Mit 1,68 m misst Romano Schmid (Bild) noch ein, zwei Zentimeter weniger als Lionel Messi

Torschütze Schmid freut sich auf Duell mit Vorbild Messi

Mit 1,68 m misst Romano Schmid noch ein, zwei Zentimeter weniger als Lionel Messi. Nach seinem Traumtor zum WM-Auftakt gegen Jordanien (3:1) erhält Österreichs kleiner Zauberer am Montag in Dallas die Chance, sich mit dem einstigen Vorbild zu messen. Messi sei für ihn „der beste Spieler, den es je gab“, erklärte Schmid. Er selbst ist im ÖFB-Team ein Mann für wichtige Tore. Bei der EM 2024 hatte der Grazer im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande (3:2) per Kopf getroffen.

Schmid ist nun neben Ivica Vastic und dem ebenfalls neu in den Kreis eingetretenen Marko Arnautovic einer von nur drei Österreichern, die bei einer EM und einer WM ein Tor erzielt haben. Für den Jubel ging es nach kurzer Überlegung zum verletzten Christoph Baumgartner. „Manchmal vergesse ich, wenn ich so ein Tor schieße, was ich tun will. Zum Glück ist es mir noch eingefallen“, sagte Schmid. „Ich habe mir das schon vorgenommen. Er könnte genauso an der Stelle stehen wie ich und hätte vielleicht das erste Tor für uns gemacht, wenn er da wäre. Deswegen habe ich das ein Stück weit ihm gewidmet.“

Schmid-Jubel für Baumgartner: „Er könnte genauso an meiner Stelle stehen“

Schmid gelingt Durchbruch in Bremen

Bei Sturm Graz war Schmid einst als Wunderkind gefeiert worden. 600.000 Euro Ablöse bezahlte Red Bull Salzburg 2017 für den 17-Jährigen. In der Mozartstadt wurde er nicht glücklich, dafür setzte sich der Steirer nach eineinhalb Leihjahren beim WAC mit 20 Jahren schließlich bei Werder Bremen durch. Dort glänzte er in den vergangenen Saisonen regelmäßig mit mehr Assists als Toren.

Ein ausgewiesener Goalgetter ist Schmid nicht. Dass er den Ball gegen Jordanien aus 20 Metern mit der Innenseite zum 1:0 im Tor versenkte, überraschte seine Kollegen aber keineswegs. „Genauso wie wir es trainiert haben, das macht er jedes Mal“, erklärte Konrad Laimer. „Das Tor kommt nicht von ungefähr“, betonte auch ÖFB-Kapitän David Alaba. „Dass Romano einen wirklich sehr, sehr guten rechten Fuß hat, sehe ich tagtäglich im Training. Das beweist er des Öfteren.“

Unter Rangnick auch im ÖFB-Team etabliert

Der Durchbruch in der ÖFB-Auswahl gelang Schmid erst unter Teamchef Ralf Rangnick. Seit seinem Debüt im September 2022 gegen Frankreich (0:2) stehen 35 Länderspiele und nun vier Tore zu Buche. „Ich habe mir vorgenommen zu treffen, habe davor auch mit meinen Jungs und meiner Familie geredet, dass ich ein Tor mache“, schilderte der 26-Jährige. „Dass es dann bei einem WM-Spiel gelingt, ist umso schöner.“

Die Jordanier hätten es den Österreichern noch schwerer gemacht, als sie das ohnehin erwartet hätten. „Die waren schon sehr gefährlich“, gestand Schmid. „Aber dass wir das dann auf so eine Art und Weise trotzdem gewinnen, spricht schon für uns als Mannschaft.“ Nach dem aberkannten Tor von Marko Arnautovic habe dieser in der Trinkpause Mitte der zweiten Hälfte jedem einzelnen Spieler gesagt, dass man nur fokussiert weiterspielen müsse, dann werde man noch gewinnen. „Das zeigt dann auch ein Team, wenn alle daran glauben“, meinte Schmid.

Leader Arnautovic zeigt seinen Wert

Arnautovic war erst zur Pause eingewechselt worden, bewies im Finish aber seinen großen Wert – auch als Leader. Seine 134 Länderspiele und 48 Tore sind längst ÖFB-Rekorde. Mit seinem Elfmeter in der 102. Minute nahm der 37-Jährige Toni Polster auch die Bestmarke als Österreichs ältester WM-Torschütze ab. „Natürlich bin ich auch glücklich über mein Tor, aber für mich ist das Wichtigste die Mannschaft“, betonte Arnautovic.

Insofern musste der Wiener in seinem ersten WM-Spiel auch mit der Reservistenrolle klarkommen. Es sei nie ein schönes Gefühl, auf der Ersatzbank zu sitzen, erklärte Arnautovic. „Aber ich will alles, alles geben bei meinem letzten Turnier mit der Mannschaft. Ich freue mich über jede Minute, die ich auf dem Platz stehe.“ Der Routinier wird auch gegen Argentinien wieder in irgendeiner Form gefordert sein – ob von Beginn an oder erneut als „Joker“ für Sasa Kalajdzic.

Schmid vor Argentinien-Duell: „Wird ein ganz anderes Spiel“

„Das wird ein ganz anderes Spiel“, prophezeite Schmid. Argentinien sei „eine Weltklasse-Mannschaft, vielleicht die beste, gegen die ich dann jemals gespielt habe“. Vergleiche mit Messi ließ Schmid trotz seines Zaubertores nicht zu. „Da muss man schon ehrlich und realistisch sein.“ Messi sei außergewöhnlich – und neben dem Deutschen Mario Götze früher auch sein Idol gewesen. Er freue sich, nächste Woche gegen ihn spielen zu dürfen.

„Das wird sehr, sehr schwierig“, meinte Schmid. „Wenn man die Argentinier kennt, weiß man, dass die vielleicht noch härter sind als jeder andere Gegner, wenn sie überall reinspringen – und dann auch gepaart mit diesem Fußball, den sie spielen.“ Die Österreicher würden an ihrer Leistungsgrenze bzw. ans Limit kommen müssen. Schmid: „Das muss ein bisschen besser ausschauen als heute.“

Werbung