Thomas Reifeltshammer bei „Talk & Tore“: „Ich bin absolut überzeugt, dass wir die Qualität haben, um die Liga zu halten“

  • Michael Novak über die letzten Spiele unter Robin Dutt: „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat uns als Mannschaft nicht mehr gefallen“
  • Thomas Reifeltshammer: „Solange ich das Gefühl habe, ich kann dem Verein helfen, werde ich zu 100% für den Verein da sein“
  • Donis Avdijaj über Trainer Markus Schopp: „Wir wissen in der Mannschaft und als Verein, dass wir einen Trainer haben, der auch ganz woanders hätte sein können“

Der Free-to-Air Montag auf Sky: Zu Gast bei „Talk & Tore“ waren der sportliche Leiter der SV Guntamatic Ried Thomas Reifeltshammer, WAC-Spieler Michael Novak und TSV Hartberg-Spieler Donis Avdijaj.

Die ganze Folge zum Nachsehen:

Alle Stimmen zu „Talk & Tore“

Thomas Reifeltshammer (Sportlicher Leiter SV Guntamatic Ried):
…über das Wiener Derby: „Ein super Derby zum Ansehen als neutraler Beobachter. Extreme Werbung für den österreichischen Fußball.“

…über das Spiel gegen die WSG Tirol: „Nach dem Spiel gegen Hartberg war es sehr wichtig, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt. Speziell in der ersten Halbzeit war es sehr ordentlich von der Mannschaft. Es ist keine leichte Situation, wenn du so ein Spiel gegen Hartberg hast und ein paar Tage später wieder ein Heimspiel, wo du als Mannschaft, als Verein, als Verantwortlicher sehr unter Druck stehst. Die Mannschaft ist sehr gut umgegangen damit und den Punkt nehmen wir mit, denn der kann womöglich noch entscheidend sein.“

…über Emotionen im Fußball: „Emotionen sind nach dem Spiel logisch, aber irgendwann muss man die Emotionen wieder rausnehmen, auch inhaltlich die Dinge richtig analysieren, kühlen Kopf bewahren und positiv weitermarschieren. Das ist eine Devise, die man als Verantwortlicher mitbringen muss.“

…über Druck im Abstiegskampf: „Natürlich ist es keine leichte Situation, aber jeder von uns hat sich auf den Profisport eingelassen. Es sind Emotionen dabei, negative wie positive. Das macht den Sport in Wahrheit auch so schön. Wenn du in Drucksituationen Spiele gewinnst und die Siege danach feierst als Team, nicht nur als Mannschaft, sondern der gesamte Verein, kann das positive Emotionen auslösen. Das macht den Sport einfach aus. In Drucksituationen Siege gemeinsam feiern, das macht süchtig.“

…darüber, wie viel Freude die Arbeit im Abstiegskampf macht: „Sehr viel Freude. Wir haben ein Privileg, dass wir im Fußball arbeiten dürfen. Es schweißt zusammen. In einer Kabine, wie es dort zugeht, speziell nach Siegen, dieses Gefühl bekommt man nur schwierig irgendwo anders. Niederlagen sind Phasen, die dazugehören. In diesen Phasen reift man als Persönlichkeit, als Spieler, als Verantwortlicher. Auch in diesen Phasen muss man positiv bleiben und viele Dinge mitnehmen.“

…über das Ligaformat: „Es gibt viele Interessen. Die eine Seite sind die Vereine und die Spieler, auf der anderen Seite sind Medien, Fans, neutrale Beobachter und Sponsoren. Fußball ist Unterhaltungsbranche und in der Qualifikationsgruppe wird man sehr gut unterhalten. Ob die Qualität der Spiele dann gut ist, lasse ich dahingestellt. Wir als Verein SV Guntamatic Ried sind das dritte Jahr in der Bundesliga. Im ersten Jahr haben wir profitiert von der Punkteteilung, im zweiten Jahr haben wir 16 Punkte Vorsprung gehabt und sind noch hinten reingerutscht und heuer haben wir wieder profitiert. Man weiß als Verein, worauf man sich einlässt. Die Spannung ist absolut gegeben.“

…über den Einsatz von jungen Spielern im Abstiegskampf: „Unterm Strich ist der Druck so enorm auf die Verantwortlichen, speziell die Trainer, dass man eher den routinierten Spielern den Vorzug gibt. Für mich gibt es da nicht jung oder alt. Speziell bei uns haben jetzt auch in dieser Phase immer wieder junge Spieler die Chance bekommen. Nicht weil sie jung sind, sondern weil wir von der Qualität dieser Spieler überzeugt sind. Aber natürlich ist der Druck so enorm, dass es viele Vereine gibt, die eher den älteren Spielern den Vorzug geben.“

