Team Europa mit Straka gewinnt erneut Ryder Cup gegen USA

Europas Spitzengolfer haben in der hitzigen Atmosphäre des 45. Ryder Cups mit viel Mühe ein historisches Comeback der US-Stars verhindert und ihren Titel verteidigt. Am spannenden Finaltag im Bethpage State Park von Long Island holten die Europäer erst durch den Iren Shane Lowry im achten von elf gespielten Single-Matches den entscheidenden 14. Punkt.

Lowry machte um 17.15 Uhr Ortszeit mit einem kurzen Putt den „Auswärtssieg“ perfekt und sorgte beim Großteil der über 50.000 Fans für lange Gesichter. Es war Europas elfter Sieg bei den vergangenen 15 Ausgaben – und zudem der erste Ryder-Cup-Auswärtssieg seit 2012, als die Europäer das „Wunder von Medinah“ in Illinois vollbrachten.

Trotz Straka-Niederlage: Europa vor erfolgreicher Titelverteidigung im Ryder Cup

Die Europäer waren mit einem beruhigenden 11,5:4,5-Vorsprung in den entscheidenden Sonntag gegangen. „Ich hätte nicht mit einem so großen Vorsprung gerechnet“, sagte Teamkapitän Luke Donald. Weil der angeschlagene Schwede Victor Hofland am Sonntag nicht antreten konnte, wurde dessen Match gemäß den Regeln mit 0,5:0,5 gewertet.

US-Team verpasst Aufholjagd

Zwei Siege aus den verbleibenden elf Matches reichten Europa damit zum Sieg. Ein 5:12-Rückstand war hingegen für die USA der größte vor dem Finaltag seit 1979. Und: Noch nie hat ein Team am Ryder-Cup-Sonntag einen größeren Rückstand als vier Punkte wettgemacht. Die Gastgeber schnupperten am größten Comeback in der Geschichte des erstmals 1927 – damals noch zwischen den USA und Großbritannien – ausgespielten Cups, mussten sich am Ende aber geschlagen geben.

In der erneut hitzigen Atmosphäre im US-Bundesstaat New York versuchten die US-Golfer alles, um ein „Bethpage-Miracle“ Wirklichkeit werden zu lassen. Cameron Young verkürzte gegen den früheren US-Open-Champion Justin Rose, mit 45 Jahren der mit Abstand älteste Golfer beider Teams, auf 6:12. Justin Thomas brachte die Amerikaner auf 7:12 heran, der Weltranglistenerste Scottie Scheffler besiegte dazu Masters-Sieger Rory McIlroy. Der Schwede Ludvig Aberg sorgte gegen Patrick Cantlay für einen immens wichtigen Punktgewinn für Team Europa. Auch Xander Schauffele und J.J. Spaun holten Punkte für die USA – dann behielt Lowry gegen Russell Henley die Nerven auf der 18.

Wermutstropfen war die Niederlage von Sepp Straka mit Jon Rahm am letzten Loch gegen J.J. Spaun und Xander Schauffele. Straka unterlag zudem Spaun am Schlusstag.

„Das waren ehrlich gesagt die schwersten Stunden meines ganzen Lebens. Ich kann nicht glauben, dass dieser Putt reingegangen ist“, meinte Lowry nach seinem hart erkämpften Unentschieden gegen Russell Henley, wodurch Europa auf 14 Zähler aufstockte und sich den Cup-Erhalt sicherte. Das darauffolgende Remis von Hatton gegen Collin Morikawa sorgte für den Sieg.

Der 46. Ryder Cup findet in zwei Jahren in Irland statt. Austragungsort ist das Premiere Irish Golf Resort in Adare, Limerick.

Kuriose Regel sorgt für Diskussionen

Für Diskussionen sorgte allerdings eine kuriose und selten angewandte Regel, die der Donald-Truppe einen halben Punkt bescherte, ohne auch nur einen Schlag ausgeführt zu haben. Der Norweger Viktor Hovland, der schon am Samstagnachmittag verletzt passen musste, konnte am Schlusstag wegen einer Nackenblessur nicht zu seinem Einzel-Duell mit Harris English antreten. Laut Captain’s Agreement des Cups wurde damit der Punkt geteilt.

Der „alte“ Kontinent führt damit in der modernen Ryder-Cup-Ära seit 1979 nun mit 13:9-Siegen bei einem Remis. Bis 1977 hatten sich in dem prestigeträchtigen Kontinentalvergleich nur Spieler aus Großbritannien und später auch aus Irland mit den US-Amerikanern gemessen. Insgesamt führen die Staaten noch mit 27:16 bei zwei Unentschieden.

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(SID/APA/Red).

Beitragsbild: Imago.