Thomas Silberberger: „Die Arschkarte nehmen wir mit nach Tirol und übergeben sie am Samstag dann der Admira“

via Sky Sport Austria
  • Thomas Silberberger über Cabrera: „Ich hätte ihn nicht aufstellen dürfen“
  • Franz Ponweiser: „Das ganze Jahr war ein ordentlicher Rollercoaster“
  • Stefan Köck über das anstehende Endspiel: „Ich hoffe, dass wir die Häuptlinge haben, die das in die entsprechende Bahn bringen“
  • Alois Höller: „Es war eine Bombenleistung”
  • Toni Pfeffer über die rote Karte: „Da sich noch aufzuregen, das ist letztklassig“

SV Mattersburg gewinnt gegen WSG Swarovski Tirol mit 4:1. Alle Stimmen zur Partie bei Sky und Sky X.

SV Mattersburg – WSG Swarovski Tirol 4:1 (2:0)

Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber

Franz Ponweiser (Trainer SV Mattersburg):
…auf die Frage, wie viel Druck bei ihm nach dem Klassenerhalt abgefallen ist: „Extrem viel. Es waren keine einfachen Wochen, Ruhe zu bewahren. Wir haben extrem gut zusammengehalten, wir waren die einzige Mannschaft, die im Winter keinen Transfer gemacht hat. Wir haben auch 12 Verträge, die auslaufen. Das heißt, die Situation war bestimmt nicht einfach für uns alle. Ich bin einfach unglaublich stolz auf den Charakter der Truppe, wie wir da in den letzten Wochen zusammengearbeitet haben und auch nach dem vergebenen Matchball am Samstag. Da muss man mal aufstehen und so in das Spiel reingehen. Es war eine unglaubliche Leistung.“

…über seine Gefühlswelt: „Ich war sehr angespannt. Die letzten zwei, drei Tage waren auch für mich hart. Aber man muss dann stark sein. Es ist ein extremer Lerneffekt für mich. Das ganze Jahr war ein ordentlicher Rollercoaster. Ich bin froh, dass wir es drübergebracht haben. Für den ganzen Verein, für das Burgenland ist es extrem wichtig, dass wir in der Liga bleiben.“

…auf die Frage, ob er Trainer bleibe: „Wichtig war, dass wir in der Liga bleiben. Für den Präsidenten freut es mich extrem, dass wir das heute so rübergebracht haben, weil er hat uns extrem viel Vertrauen entgegengebracht. Er hat uns in einer Phase, in der es nicht gut gelaufen ist, ganz stark geredet, hat uns auch unterstützt im Trainerteam. Das zeichnet Mattersburg auch aus, dass wir einen Präsidenten haben, der einem da auch die Stange hält, wenn es nicht so läuft. Für das sind wir ihm als Trainerteam und ich als sportlicher Leiter auch dankbar. Und was jetzt nachher kommt, das werden wir in aller Ruhe analysieren und schauen, was das Beste für den Verein ist.”

…auf die Nachfrage, ob er nicht Lust habe als Trainer weiterzumachen: „Ja, natürlich ist die Lust da. Aber wir müssen schauen, wie wir die Kräfte am besten bündeln können. Das müssen wir mal in aller Ruhe analysieren und einfach einen Weg gehen, wo wir sagen: Das ist der Beste für den Verein und unsere jungen Spieler.“

…über die Verletzung von Andreas Kuen: „Natürlich trübt es. Weil Andi in diesem Jahr eine extrem gute Entwicklung vorgenommen hat. Er war ein Spieler, der in früherer Zeit oft verletzt war. Er war kaum verletzt in diesem Jahr und hat eine richtige Führungsspielerrolle eingenommen. (…) Das Schlüsselbein ist gebrochen, er muss operiert werden. Er kriegt eine Platte morgen eingesetzt. Aber die Mannschaft hat für ihn gefightet, das hat man auch in der Halbzeit gemerkt, was da für eine Energie da war. (…) Die Mannschaft hat auch für den Andi das notwendige für seine schnelle Heilung beigetragen.“

…vor dem Spiel über das Fehlen von Andreas Gruber: „Andi ist natürlich ein wichtiger Spieler für uns, aber die Situation ist einfach so. Er ist wieder gesperrt und da müssen andere in die Bresche hüpfen.“

