Thalhammer vs. Ismael: Der große Vergleich der LASK-Trainer

von Martin Wallentich

Schwierige Zeiten für den LASK nach dem Auftakt in der Meistergruppe: Nach der Niederlage der Vorwoche hofft die Elf von Trainer Dominik Thalhammer gegen den Wolfsberger AC (ab 13:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Austria 2 – streame das Spiel live mit dem SkyX-Traumpass) auf die Wende. Für den Betreuer geht es gleichzeitig auch um sein eigenes Standing im Team: Derzeit hat der aktuelle ASK-Coach gegenüber seinem Vorgänger Valerien Ismael in manchen Bilanzen das Nachsehen.

Nach den historischen Erfolgen seiner Vorgänger Oliver Glasner und Valerien Ismael musste Thalhammer von Beginn an in große Fußstapfen treten. In der bisherigen Saison konnte Thalhammer nicht ganz an die Bilanz des Ex-Bayern-Profis anknüpfen.

Die derzeitigen Rückschläge des LASK sowie Ismaels Erfolgslauf mit Barnsley sorgen zudem für verspätete Kritik an der umstrittenen Trennung im vergangenen Sommer. Tatsächlich unterschieden sich die Statistiken beider Trainer in einigen Punkten voneinander.

Doppelter Rückschritt bei Resultaten & Punkteschnitt

In den bisherigen 23 Saisonspielen ging der LASK 13 Mal als Sieger vom Platz, dem stehen aber sieben Niederlagen zu Buche. Nur eine weniger musste Ismael in der gesamten Vorsaison hinnehmen, ihm gelangen allerdings insgesamt 20 Siege.

Auffällig dabei ist, dass nur zwei von Ismaels Niederlagen aus dem Grunddurchgang resultieren, bei Thalhammer waren es im ersten Saisonabschnitt gleich sechs Pleiten.

LASK bittet WAC zum Duell der Verlierer

Vergleicht man den wettbewerbsübergreifenden Punkteschnitt der Trainer, so lässt sich ein nahezu identischer Wert erkennen: Thalhammer kommt auf 1,97 Punkte pro Spiel, Ismael minimal mehr auf 1,98. Stärker unterscheidet sich der Bundesliga-Schnitt: Jener des aktuellen LASK-Coaches sinkt so auf 1,83, der seines Vorgängers erhöht sich hingegen auf zwei Zähler pro Spiel.

Nimmt man wiederum nur die jeweils ersten 23 Bundesligarunden in die Statistik auf, werden die Unterschiede noch deutlicher: Mit 54 Punkten hat der nunmehrige Barnsley-Coach im gleichen Zeitraum ganze zwölf Zähler mehr als der Ex-ÖFB-Teamchef auf dem Konto. Auch in der Liga schlug sich diese starke Bilanz unter Ismael nieder: Die zwischenzeitliche Tabellenführung verlor der LASK in der Vorsaison erst am 23. Spieltag durch eine Niederlage gegen Hartberg sowie einen vorangehenden Punkteabzug.

Nicht nur punktemäßig ist die Lücke in dieser Saison zur Konkurrenz angewachsen: 2020/21 wurden jeweils beide Duelle gegen das Spitzenduo Salzburg und Rapid verloren – unter Ismael sicherte man sich im Grunddurchgang hingegen einen Sieg gegen Rapid sowie ganze vier Punkte gegen Salzburg.

Stabile Defensive – Verletzungssorgen im Angriff

Auch die einzelnen Mannschaftsteile haben sich statistisch unterschiedlich stark weiterentwickelt: Die Defensive ist trotz mehrerer Niederlagen ähnlich kompakt wie im Vorjahr. Mit 23 Gegentreffern erhielt die Mannschaft in den aktuellen 23 Runden nur ein Tor mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Mit Gernot Trauner stellte man zudem den besten Verteidiger im “Sky Sport Player Index”-Ranking.

Sky Sport Player Index: Gernot Trauner ist Verteidiger des Grunddurchgangs

Größer ist die Differenz bei den erzielten Treffern: 51 Tore stehen hierbei aktuell 42 Treffern gegenüber. Allerdings hat die ASK-Offensive in dieser Spielzeit einige schmerzhafte Ausfälle zu verkraften: Andreas Gruber und Marko Raguz fallen nach Kreuzbandrissen schon seit längerer Zeit aus.

Nachdem auch Angriffs-Neuzugang Mamadou Karamoko nicht matchfit ist, hat Thalhammer ganz vorne kaum Alternativen zu Dauerbrenner Johannes Eggestein. Im Herbst fehlten zudem Thomas Goiginger, Marvin Potzmann und Dominik Reiter wochenlang.

Im Vergleich dazu blieb der LASK unter Ismael im ersten Saisonabschnitt von langen Verletzungen, mit Ausnahme von Abwehrspieler Christian Ramsebner, weitestgehend verschont.

Besondere Erfolge in Europa League & ÖFB-Cup

Abseits der Bundesliga gelangen aber beiden Coaches eindrucksvolle Erfolge mit den Oberösterreichern: Thalhammer führte den LASK heuer ins erste ÖFB-Cupfinale seit 1999 und übertraf somit den Halbfinal-Einzug des Vorjahres.

Unter dem französischen Coach gelang hingegen das beeindruckende Weiterkommen ins CL-Play-off sowie über die anschließende Europa-League-Teilnahme der Sprung bis ins Achtelfinale. An der EL-Gruppenphase nahmen die Linzer auch in dieser Saison teil. Nach der erfolgreichen Qualifikationsphase verpasste man diesmal allerdings knapp den Sprung in die K.O.-Phase.

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(Red.)

Beitragsbild: GEPA.