Thiem vor ATP Finals: „Es kann vieles passieren“

Bereits zum zweiten Mal in Folge starten für Dominic Thiem (4) am Montag die mit acht Millionen Dollar dotierten ATP Finals in London (ab Sonntag täglich live und exklusiv auf Sky Sport HD). Neben dem Österreicher ist aus dem Vorjahresfeld nur noch Marin Cilic auch dieses Jahr dabei. Mit Rafael Nadal, Grigor Dimitrov und David Goffin bekommt es Thiem in der Gruppe „Pete Sampras“ allerdings mit äußerst harten Gegnern zu tun.

Seine erste Partie bei den diesjährigen ATP Finals bestreitet Österreichs Nummer eins gegen Grigor Dimitrov. Im aktuellen Head to Head führt Dominic Thiem gegen den Weltranglistensechsten mit zwei zu eins Siegen. Im exklusiven Sky-Interview schätzt Thiem die erste Partie als sehr wichtig ein: „Ich glaube, dass der Sieger von uns, von dem Match, gute Chancen hat aufzusteigen und ich denke, dass wenn die besten acht Spieler der Saison zusammenkommen, vieles passieren kann.“

Zu den absoluten Favoriten bei den diesjährigen Finals in London zählt natürlich das Duo an der Spitze der Weltrangliste, Rafael Nadal und Roger Federer. Hinter der Form des Weltranglistenersten Rafael Nadal steht nach der Aufgabe im Viertelfinale von Paris allerdings ein Fragezeichen. Der zehnfache French-Open-Sieger musste das Turnier wegen starker Schmerzen im rechten Knie vorzeitig beenden. Sein Trainer, Carlos Moya, spricht aber nur von einer Vorsichtsmaßnahme. “Rafa geht es gut, das Knie ist in Ordnung. Er hat nur ausgesetzt, um kein Risiko einzugehen. Er wird konkurrenzfähig sein, denn es ist das einzige Turnier, das er noch nicht gewonnen hat”, sagte Moya am Rande der “NextGen”-Finals in Mailand.

Thiem-Coach Günter Bresnik sieht aber ohnehin den Schweizer Roger Federer als Favoriten: „Favorit ist haushoch Federer, weil der in der Halle richtig gut ist”. Der Weltranglistenzweite könnte dieses Jahr seinen siebten Titel beim Saisonabschluss-Turnier der ATP einfahren, zuletzt ging er 2011 als Sieger hervor. Außerdem ist Federer der einzige Spieler im Feld, der das Masters in London bis dato gewinnen konnte, selbst Rafael Nadal kann diesen Titel in seiner 75 Siegestrophäen umfassenden Sammlung noch nicht aufweisen.

Dominic Thiem selbst will sich nach seinen zuletzt eher bescheidenen Leistungen auf jeden Fall steigern. Seine Chancen auf einen Semifinaleinzug sieht der 24-Jährige jedenfalls realistisch: „Ich hoffe natürlich, dass ich vielleicht ins Semifinale einziehen kann, aber in erster Linie will ich wieder gutes Tennis zeigen und dann sind die Chancen auch größer, dass ich wieder Siege einfahre.“ Nach den vorerst ausgeräumten Problemen mit den wunden Stellen an den Füßen seines Schützlings, blickt auch Thiems Coach Günter Bresnik vorsichtig optimistisch in Richtung der Finals: „“Dominic war heuer bei allen Grand-Slam-Turnieren im Achtelfinale oder besser, dann hat er bei den Masters-1000 und gegen große Spieler gut gespielt”, sagte Bresnik gegenüber der APA (Austria Presse Agentur).

Dominic Thiem im Sky-Interview

Von Franz Verworner