Sturm verabschiedet sich „versöhnlich“ aus der Europa League

via Sky Sport Austria

Zum Abschied noch ein zweiter Achtungs-Teilerfolg: Sturm Graz hat sich am Donnerstag mit einem 1:1 gegen AS Monaco ehrenvoll aus der Fußball-Europa-League verabschiedet. Das Out war schon zuvor festgestanden, die Leistung gegen den Ligue-1-Topclub konnte sich sehen lassen und brachte wie auch schon beim 1:1 bei Real Sociedad Zählbares. „Ein Punkt gegen ein Topteam, ich bin zufrieden, es gibt ein Sonderlob für meine Mannschaft“, sagte Sturm-Trainer Christian Ilzer.

Vor allem erste Hälfte, gestärkt durch den Traumstart mit einem verwandelten Foulelfmeter von Jakob Jantscher (7.), waren die Grazer das gefährlichere Team. Noch vor dem Ausgleich von Kevin Volland (30.) hätte man nachlegen können. „Wenn man gegen Monaco gewinnen will, muss man auf diesem Level die Topchancen nützen“, wusste Ilzer. Das war auch im Finish nicht der Fall, wo Kelvin Yeboah den Matchball ausließ und es damit verabsäumte, den Spielverlauf gegen in der zweite Hälfte dominierende Monegassen auf den Kopf zu stellen.

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Der Gegentreffer wurde durch einen von vielen Cornern eingeleitet. Volland staubte nach einer Parade von Jörg Siebenhandl im zweiten Versuch ab. „Ärgerlich war das Gegentor, wie schon gegen Eindhoven in Graz und in Sociedad jeweils nach Standardsituationen, wo wir nicht handlungsschnell genug waren“, analysierte Ilzer. Sehr zufrieden war er hingegen mit den Mittelfeldakteuren rund um Kapitän Jon Gorenc-Stankovic. „Sie waren für die gute Balance im Spiel verantwortlich“, betonte der Steirer.

Vom Aufstiegsrennen blieb sein Team weit entfernt, neben Monaco (12) und Sociedad (9) war auch PSV Eindhoven (8) erwartungsgemäß zu stark. „Die Europa League war extrem bereichernd. Diese Gruppe hat uns extrem gefordert. Es ist vergleichbar, wie wenn man in vier Monaten sieben Marathons läuft. Das kostet insbesondere die jungen Spieler, die das nicht gewohnt sind, viel Substanz“, verlautete Ilzer.

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Ergebnistechnisch könne man mit den zwei Punkten nicht zufrieden sein, auch da in der einen oder anderen Partie mehr möglich gewesen wäre. „Wir haben aber versucht, die eigenen Grenzen nach oben zu verschieben.“ Laut Siebenhandl, der die Punkteausbeute als „grundsätzlich okay“ bezeichnete, habe man ein bisschen zu viel Respekt gehabt. Am Donnerstag habe man die spielerisch beste Leistung abgeliefert. Alle waren sich daher einig, dass man von einem „versöhnlichen Abschluss“ sprechen konnte.

Die Kicker des Bundesliga-Dritten haben Lunte gerochen und wollen so schnell wie möglich zurück auf die Europacup-Bühne. „Das Entscheidende ist, dass wir aus den Spielen vieles mitnehmen können. Wir haben gesehen, wo der Unterschied besteht. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder dabei sind und mit mehr Erfahrung und Selbstvertrauen mehr Punkte machen können“, sagte Jantscher. Darauf hofft auch Manprit Sarkaria: „Es ist einfach geil, gegen die besten Mannschaften Europas zu spielen. Und wir haben gesehen, wenn man sich viel zutraut, kann man gegen jeden Gegner viel erreichen.“

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Laut ihm habe man ein „ganz anderes Gesicht“ als noch in Monaco gezeigt. Das blieb auch den Gästen nicht verborgen. „Ich bin mit dem Ergebnis gegen einen guten österreichischen Gegner zufrieden. Sturm hat es erste Halbzeit außerordentlich gut gemacht, war aggressiv mit hohem Pressing. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Raum, haben aber die Chancen nicht genützt“, resümierte Monaco-Trainer Niko Kovac.

Sein Team hatte trotz des Liga-Sonntagschlagers gegen Paris St. Germain auf eine große Rotation verzichtet und hat da eine Überraschung im Visier. „Wir sind ohne Niederlage Erster in einer Champions-League-Gruppe geworden. Klarer Favorit ist Paris, aber wir fahren dorthin, um zu überraschen“, gab der Kroate die Marschroute vor. Sturm beendet das Jahr 2021 am Sonntag bei Austria Klagenfurt, da soll der dritte Tabellenplatz gegen den drei Zähler dahinter liegenden Aufsteiger und Verfolger verteidigt werden.

(APA)

Bild: GEPA