Tennis: Nadal nach Paris-Triumph mit Topchance auf Rückkehr zur Nr. 1
Mit seinem insgesamt dritten Paris-Titelgewinn ohne Satzverlust nach 2008 und 2010 legte Nadal den zweitbesten Major-Lauf in der 1968 begonnenen Open Era hin. Nur der Schwede Björn Borg 1978 auch in Paris gab mit damals 32 weniger Games auf den Weg zum Titel ab. Im Endspiel gingen nur sechs der 23 Games an Gegner Stan Wawrinka. Mit 57 Punkten gewann er nur 62 Prozent von Nadals Ausbeute (94).
„All die Dinge, die mir in diesem Turnier passiert sind – das war magisch“, sagte Nadal nach seinem 53. Titelgewinn auf Sand bzw. seinem 15. Grand-Slam-Triumph, womit er im ewigen Major-Ranking bei den Herren hinter Roger Federer (18) alleiniger Zweiter ist. „Ich hatte einige harte Momente, Verletzungen. Daher ist es großartig, erneut so einen großen Erfolg wie diesen zu haben.“
Den Unterschied im Finale machte auch Wawrinkas Vorhand-Schwäche aus. Er hatte damit vor zwei Jahren in Paris gegen Novak Djokovic den Titel geholt, indem er gegen den Serben 60 Winner schlug. Diesmal waren es nur elf. Nadal wiederum war primär bei kurzen Ballwechseln überlegen. Je länger der Ball im Spiel war, desto eher bot Wawrinka Paroli. Nadal präsentierte sich sicher am Netz und im Service.
Das Duell des 31-jährigen Nadal mit dem 32-jährigen Wawrinka war das „älteste“ Paris-Finale seit 1969, als Rod Laver Ken Rosewall besiegt hatte. Es brachte dem neuen Weltranglisten-Zweiten seinen vierten Saisontitel, womit er in dieser Wertung die alleinige Führung übernommen hat. Nadal selbst war bei seinem Paris-Debüt 2005 auch selbst der davor letzte, als Nummer vier gesetzte Grand-Slam-Gewinner gewesen.
Nachdem Federer 35-jährig im Jänner bei den Australian Open ein beeindruckendes Sieg-Comeback auf Major-Ebene gefeiert hatte – im Finale gegen Nadal -, zog der nun nach. Beide hatten davor drei Jahre und länger kein Major gewonnen. Nicht Djokovic oder der Weltranglisten-Erste Andy Murray haben heuer bisher dem Ansturm der Jugend am besten standgehalten, sondern die beiden großen Rivalen vergangener Tage.
Und die Chancen stehen gut, dass sich Nadal und Federer am Jahresende um die Nr-1-Position duellieren werden. Federer ist hinter dem seit Sonntag schon für das Londoner World-Tour-Finale qualifizierten Nadal noch immer Nummer zwei im „Race“, obwohl er nach seinem Miami-Triumph am 2. April erst diese Woche in Stuttgart auf seinem Lieblingsbelag Rasen auf die Tour zurückkehrt.
Nadal fehlen im Ranking aktuell zwar noch 2.605 Zähler auf Murray, aber er hat heuer nur noch 370 Punkte zu verteidigen. Der Weltranglisten-Fünfte Federer hat auch nur noch 900 Punkte aus 2016 stehen, hatte er doch nach seinem Out im Wimbledon-Halbfinale die Saison beendet. Tatsache ist, dass seit 2004 immer entweder der „Race“-Erste oder -Zweite nach den French Open am Jahresende die Nummer eins war.
Während Federer jedenfalls nun wieder in die Schlagzeilen drängt, widmeten sich die Montag-Gazetten noch ganz dem Triumph Nadals. „Unsterblicher Rafael Nadal“, war bei Frankreichs „Le Figaro“ zu lesen. In Spanien bezeichnete „El Mundo“ den 10. Titel Nadals als „Zahl für die Ewigkeit“ und in der „Neuen Zürcher Zeitung“ stand: „Wie Roger Federer straft er (Nadal) alle jene Lügen, die ihn bereits abgeschrieben haben.“
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