Tour of Austria: Messner auf Königsetappe bester Österreicher
Der Ecuadorianer Jhonatan Narvaez hat nach seinem Sprint-Sieg in Innsbruck auch auf der Königsetappe der Tour of Austria über den Großglockner triumphiert. Der Ineos-Profi gewann am Dienstag den Bergaufsprint ins Alpendorf in St. Johann und baute seine Gesamtführung aus. Martin Messner wurde nach 149 km mit über 3.000 Höhenmetern mit zehn Sekunden Rückstand Neunter, der Steirer aus dem WSA-Team ist nun auch im Gesamtklassement als Zwölfter bester rot-weiß-roter Profi.
Messner geht gleichauf mit Ex-Rundfahrtsieger Riccardo Zoidl 39 Sekunden hinter Narvaez in die beiden letzten Etappen. Der 23-Jährige freute sich über seine erfolgreiche Talentprobe im harten Wettstreit mit zahlreichen Profis aus der Topliga. „Das ist natürlich richtig cool. Ich bin echt zufrieden und froh, dass ich das gut hingekriegt habe. Im Schlussanstieg habe ich ehrlich gesagt, nur den Schalter umgelegt und bin gefahren, bis mir die Lichter ausgegangen sind“, meinte Messner.
Ein wenig haderte der leichtgewichtige Bergspezialist mit dem für ihn zu geringen Tempo der Hauptgruppe über den Glockner. „Ich hätte mir eine größere Selektion erhofft, das hat es im Finale schwer gemacht, mit den sprintstarken Fahrern und den World-Tour Teams.“ Ungeachtet dessen blickt er zuversichtlich in Richtung der folgenden Marathon-Etappe nach Steyr und dem Finale zum Sonntagberg am Donnerstag. „Ich fühle mich richtig gut und hoffe, dass wir uns weiter so gut präsentieren.“
Zoidl ist ebenfalls noch in Schlagdistanz zu den nur 17 Sekunden entfernten Podestplätzen. „Ich habe bis jetzt nicht viel verloren, aber Narvaez wird glaube ich nicht zu knacken sein“, sagte der Felbermayr-Routinier. Der von Zoidl angesprochene Spitzenreiter fühlt sich pudelwohl in Österreich. „Die Etappe war beeindruckend und hart mit dem langen Anstieg und der Höhenlage. Aber wir haben das sehr gut gemacht“, erklärte der 28 Sekunden vor dem Spanier Jesus David Pena (Jayco) führende Narvaez. Der Gesamtsieg wird ihm nur noch schwer zu nehmen sein. „Ich denke, dass das möglich ist. Ich bin gut in Form und habe ein starkes Team als Unterstützung. Wir werden es versuchen.“
Den Titel des Glocknerkönigs am Hochtor sicherte sich Jonas Rapp. Der Deutsche aus der österreichischen Hrinkow-Mannschaft hängte seinen Fluchtgefährten Lukas Pöstlberger auf den letzten beiden Kilometern des langen Anstiegs von Heiligenblut bis auf 2.500 m Seehöhe ab. Damit bleibt Felix Großschartner (2015) weiterhin der bisher letzte rot-weiß-rote Gewinner der prestigeträchtigen Auszeichnung.
„Das ist eine Riesenüberraschung, dass es geklappt hat“, freute sich Rapp. Pöstlberger war geknickt. „Natürlich hatte ich eine andere Vorstellung wie es abläuft, aber so ist der Radsport. Das Team hätte mehr den Glocknerkönig gewollt, ich mehr den Etappensieg. Es ist leider beides nichts geworden“, sagte der Jayco-Profi, der 2015 als bisher letzter Österreicher eine Etappe des Heimrennens gewonnen hat.
Rapp hatte sich am Glockner mit deutlichem Vorsprung auf Pöstlberger und den Rest der ursprünglichen Elf-Mann-Spitzengruppe in die lange Abfahrt gestürzt. Die Rundfahrtfavoriten um Narvaez folgten mit beträchtlichem Rückstand, machten diesen unterstützt von mehreren Teamkollegen auf den restlichen Kilometern im Pongau aber schnell wieder wett. 16 km vor dem Ziel waren Rapp und der zwischenzeitlich zum Deutschen aufgeschlossene Pöstlberger gestellt. So ging es für eine große Spitzengruppe auf den letzten beiden Kilometern in den Bergsprint um den Tagessieg.
(APA)
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