…vor dem Spiel auf die Frage, was er zu dem Kunststück sage, dass Gruber in der Qualifikationsgruppe bereits zweimal wegen einer Gelbsperre fehlt: „Dazu sage ich jetzt sicher nichts.“

…vor dem Spiel auf die Frage, wie oft er zuletzt auf den Abstieg 2013 angesprochen worden sei: „Gar nicht so oft. Ich denke, dass das Thema vor allem in den Medien und der Presse mehr vorhanden ist. Es ist doch schon eine Ewigkeit her und wir leben im Jetzt.“

Alois Höller (SV Mattersburg):
…über das Spiel: „Es war eine Bombenleistung. Wir haben alles, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt. Dass wir die Leidenschaft und die Emotionen mit reinnehmen wollen in das Spiel, das ist uns von der ersten Minute an gelungen. Das Ergebnis spricht eh für sich.“

…auf die Frage, ob es vor der Partie ein Zittern gegeben habe: „Ich glaube, der Verein hat aus der Erfahrung gelernt. Wir haben gegen die Admiraner einen Matchball liegen lassen, sind da gesessen wie nach dem Abstieg vor ein paar Jahren. Wir haben uns aber selber zusammengerauft, weil wir gewusst haben, wir haben noch zwei Spiele und die Chancen. Und das war uns eine Lektion vor ein paar Jahren, das uns das nicht mehr passiert und das haben wir eindrucksvoll bewiesen, dass wir daraus gelernt haben.“

…auf die Frage, ob das Kapitel 2013 nun geschlossen sei: „Ja, so kann man das sehen. Ausgemerzt.“

…über die Verletzung von Andreas Kuen: „Ich habe nur gesehen, die Rettung war in der Kabine. Ich habe mich dann versucht aufs Spiel zu konzentrieren. Es hat leider nicht so gut ausgeschaut. Ein Wermutstropfen. Wir bleiben in der Liga, das ist für ihn, glaube ich, auch nicht so schlecht.“

Ilco Naumoski (Ex-Spieler SV Mattersburg) in einem Videobeitrag vor dem Spiel:
…über die Situation des SV Mattersburg zwei Runden vor dem Saisonende: „Vor dem Spiel gegen die Admira – wieder einmal – hätte ich nicht geglaubt, dass Mattersburg absteigt. Ich glaube es noch immer nicht. (…) Ich hoffe es nicht für den Verein.“

…über den damaligen Abstieg mit dem SVM 2013 und das Spiel gegen die Admira: „Das war meine größte Niederlage. Ich hätte nie geglaubt, dass ich mit meinem Herzensverein, dem ich meine Beine, meine Jugend, meine Karriere gewidmet habe, dass ich mit dem Verein absteige. Wir hatten ja eine gute Mannschaft.“

…über seine Gefühlslage nach dem Abstieg: „Sieben Tage habe ich nicht einmal geatmet, sozusagen. So, wie wenn du nicht da wärst. Wie tot.“

…über seine Zeit in China, wo er auf einer Universität Sport gelehrt hat: „Ich war eineinhalb Jahre in Peking, in der größten Sportuniversität der Welt. (…) Ein Jahr war ich in Nanjing, in einer Sportuniversität. Das sind die zwei größten Sportuniversitäten in China, die es gibt. Ich hatte drei Chauffeure, hatte vier, fünf Dolmetscher, habe in dem schönsten Hotel gelebt, in dem man leben kann in China. Mir ist es richtig gut gegangen.“

Thomas Silberberger (Trainer WSG Swarovski Tirol):
…über den Ausschluss von Ione Cabrera: „Es schaut brutal aus. Ich will auch Genesungswünsche an den Andi Kuen schicken. Das ist nicht unser Stil. Ich muss ein bisschen den Ione in Schutz nehmen. Er ist gestern nachgereist, seine Frau hat eine ganz schwere Operation gestern gehabt. Das relativiert das Ganze – er war nicht bei der Sache. Er wollte unbedingt spielen. Ich hätte ihn nicht aufstellen dürfen. Ich glaube, ein Cabrera, der mit 100 Prozent Konzentration am Platz ist, macht so ein Foul nicht. Von dem her muss ich mich entschuldigen.“