…über den Abstiegskampf: „Es ist keine leichte Situation. Aus solchen Phasen kann man aber auch sehr viel mitnehmen. Ich glaube schon, dass wir ein Verein sind, der dann wieder zusammensteht und wir marschieren gemeinsam weiter. Wir haben noch sieben Runden zu spielen und da geht es nur gemeinsam. Ich bin absolut überzeugt, dass wir die Qualität haben, um die Liga zu halten.“

…über die Kritik der Fans: „Menschlich ist es natürlich nicht angenehm. Natürlich hat man schlaflose Nächte und überlegt viel. Solange ich das Gefühl habe, ich kann dem Verein helfen, werde ich zu 100% für den Verein da sein. Ich kann die Forderungen der Fans natürlich nachvollziehen. In dieser Phase muss man den Dialog mit den Fans suchen, damit sie auch gewisse Hintergründe besser verstehen können. Es war ein sehr konstruktives und positives Gespräch. Man hat es beim Spiel gegen Tirol wieder gesehen, dass die Fans 90 Minuten die Mannschaft absolut unterstützt haben.“

…über eigene Fehler: „Wir haben in der letzten Transferzeit gewisse Dinge aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzen können. Wir haben uns in der Kaderplanung eine Achse zurechtgelegt und die ist uns leider im Laufe der Saison weggebrochen. Wir haben als Team versucht, diese im Winter aufzufangen, was uns unter dem Strich in der Wintertransferzeit besser gelungen ist. Natürlich gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die ich jetzt anders machen würde. Fehler machen ist menschlich und das Wichtigste ist, was man aus diesen Fehlern lernt.“

…über die Probleme in der Offensive: „Wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft, ist unser großes Problem die Offensive. Da haben wir mit Marco Grüll und Ante Bajic die letzten zwei Jahre jedes Jahr unseren besten Torschützen verloren. Wir haben im Sommer versucht, mit Christoph Monschein das ein bisschen aufzufangen. Das ist uns in dieser Form nicht gelungen.“

…über Stefan Nutz: „Stefan hat damals beim Aufstieg einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass der Verein wieder in der Bundesliga spielt. Untypisch für Stefan eine solche Verletzung. Wir haben ihm unmittelbar nach der Diagnose ein Vertragsangebot vorgelegt, dass er nächstes Jahr auch bei uns im Verein eine wichtige Rolle spielt. Wir werden ihn nicht hängen lassen und ich hoffe, dass er noch länger bei uns im Verein bleibt.“

…über Samuel Sahin-Radlinger: „Sami hat man nicht überzeugen müssen von unserem Verein. Wer Sami kennt, der ist ein Local Hero in Ried. Er ist seit seinem ersten Lebensjahr Fan von diesem Verein und hat ein unglaubliches Standing. Logisch, dass Sami sich mit seinen Leistungen für andere Vereine empfohlen hat. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es einfach ein unglaubliches Zeichen von ihm. Solche Qualität würden wir im Tor nicht bekommen, wenn Sami nicht in Ried geboren und sich so mit dem Verein identifizieren würde. Für mich ist er einer der besten Torhüter Österreichs.“

…über die vielen Trainerwechsel der letzten Jahre: „Beim ersten Trainer, Andreas Heraf, war eine Situation, wo Andi auf uns zugekommen ist und in der Form nicht mehr weitermachen konnte. Hier waren uns als Verein die Hände gebunden. Dann ist eine Situation eingetreten, wo sehr viele Trainerwechsel gewesen sind in den letzten Jahren, was für Spieler nie angenehm ist. Mit Robert Ibertsberger und Christian Heinle waren zwei Trainer am Werk, wo man gesagt hat, man trennt sich. Als Vereinsverantwortlicher hat man dann nicht mehr die Mittel. Ein Mittel ist der Trainerwechsel. Das war letztes Jahr bei Robert Ibertsberger so und jetzt auch bei Robert Heinle.“

…über Maximilian Senft: „Ich bin zu 100% von ihm überzeugt. Es war eine mutige Entscheidung, aber wir sind völlig von dieser Entscheidung überzeugt gewesen. Er hat auch Mut, wenn er junge Spieler reinwirft, weil er von der Qualität dieser Spieler überzeugt ist.“

