22 Plätze für die Alpinskirennen hat der ÖSV bei den Olympischen Spielen zur Verfügung, die Verteilung auf Frauen und Mä

Top Ten wäre genug: Niedrige ÖSV-Hürde für Olympia-Start

22 Plätze für die Alpinskirennen hat Österreich bei den Olympischen Spielen zur Verfügung, die Verteilung auf Frauen und Männer ist offen. Auf Frauenseite ergibt sich im Technikbereich die Situation, dass mit Lisa Hörhager nur eine Läuferin sowohl Slalom als auch Riesentorlauf fährt. Techniktrainer Klaus Mayrhofer sprach darüber, möglicherweise ein Kontingent in einer Disziplin nicht auszunützen, eine Überlegung ist auch, bei ähnlichen Ergebnissen eine Jüngere zu bevorzugen.

Der verletzungsbedingte Ausfall von Katharina Liensberger habe ein großes Loch aufgerissen, sagte Mayrhofer. „Sie ist in der Kombination Slalom und Riesentorlauf sicherlich die stärkste gewesen. Das erhöht die Chance für gewisse andere. Es gibt ein gewisses Grundkontingent und gewisse Limits, die einige haben. Es sind noch ein paar Plätze frei, es ist ein guter Konkurrenzkampf.“

Hörhager habe aufgrund ihrer zwei Disziplinen keine schlechten Chancen, meinte er weiters. Allerdings steht bei ihr derzeit ein Fragezeichen hinter dem Riesentorlauf. Nach einem Einriss des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk zur Weihnachtszeit wird sie nach dem Slalom in Flachau beim Training auf den längeren Latten schauen, wie es geht und ob Kronplatz ein Thema ist. „Ich will im Hinblick auf Olympia im Riesen fahren, aber erzwingen geht meistens nicht gut“, erklärte die 24-Jährige.

ÖSV gibt Top Ten als Hürde aus

Im Slalom seien hinter Katharina Truppe einige Athletinnen mit sehr ähnlichen Resultaten, sagte Mayrhofer und listete Katharina Huber, Katharina Gallhuber, Lisa Hörhager und Natalie Falch auf. „Mit einem Top 10 ist man schon sehr gut aufgestellt, das wird es auch brauchen. Wenn du um Medaillen mitfahren willst bei Olympia, brauchst du eh ein Top 10.“ Dieses hat außer Truppe in diesem Winter noch keine erreicht.

Vier Startplätze gibt es in jedem Rennen bei Olympia, normalerweise besetzt der ÖSV auch alle. Doch ist die Zahl der reinen Spezialistinnen derzeit sehr hoch. „Natürlich kann es sein, dass im Slalom oder Riesentorlauf ein Kontingent frei bleibt, wenn es sich vom Platz her nicht ausgeht. Wenn du gut genug bist, stellst du dich selber aus. Wenn es Grenzfälle gibt, dann sagt man vielleicht nein und verzichtet drauf“, beantwortete Mayrhofer eine entsprechende Frage. Grundsätzlich solle man sich die Teilnahme verdienen und man wolle „auch nur Medaillenkandidatinnen mitschicken“.

So streng wird es aber wohl nicht gehandhabt werden, denn im möglichen Medaillenbereich bewegt sich im Slalom derzeit nur Truppe und im Riesentorlauf nur die dreifache Saisonsiegerin Julia Scheib. Mit Hörhager und Ricarda Haaser, die auch für die Speedrennen Thema ist, könnten drei RTL-Plätze besetzt werden. Aufgedrängt für den vierten hat sich bisher noch keine, Stephanie Brunner war einmal Elfte und einmal 20, Nina Astner einmal Zwölfte und einmal 18. Je mehr Läuferinnen mit nur einer Disziplin zum Zug kommen, desto weniger Platz bleibt für den Speedbereich.

Chancen für die Jüngeren?

Man wolle schauen, was das Vernünftigste sei, sagte Mayrhofer am Montag beim Gespräch in Flachau vor dem Nightrace am Dienstag. „Vielleicht gibt man dann auch jungen Läuferinnen die Chance, die ähnliche Platzierungen haben als ältere. In Hinblick auf die Zukunft, was auch Sinn macht.“

Eine dieser Jungen ist die gerade 22 gewordene Falch, die als Elfte am Semmering aufzeigte. Auf einen möglichen Olympiastart angesprochen, sagte die Tirolerin: „So weit will ich nicht schauen. Wenn ich mich aufstelle, will ich mich mit Ergebnissen aufstellen. Ziel ist es schon, aber wenn es kommt, kommt es, wenn es nicht kommt, ist es keine Enttäuschung.“

Werbung

(APA) / Bild: GEPA