Sturm Graz „brennt“ auf Spiel gegen Serienmeister Salzburg

Es ist seit geraumer Zeit das Duell der beiden heimischen Topteams. In der siebenten Runde der Fußball-Bundesliga kommt es am Samstag (ab 19 Uhr live & exklusiv auf Sky Sport Austria 1 – streame das Spiel mit dem SkyX-Traumpass) in Graz erstmals in dieser Saison zum Duell zwischen „Vize“ Sturm und Meister Salzburg, der als Leader zwei Punkte vor seinem ersten Verfolger aus der Steiermark liegt. Die Grazer „brennen auf dieses Spiel“, wie Trainer Christian Ilzer betonte. Siege über Salzburg sind kein Ding der Unmöglichkeit, das zeigte schon die Vorsaison.

Ein 2:1-Heimerfolg im vergangenen Herbst sowie ein 0:0 in Wals-Siezenheim, dazu der Triumph im Cup-Viertelfinale im Februar – sie alle ließen 2022/23 die Hoffnungen der Sturm-Fans auf eine Wachablöse wachsen. Salzburg wehrte mit den beiden Siegen in der Meistergruppe den Angriff letztlich souverän ab, die Träume der Blackys sind aber nicht kleiner geworden. „Wir haben schon erlebt, dass sie nicht unantastbar sind. Wir müssen diesen Glauben ins uns tragen“, stellte Ilzer klar. „Wir sind zuversichtlich, was die Partie gegen die Übermannschaft in Österreich betrifft.“

Ilzer: „Werden darauf vorbereitet“

Vor ausverkauftem Haus (15.700) wartet laut Ilzer die „ultimative Herausforderung“ auf Stefan Hierländer und Co. Für Gerhard Struber, sein Pendant in Salzburg, hatte Ilzer jedenfalls viel Lob parat. „Ich habe ihn im Rahmen der UEFA-Pro-Lizenz kennen und, was Charakter und Persönlichkeit betrifft, schätzen gelernt. Seine Handschrift ist klar erkennbar. Sie spielen jetzt noch eine Spur geradliniger, schärfer. Wir wissen, was uns erwartet, werden aber darauf vorbereitet sein“, meinte der 45-Jährige.

Personell kann Ilzer im Gegensatz zu den Bullen quasi aus dem Vollen schöpfen. Auch die zahlreichen Nationalteameinsätze wirken nicht negativ nach, Amadou Dante kam von Malis Auswahl allerdings erst am Donnerstag wieder nach Graz. Möglich ist auch ein Einsatz des neuen Innenverteidigers Dimitri Lavalee aus Belgien. „Es ist gelungen, dass er unsere Prinzipien verinnerlicht, ohne im Kopf einen Overload zu erzeugen“, befand Ilzer.

Die Causa Schnegg, dem Teamchef Ralf Rangnick nach dessen Debüt beim 1:1 gegen Moldau ein Fitnessmanko in den 20 letzten Minuten angekreidet hatte, kommentierte Ilzer bewusst nüchtern. „Der Austausch mit dem ÖFB war immer ein sehr guter. Trainer sagen in der Emotion Dinge, das ist ganz normal. Faktum ist, dass er über 70 Minuten in allen Bereichen eine sehr gute Laufleistung hatte“, stellte Ilzer fest. „Wir haben uns ohne Drama ausgetauscht.“

Salzburg weiter mit Personalsorgen

Salzburgs Lazarett lichtet sich zwar langsam. So kehrten Nicolas Capaldo, Mamady Diambou, Daouda Guindo, Leandro Morgalla, Petar Ratkov und Oumar Solet ins Mannschaftstraining zurück. Fraglich ist aber, ob Solet und Morgalla schon bereit für eine Partie sind. Und weil auch die Einsätze der zuletzt erkrankten Strahinja Pavlovic und Kamil Piatkowski wackeln, droht Samson Baidoo im ungünstigsten Fall als einziger Innenverteidiger zur Verfügung zu stehen.

Das alles sieht Struber aber nicht als Hinderungsgrund an. „Uns erwartet ein absolutes Spitzenspiel gegen einen richtig starken Gegner. Sturm macht es auch in dieser Saison wieder sehr gut und ist uns nicht zufällig auf den Fersen“, betonte der mit Salzburg noch ohne Punktverlust dastehende Coach. Für sein Team ist das Duell in Graz nicht zuletzt der ultimative Härtetest vor dem Chamions-League-Start am kommenden Mittwoch bei Benfica Lissabon. Dennoch sei man „keinesfalls mit unseren Gedanken schon bei der Champions League, sondern ganz klar im Hier und Jetzt“, befand Struber. „Und da erwartet uns eine Top-Mannschaft, gegen die wir aber nicht von unserem Weg abweichen und gegen die wir gewinnen wollen.“

Einer, der für Unruhe in der Grazer Defensive sorgen soll, ist Roko Simic. „Sowohl wir als auch Sturm sind sehr gut in Schwung und haben in der Meisterschaft bisher kaum Schwächen gezeigt. Es wird also sicher ein Top-Spiel“, meinte der Kroate, der seinen Torbann zuletzt mit einem Doppelpack gegen Rapid brach. „Sturm hat den Kader gegenüber der letzten Saison kaum verändert, wir treffen auf eine starke und eingespielte Mannschaft. Aber auch wir spielen schon sehr kompakt und clever und wollen in Graz wieder drei Punkte holen.“

Innenverteidiger-Duo fraglich: Salzburg mit Abwehrsorgen vor Topspiel gegen Sturm

(APA)/Bild: GEPA