Toronto droht nächstes 0:4-Debakel gegen Cleveland

Die Toronto Raptors können in den Play-offs der National Basketball Association (NBA) einfach nicht gegen die Cleveland Cavaliers gewinnen. Der Club des Wieners Jakob Pöltl verlor am Samstagabend (Ortszeit) beim Angstgegner in Ohio mit 103:105 und liegt damit in der „best of seven“-Serie der zweiten Runde bereits 0:3 zurück. Noch nie ist ein NBA-Team nach so einem Rückstand noch aufgestiegen.

Pöltl kam im Gegensatz zu den ersten beiden Partien, die mit 113:112 n.V. und 128:110 von den „Cavs“ in Toronto gewonnen wurden, diesmal nicht zum Einsatz, nachdem der 2,13 m große Center zuvor in allen 90 Saisonspielen mitgewirkt hatte. Matchwinner war erneut Megastar LeBron James mit 38 Punkten – 16 davon im letzten Viertel – und dem entscheidenden Korb in der Schlusssekunde. Cleveland kann damit bereits in der Nacht auf Dienstag (ab 2.30 MESZ Uhr) mit einem weiteren Heimerfolg den Aufstieg ins Eastern-Conference-Finale fixieren.

Damit würden „King James“ und Co. für ein Déjà-vu sorgen, hatten sie Toronto doch schon im Vorjahr mit einem 4:0-„Sweep“ gedemütigt. Die Raptors haben ihre jüngsten neun Play-off-Spiele gegen Cleveland allesamt verloren. Ihre Postseason-Bilanz in der Quicken Loans Arena der Cavaliers spricht mit 0:6 ebenfalls klar gegen die „Raubsaurier“ vom Ontariosee.

Bei Toronto rückte Guard Fred VanFleet in die „starting five“, nachdem Power Forward Serge Ibaka zuletzt mehrfach enttäuscht hatte. Diese Umstellung, durch die Pöltl zum Zuschauen verurteilt war, brachte aber nicht den gewünschten Effekt, denn die Raptors liefen von Beginn an einem Rückstand hinterher. Sie machten sich vor allem mit unnötigen Ballverlusten (Turnovers) das Leben wieder einmal selbst schwer und lagen deshalb nach 6:53 Minuten bereits 4:16 zurück.

Mit einem 13:4-Lauf kämpften sich die Gäste aus Kanada aber zurück und blieben in Schlagdistanz, kamen zwischenzeitlich sogar bis auf einen Punkt heran (38:39/19.). Doch mit einem 16:2-Run setzten sich die „Cavs“ bis zur Pause wieder deutlich auf 55:40 ab und führten unmittelbar nach dem Wechsel sogar mit 17 Zählern. Das Team von Trainer Dwane Casey steckte trotzdem nicht auf, holte im Schlussviertel ein 14-Punkte-Defizit auf und schaffte acht Sekunden vor dem Ende durch einen Dreier von OG Anunoby den erstmaligen Ausgleich zum 103:103.

Doch der „Buzzer Beater“ von James sorgte dafür, dass Toronto erstmals in dieser Saison drei Partien en suite verlor. „Es ist mein Job, das Spiel im letzten Viertel zu entscheiden“, betonte der 33-jährige Superstar unmittelbar nach dem Match. „Wenn du dann mit so einem Wurf verlierst, ist es natürlich extrem bitter“, meinte Pöltl, für den die Zuschauerrolle „frustrierend“ war.

„Wir haben uns heute mit den vielen Turnovers (insgesamt 17, Anm.) selbst ins Knie geschossen, hätten das Match aber trotzdem gewinnen können“, erklärte Raptors-Headcoach Casey. Topscorer seines Teams war Aufbauspieler Kyle Lowry mit 27 Punkten, 15 davon in den letzten 8:38 Minuten, während sein zweiter All-Star DeMar DeRozan nur acht Zähler erzielte. Bei den Cavaliers überzeugte neben James neuerlich auch Kevin Love mit 21 Punkten und 16 Rebounds. Dazu kam Kyle Korver, der vier von sechs Dreipunkteversuchen versenkte, auf 18 Zähler.

Play-off-Ergebnisse der National Basketball Association (NBA) vom Freitag, 2. Runde (Conference-Halbfinale/“best of seven“), jeweils 3. Spiel:

Eastern Conference: Cleveland Cavaliers – Toronto Raptors 105:103 – Stand in der Serie: 3:0, Philadelphia 76ers – Boston Celtics 98:101 n.V. – Stand in der Serie: 0:3