…über die Elfmetersituation zum 1:0 und das Spiel allgemein: „Das ist eh die gleiche Situation und der gleiche Spieler. Er läuft auf Ione zu, er öffnet eigentlich regungslos den Weg nach innen und so steht er eigentlich allein vor Oswald. (…) Im Endeffekt haben wir mit drei Innenverteidigern gespielt, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Im Endeffekt waren wir null bissig. Mattersburg hat uns nicht einmal überrascht, wir haben gewusst, dass das so kommt. Aber dass wir uns dann so blöd anstellen… Im Endeffekt war nach fünf Minuten schon eine Vorentscheidung da und das 2:0 war die Entscheidung.“

…über die Tatsache, dass die Admira ebenso verloren hat und über das anstehende Endspiel: „Jetzt können wir im Endeffekt alles auf Null stellen. Das Spiel müssen wir heute vergessen, aber natürlich aufarbeiten. Und am Samstag reicht ein dreckiges 1:0. Aber wir müssen schon einiges verändern. (…) Wir haben ja im Winter extra Spieler geholt, die da mental vorangehen. Die Qualifikationsrunde ist eng. Ich glaube, ich kann mich an mein erstes Interview in der Qualirunde erinnern. Ich habe gesagt: Es wird am letzten Spieltag zwischen WSG und Admira entschieden. Natürlich hätte ich es anders lieber gehabt. Aber heute war Mattersburg einfach klar besser. (…) Die Arschkarte nehmen wir mit nach Tirol und übergeben sie am Samstag dann der Admira. Samstag müssen wir gewinnen, egal wie. (…) Wir haben ganz, ganz gute Erinnerungen an die Admira und die Admira hat ganz, ganz schlechte Erinnerungen an uns.“

…vor dem Spiel über die bessere Ausgangslage der Mattersburger: „Sie können aber auch unsere Arschkarte ziehen, die wir aktuell haben. Und von dem sind wir felsenfest davon überzeugt, dass wir die Arschkarte heute übergeben, sprich hinten das Tabellenende. (…) Routine braucht es, Entschlossenheit, Geduld. Bei uns stehen heute in der Startelf 72 Länderspiele. Also ich gehe davon aus, dass meine Mannschaft weiß, worum es geht.“

Ferdinand Oswald (WSG Swarovski Tirol) vor dem Spiel:
…über die Kritik von Stefan Maierhofer nach dem Spiel am Wochenende: „Ja das ist sein gutes Recht. Er wurde als Führungsspieler geholt. Ich sehe das jetzt nicht so wie die Medien. Er wollte uns aufwecken und ich denke, das hat er geschafft damit. Und er hat auch irgendwo Recht in seiner Aussage. Das war für uns jetzt kein großes Thema.“

Fabian Koch (WSG Swarovski Tirol) vor dem Spiel:
…über die Kritik von Stefan Maierhofer und ob es nervig sein kann, wenn man so einen extrovertierten und routinierten Spieler in der Mannschaft hat: „In der einen oder anderen Situation vielleicht schon, aber im Grunde genommen ist es schon sehr positiv, wenn man ihn in der Mannschaft hat.“

Stefan Köck (Manager Sport WSG Swarovski Tirol):
…über die Situation: „Fakt ist, heute war ein komplett ein gebrauchter Tag. Wir haben nicht ansatzweise das gebracht, was wir bringen wollten. (…) Es war eine sehr große Enttäuschung, weil wir uns natürlich etwas vorgenommen haben. Und wenn das dann nach drei Minuten durch fehlendes Zweikampfverhalten, fehlende Positionierung in die falsche Richtung läuft, dann ärgert man sich entsprechend. Ich habe jetzt auch der Mannschaft gesagt, jetzt nutzt es nicht mehr herumzudiskutieren, positiv oder negativ, wir haben gegen die Admira tolle Erinnerungen. Jetzt geht es nochmal um Regeneration und am Samstag alles raushauen und dann wird sich zeigen, ob wir es verdienen oder nicht.“

…auf die Frage, ob die Mannschaft dem Druck gewachsen sei: „Ich hoffe es. Ich bin jetzt nicht der Hellseher. Wir haben im Winter entsprechend reagiert, haben routinierte Spieler verpflichtet mit der großen Erfahrung. Ich hoffe, dass wir die Häuptlinge haben, die das in die entsprechende Bahn bringen. Aber wir haben das in den letzten zwei, drei Runden auch gehofft und es ist nicht in die Bahn gegangen. Darum sollten wir weniger reden, sondern mehr am Platz zeigen.“