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Michael Novak (Spieler RZ Pellets WAC):
…über den Abstiegskampf in Österreich: „In Österreich hängt für einen Verein extrem viel dran, wenn er absteigt. Wenn man es mit anderen Ligen vergleicht, sind vielleicht mehr Fans betroffen, aber in Österreich geht es um Mitarbeiter, die nächstes Jahr vielleicht nicht mehr ihren Job haben, wenn man nicht in der Bundesliga spielt. Für die Spieler selbst geht es um viel. Wenn man noch Vertrag hat, ist das Gehalt nicht mehr überdurchschnittlich, sondern ist plötzlich am Minimum. Da hängt für Verein, Fans und Spieler sehr viel dran. Das beschäftigt einen.“

…über das letzte Spiel gegen Austria Lustenau: „Natürlich ist uns allen ein Stein vom Herzen gefallen. Vor allem, weil das Spiel davor einfach nicht das war, wie wir es uns vorstellen und wir eine Reaktion zeigen wollten. Wir haben uns vorgenommen, auf Rückschläge, die kommen werden, positiv zu reagieren. Genau das hat das Spiel gebracht, es ist nicht so gestartet, wie wir es wollten. Wir waren unsicher, aber wir haben uns zurückgekämpft. In diesem Sinne ist der Sieg wahrscheinlich noch mehr wert als die Punkte und die Tore, die wir dort geschossen haben.“

…darüber, was dem Wolfsberger AC derzeit fehlt: „In unserem Fall reden wir von Selbstvertrauen. Körperlich sind wir da und Qualität haben wir. Bei uns ist es einfach das Selbstvertrauen, der Glaube an die eigenen Stärken. Da ist das Gold wert. Aber natürlich ist das mit diesem Sieg kein Lichtschalter, den man einschaltet, sondern es ist ein Prozess.“

…über die Lehren aus dem Spiel gegen die WSG Tirol: „Wir haben es aufgearbeitet. Da sieht man, dass wir unter der Woche eine gute Arbeit mit dem Trainerteam gemacht haben. Wir haben in Tirol nicht die mentale Antwort im Kopf gehabt, mit einem Rückstand umzugehen. Wir haben uns dann zusammengesetzt und gesagt, Rückstände sind ganz normal. Wir müssen einen Weg finden, wie wir wieder aufstehen. Das hat die Mannschaft über die Woche sich sehr zu Herzen genommen.“

…über den Druck für Spieler: „Natürlich ist es etwas, das man immer im Hinterkopf hat. In Österreich hat es doch einen großen Einfluss auf Karrieren und Verläufe von Vereinen. Auf der anderen Seite als Spieler habe ich das Gefühl, dass man es sich nicht immer aussuchen kann. Du kannst es entweder als Chance oder als Risiko sehen. Wenn du es als Chance sieht, kannst du jede Woche entscheiden und deine Chancen erhöhen, indem man gut trainiert, indem man sportlich lebt, indem ich versuche, für meine Mitspieler da zu sein. Wenn ich viele dieser Dinge mache, kann ich meine Chancen erhöhen. Dann werde ich am Wochenende eher einen Sieg einfahren, als wenn ich es als Risiko sehe.“

…über die Situation beim Wolfberger AC: „Wir haben talentierte Spieler, wir haben Spieler mit Herz, wir haben ein super Trainerteam. Wir haben es bis jetzt noch nicht so auf die Reihe gebracht, aber an jedem Tag, an dem wir weiterarbeiten, werden wir stärker. Für unsere jungen Spieler, die wir haben, ist es eine Riesenchance. Sie lernen den Fußball von einer Seite kennen, die sie bisher nicht so gehabt haben, aber die gehört auch dazu. Es ist hart, es gibt oft eine auf die Nase und es gibt auch vielleicht ab und zu etwas Angst, die dabei ist. Aber wenn du das in die richtigen Kanäle bringst, macht es dich stärker. Ich sehe bei uns alles gegeben, damit wir da sehr stark herausgehen.“

…über den Einsatz von jungen Spielern im Abstiegskampf: „Es kommt auf die Qualität der Spieler an. Es müssen jene spielen, die dir die besten Chancen geben zu gewinnen. Natürlich hat ein routinierter Spieler schon mehr erlebt und auf den ein oder anderen Rückschlag die bessere Antwort. Das muss nicht so sein, aber es ist eine Hilfe. Ich denke schon, dass eine solide Basis an routinierten Spielern in diesen Momenten helfen kann, dass man nicht so tief ins Loch rutscht und auch den jungen Spielern helfen kann, schneller wieder in die Spur zu finden.“

