Titeltraum von Nagelsmann mit Leipzig lebt weiter
Auf Julian Nagelsmann wartet am 13. Mai im DFB-Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion eine besondere Partie. Es ist die große Chance, seine zwei Jahre als Trainer bei RB Leipzig mit dem ersten Titel seiner Fußball-Profitrainer-Karriere zu krönen. „Der Titel würde natürlich sehr viel bedeuten, er würde die Arbeit mit den Jungs in den vergangenen beiden Jahren krönen“, sagte Nagelsmann am Freitag nach dem 2:1 nach Verlängerung im Semifinale bei Werder Bremen.
„Wir hatten viele emotionale Momente in den zwei Jahren, haben viele Erfolge gefeiert. Der Titel wäre das I-Tüpfelchen.“ Dass es den 33-Jährigen zum FC Bayern zieht, hat seine Sympathiewerte in Leipzig nicht unbedingt steigen lassen. Weshalb am Freitag nicht nur der um seinen Job kämpfende Bremer Trainer Florian Kohfeldt unter maximalem Druck stand, sondern auch Nagelsmann. „Der eine oder andere hätte sich sicher gefreut, wenn es nicht geklappt hätte“, sagte der RB-Coach. „Es war für den Club eine turbulente Woche.“
Dass diese mit dem zweiten Final-Einzug nach 2019 zu Ende ging, lag an einem Mann, der es unter Nagelsmann nicht immer leicht hatte – der von Salzburg gekommene Hwang Hee-chan erzielte ein Tor und bereitete den entscheidenden Treffer durch Emil Forsberg kurz vor dem Ende der Verlängerung vor. Zu diesem Zeitpunkt war Marcel Sabitzer längst ausgetauscht, Konrad Laimer saß auf der Bank.
Kohfeldt darf vorerst weitermachen
Die Bremer hatten sich bereits auf ein Elfmeterschießen eingestellt, umso schwerer traf Kohfeldt der späte K.o.-Schlag. Mit gesenktem Kopf und „bitterlich enttäuscht“ verschwand der Bremer Trainer in den Katakomben des Weserstadions – dabei hatte er gerade seinen Job gerettet. Denn unmittelbar nach dem Match verkündete Werder-Geschäftsführer Frank Baumann, dass der nach sieben Liga-Pleiten in Serie angezählte Kohfeldt trotz der Niederlage weitermachen dürfe.
„Das Spiel hat gezeigt, dass die Mannschaft lebt und der Trainer die richtigen Ansätze gefunden hat. Florian bleibt Trainer“, sagte Baumann. Doch wirklich freuen konnte sich Kohfeldt darüber erst einmal nicht. „Natürlich bin ich froh, dass es weiter geht. Aber im Moment überwiegt erst einmal die Enttäuschung“, sagte Kohfeldt. „Wir hätten es heute verdient gehabt.“
Nach Pokal-Aus: Baumann gibt Kohfeldt Job-Garantie
Allzu lange wird der Coach bei den Bremern wohl nicht mehr auf der Bank sitzen. „Ich will das Ganze hier, die Saison, vernünftig zu Ende bringen“, sagte Kohfeldt – und klang dabei schon sehr noch Abschied. Drei Wochen lang wird er jetzt noch einmal alle Kraft in die Rettung seines Herzenclubs investieren – danach dürfte es Zeit für Veränderung sein. Immerhin hat er seit Freitag die Gewissheit, dass die Spieler ihm auf dieser Schlussetappe folgen werden. „Eine Mannschaft, so wie sie heute gespielt, kann kein grundlegendes Problem mit diesem Trainer haben“, sagte Kohfeldt.
(APA/dpa)
Beitragsbild: Imago
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