…über das Interview-Verbot für die Spieler nach dem Spiel: „Das ist von mir ausgegangen heute. Da übernimm ich die Verantwortung. Ich möchte mich auch dafür entschuldigen, da könnt ihr nichts dafür. Aber die Spieler sollen sich auf das fokussieren, um was es geht. Und nicht, dass wir davor reden, was wir uns vornehmen und was für Matchpläne wir haben. Sondern wir gehen raus und müssen das am Platz bringen. Und nicht in Interviews herumlabbern.“

…vor dem Spiel über die geübte Kritik von Stefan Maierhofer und Thomas Silberberger am Wochenende und wie schmal der Grat zwischen aufwecken und abschrecken sei: „Es ist ein sehr schmaler Grat. Wir haben es mit Menschen zu tun, jeder reagiert verschieden auf Kritik oder auf so eine verbale Geschichte nach einem emotionalen Spiel, nach einer Niederlage. Wir haben es intern aufgearbeitet. Wir haben Stefan geholt als Führungsspieler, es ist sein gutes Recht, dass er mal lauter wird. Wir haben es nicht mit Mimosen zu tun. Und die Mannschaft wird heute die Reaktion zeigen.“

…vor dem Spiel ob es mit Maierhofer noch eine Aussprache gegeben habe: „Wir führen immer wieder vier Augengespräche, wie mit anderen Führungsspielern auch. Stefan hat es erklärt, er hat auch ganz klar gesagt, es war unmittelbar nach dem Spiel, wo man sich natürlich ärgert, wenn man verliert. Da kommen viele Punkte zusammen. Ich würde das jetzt nicht so hochspielen. Es zählt das, was wir auf den Platz bringen.“

…vor dem Spiel darüber, ob derzeit Druck oder Angst vorherrsche: „Angst wäre der falsche Ansatzpunkt, Druck ist absolut spürbar. Es geht um sehr, sehr viel. Wir wollen unbedingt die Liga halten, wie die anderen Teams auch. Aber Angst ist ein schlechter Ratgeber.“

…vor dem Spiel darüber, wie präsent die ganze Situation bei ihm persönlich sei: „Die Spiele in der Qualifikationsgruppe zu genießen ist schon sehr schwierig gewesen. (…) Wir haben gewusst, dass wir in der unteren Qualifikationsrunde spielen werden. Man hat damit rechnen müssen, dass es auf den Schluss rausläuft und von daher nehmen wir das so an. Aber vom Genießen sind wir weit entfernt.“

Toni Pfeffer (Sky Experte):
…in der Halbzeitpause über den Ausschluss von Ione Cabrera und dessen Unverständnis dafür: „Für mich ist es unverständlich, dass er kein Verständnis gezeigt hat. Für so ein Foul kannst du nur die rote Karte bekommen. Am besten ist, man tritt ab, dreht auf der Ferse um und geht. Da sich noch aufzuregen über diese Kung-Fu-Attacke, das ist letztklassig.“

…in der Halbzeitpause über die Aggressivität der Tiroler: „Das ist vielleicht sogar eine Folgeerscheinung von den Aussagen von Maierhofer, der versucht hat, die ganze Partie anzuheizen. Und dass der eine oder andere das vielleicht falsch versteht und über die Stränge schlägt, das ist vielleicht die Quintessenz aus dieser Geschichte. Man muss immer vorsichtig sein, was man in so einer Situation dem ein oder anderen sagt.“

…vor dem Spiel über die geübte Kritik von Stefan Maierhofer am letzten Wochenende: „Ich stelle mir einfach vor, wenn Stefan Maierhofer nach so einer Aussage in die Kabine kommt, was sich der eine oder andere dann ob dieser öffentlichen Kritik denkt. Ob das zielführend ist in einer Situation, in der man wirklich das Wasser bis hierher hat, ist wirklich fraglich. Ich habe es auch nicht ganz verstanden, dass er das gemacht hat.“

Walter Kogler (Sky Experte):
…über den Sieg der Mattersburger: „Aufgrund des Spielverlaufs völlig verdient. Die Mattersburger haben eine richtig gute Leistung geboten. Und die Tiroler waren nicht in der Lage – wahrscheinlich auch aufgrund der Nerven und des allgemeinen Zustands der Mannschaft –, dass sie am heutigen Tag mehr dagegen halten können.“