracht der Herausforderungen eine gute Bilanz.“ Zwei Punkte fehlen nur auf Tabellenführer Salzburg.

Weniger glücklich war naturgemäß WSG-Coach Thomas Silberberger nach der knappen Niederlage. „Kein Vorwurf an die Mannschaft, ich bin stolz wie die Jungs aufgetreten sind. Wir haben aber bei Standards zweimal nicht aufgepasst.“ Kritik übte der Tiroler am Schiedsrichtergespann, das nach seiner Meinung ein Foul von David Schnegg an Nik Prelec in der zweiten Hälfte im Grazer Strafraum übersehen hatte. „Der VAR hätte bei genauer Ansicht auf Elfmeter entscheiden sollen“, meinte Silberberger, der nach der Partie heftig deswegen protestierte und dafür Gelb sah. „Mit den Schiedsrichtern ist es wie mit der Polizei, wenn man nicht freundlich ist, dann zahlt man.“

Schnegg musste kurz nach besagter Szene angeschlagen ausgetauscht werden. „Er hatte Schwindel und Kopfschmerzen, da muss man vorsichtig sein“, gab Ilzer Auskunft.

(APA)/Bild: GEPA