Synchronschwimmerinnen in Baku schwer verletzt
Was passiert ist
Österreichs Synchronschwimmerin Vanessa Sahinovic ist am Donnerstag im Vorfeld der Europaspiele in Baku bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden. Laut Alfred Engel, dem Chefarzt des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), erlitt die 15-jährige Niederösterreicherin „ein Polytrauma mit Mehrfachfrakturen“. Auch ihre Teamkolleginnen Verena Breit und Luna Pajer wurden verletzt.
Die drei 15-jährigen Synchron-Schwimmerinnen aus Österreich waren Donnerstagfrüh auf dem Gehsteig im Athleten-Dorf unterwegs, als sie laut ÖOC von einem Shuttle-Bus angefahren wurden. „Wir sind von dem Vorfall erschüttert, haben umgehend alle notwendigen Sofortmaßnahmen eingeleitet“, betonte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel.
Rücktransport nach Wien
Die Niederösterreicherin Breit kam mit leichten Verletzungen davon – sie erlitt eine Oberschenkel-Prellung am rechten Bein, konnte aber nach gut einer Stunde zurück ins Athleten-Dorf gebracht werden. Sahinovic und Pajer wurden in der Universitätsklinik von Baku erstversorgt, wo die Entscheidung getroffen wurde, umgehend den Rücktransport einzuleiten. Die beiden Mädchen wurden schnellstmöglich mit dem Ambulanzjet von Baku nach Wien gebracht.
„Bei Luna Pajer wurde eine Armverletzung, die eine weitere Abklärung benötigt, festgestellt“, erklärte Engel zum Zustand der Wienerin. ÖOC-Teamarzt Robert Kandelhart begleitete die beiden im Ambulanzjet, um „die bestmögliche, effiziente Versorgung“ sicherzustellen.
Sahinovic außer Lebensgefahr
Mittlerweile ist die 15-Jährige außer Lebensgefahr, befindet sich jedoch in einem Wiener Krankenhaus in künstlichem Tiefschlaf. Die Folgen des Unfalls sind noch nicht absehbar, es drohen Schäden bis zu einer Querschnittlähmung.
Teamkollegin Luna Pajer, die einen Knochenbruch erlitten hatte, soll das Spital bald verlassen können.
Der aktuelle Stand der Dinge
Sahinovic wurde in Wien die ganze Nacht über operiert und wird auch in den nächsten Tagen noch weitere Operationen über sich ergehen lassen müssen. Neben multiplen Knochenbrüchen im Beckenbereich und am Oberschenkel ist auch die Wirbelsäule stark betroffen. Wie das ÖOC bekannt gab, könne über den Ausgang des Genesungsverlaufes derzeit noch keine genaueren Angaben gemacht werden.
Wettkampf trotz Schock
„Wir stehen noch immer unter Schock. Es ist schwer zu begreifen, dass im Athleten-Dorf am Gehsteig- ohne jegliches Verschulden der Mädchen – ein tragischer Unfall passiert“, meinte ÖOC-Präsident Karl Stoss am Rande der Duett-Qualifikation im Synchronschwimmen in Baku.
„Das Wichtigste ist die Gesundheit der Mädchen!“„Das Wichtigste ist die Gesundheit der Mädchen!“ÖOC-Präsident Dr. Karl Stoss und ÖOC-Chefarzt Dr. Alfred Engel über den Status quo nach dem tragischen Verkehrsunfall.
Posted by Olympic Team Austria on Donnerstag, 11. Juni 2015
Anna-Maria und Schwester Eirini-Marina Alexandri hatten sich trotz des tragischen Unfalls – auch auf Anraten der Psychologen und Ärzte – entschlossen, im Duett anzutreten. Die beiden 17-jährigen „schwammen für Vanessa“ und belegten Rang vier. „Größte Hochachtung, das war eine tolle sportliche Leistung, aber auch eine psychische Höchstleistung, wenn man bedenkt, unter welchem Druck die beiden standen“, sagte Stoss.
Schwimmen für VanessaSchwimmen für VanessaUnter großer Anteilnahme und unterstützt von der ÖOC-Spitze nahmen die österreichischen Synchron-Schwimmerinnen Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri bei den European Gameas in Baku am Duett-Vorkampf teil.
Posted by Olympic Team Austria on Freitag, 12. Juni 2015