…über den Einfluss von Trainerwechseln: „Es ändert sich meistens die komplette Denkweise, weil die Verantwortlichen den Trainer wechseln, weil sie mit der Spielweise nicht zufrieden sind. Meistens kommt dann jemand, der für etwas anderes steht. Da kommt ein komplett anderes Gedankengut auf einen zu. Die Hierarchien werden wieder durchgewürfelt. Eine festgefahrene Situation wird aufgelockert.“

…über den Unterschied zwischen Robin Dutt und Manfred Schmid: „In der Philosophie, wie man ein Spiel angeht, ist es ein Riesenunterschied. Ist es vorher mehr darum gegangen, die Tiefe zu attackieren, ist es jetzt eher so, dass wir den nächsten Mitspieler suchen und Ballbesitzfußball spielen wollen. Das ist ein komplett anderer Gedanke und das braucht eben Zeit. Wir haben jetzt eine andere Richtung eingeschlagen. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat uns als Mannschaft nicht mehr gefallen, sie hat dem Trainer nicht mehr gefallen und auch den Fans und dem Verein als Ganzem.“

…über seine Situation beim Wolfsberger AC: „Glücklich, aber unzufrieden. Ich bin sehr happy, dass ich bei der Mannschaft sein und spielen kann. Das ist mit meiner Krankheit nicht selbstverständlich. Ich habe jetzt richtig gutes Vertrauen zu meinem Körper und in mein Können. Die Ironie ist, jetzt darf ich nicht spielen. Das ist etwas schwierig für mich. Ich versuche aber meine Rolle so gut wie möglich auszufüllen.“

…über seine Erkrankung Morbus Crohn: „Ich habe erst durch die Krankheit gemerkt, dass ich einen Kampf gegen meinen Körper geführt und nicht mit meinem Körper zusammengearbeitet habe. Im weiteren Sinne ist es eine Bereicherung, weil ich einen Zugang zum Leben gefunden habe, der ein ganz anderer ist. Ich kann die Spiele viel mehr genießen. Die Krankheit hat mir viel mehr Türen geöffnet als sie geschlossen hat.“

…über seine Vertragssituation: „Ich fühle mich sehr wohl in Wolfsberg und möchte unbedingt weiter Fußball spielen. Ich hoffe, dass es sich verwirklichen lässt, ansonsten wird sich etwas anderes auftun.“

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Donis Avdijaj (Spieler TSV Egger Glas Hartberg):
…über das letzte Spiel gegen den SCR Altach: „Das Spiel spiegelt die Qualifikationsgruppe perfekt wider. Im einen Moment denkst du, du kannst nicht mehr zurückkommen. In der zweiten Halbzeit bist du auf einmal da und kannst das Spiel auch wieder drehen. Anhand der zweiten Halbzeit waren wir dann etwas enttäuscht darüber, dass wir nicht drei Punkte geholt haben. Wenn man aber die erste Halbzeit nimmt, wo wir von der 20. Minute bis zur Halbzeit nicht mehr am Platz agil waren, war es am Ende ganz gerecht.“

…über den Umgang mit Druck: „Solche Situationen erfordern auch etwas von einem. Man muss am Punkt da sein. Wenn man Druck gern hat, kann man auch andere mitziehen. Ich glaube nicht, dass es für jeden eine einfache Situation ist. Das sind Situationen, wo du als Team auch reifst und als Team auch gestärkt rauskommen kannst. “

…über den TSV Hartberg: „Wir wissen in der Mannschaft und als Verein, dass wir einen Trainer haben, der auch ganz woanders hätte sein können. Wir haben ein Ziel und einen Weg. Für mich persönlich ist es ein wunderbarer Weg, den wir gemeinsam gehen können. Wir sind alle davon überzeugt.“

…über seine persönliche Entwicklung: „In jungen Jahren gibt es viele Sachen, wo du nicht so Wert darauf legst oder nicht fokussiert bist. Du lernst mit der Erfahrung auch an kleinen Stellschrauben zu drehen. Irgendwann kommt der Moment, wo man sagt, man hat so viel erlebt, liebt den Fußball über alles und du möchtest das Beste für dich rausholen. Das geht von Ernährung über Schlaf bis zu Extraeinheiten. Da bin ich gerade dabei, das alles ins Optimale zu bringen.“

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