Titel für die Geschichtsbücher! Zehntausende Fans feiern ECL-Coup von Olympiakos

Olympiakos Piräus hat Fußballgeschichte geschrieben. Als erstes Team aus Griechenland holte der Rekordmeister dank eines 1:0 n.V. im Conference-League-Finale gegen Fiorentina einen europäischen Titel.

José Luis Mendilibar hatte das Team als vierter Trainer der Saison im Februar übernommen und nun zum größten Erfolg der Clubgeschichte geführt. Der Spanier, der mit dem FC Sevilla 2023 in der Europa League triumphiert hatte, trug sich selbst in die Geschichtsbücher ein.

Zehntausende feiern in den Straßen von Piräus

Der 63-Jährige hat nun als erster Trainer in darauffolgenden Jahren mit unterschiedlichen Vereinen einen europäischen Club-Wettbewerb gewonnen. „Wir werden feiern, wir werden jubeln und dann werden wir weiterarbeiten“, sagte Mendilibar. Gefeiert wurde jedenfalls kräftig. Im Hafen von Piräus versammelten sich spätnachts zehntausende Olympiakos-Fans und erhellten den Himmel mit Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik aller Art. Die heimische Liga hatte der Club nur als Dritter hinter PAOK Saloniki und AEK abgeschlossen. Im April hatte der Nachwuchs der Athener die UEFA-Youth-League für sich entschieden.

Wahnsinn in Athen! Freude bei Olympiakos-Fans

Mannschaft in Piräus gefeiert

Die Feierlichkeiten erreichten ihren Höhepunkt, als die Mannschaft im Doppeldeckerbus zum zentralen Platz von Piräus kam. Dort hatten nach Schätzungen der Polizei rund 30.000 Fans auf einem großen Bildschirm das Finale verfolgt. Viele waren bereits zehn Stunden vor Beginn des Spiels zum Platz vor dem Rathaus gegangen, um sich eine gute Sicht zu sichern. Die Feier klang gegen 6.00 Uhr am Donnerstagmorgen aus. Viele Menschen seien direkt zur Arbeit gegangen, berichteten griechische TV-Sender. Zu Gewaltexzessen, die den griechischen Fußball seit Jahren plagen, kam es nicht.

Die Partie im Heimstadion von AEK war auch der Beweis, dass Stürmer ein ganzes Spiel lang untertauchen können – nur um dann im entscheidenden Moment doch präsent zu sein. Es war die 116. Minute, die Partie lief auf ein Elfmeterschießen hinaus, als sich Ayoub El Kaabi doch einmal von seinem Gegenspieler lösen konnte. Und der Marokkaner, bis dahin mit zehn Treffern erfolgreichster Torschütze des dritthöchsten europäischen Club-Bewerbs, köpfelte den Ball ins Tor und sorgte in Athen für Ekstase. Da der Treffer auch nach langem VAR-Check zählte, brandete gleich noch einmal ohrenbetäubender Jubel auf.

„Im entscheidenden Moment war er da“: Tatar lobt Matchwinner El Kaabi

„Wir haben es gemeinsam geschafft. Danke an alle, die uns unterstützen. Wir sind eine Familie“, sagte El Kaabi, der nach der Partie zum „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde. „Er hat bis zum Letzten um diesen Ball gekämpft“, meinte Flankengeber Santiago Hezze über den Treffer seines Teamkollegen.

Jovetic nach Finalsieg: „Wir verdienen das“

Die Partie war als Hochrisikospiel eingestuft worden. Es galten strenge Sicherheitsmaßnahmen und Verkehrsregelungen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kam es im Stadion zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Piräus und der Fiorentina und deswegen zu einem Polizeieinsatz auf den Rängen.

Fiorentina mit zweiter ECL-Finalpleite in Serie

Die Italiener verpassten nach der Niederlage gegen West Ham United im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge den Titel in der Conference League. Acht Spieler aus dem Vorjahr waren auch in Athen von Beginn an dabei. Das Finale in der Coppa d’Italia 2023 hatte die Fiorentina ebenfalls verloren.

„Meine Spieler weinen zu sehen, tut weh. Wir haben dieses Mal wirklich daran geglaubt“, sagte Trainer Vincenzo Italiano. „Verlieren schmerzt. Zwei Jahre lang bis zum Ende dabei zu sein, ist beachtenswert. Aber natürlich musst du die Trophäe dann auch einmal stemmen. Das haben wir nicht geschafft.“

Werbung

(APA)/Bild: Imago