Tourneesieger ohne Tageserfolg? Kobayashi vor kuriosem Kunststück

Gesamtsieg ohne Tageserfolg – oder sogar eine seltene Wachablöse? Vor dem entscheidenden Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen führt Ryoyu Kobayashi nur knapp vor Verfolger Andreas Wellinger. Zum Abschluss stehen damit zwei untypische Sieger-Szenarien im Raum.

Der japanische Führende liegt derzeit nach sechs der acht Sprüngen vorne – ohne jedoch einen der drei Tagessiege errungen zu haben. Oberstdorf-Sieger Wellinger ist 4,8 Punkte dahinter Zweiter, Innsbruck-Triumphator Jan Hörl Dritter sowie Garmisch-Gewinner Anze Lanisek Sechster des Klassements.

Innsbruck-Führung als gutes Omen: Tournee-Statistik spricht für Kobayashi

Sollte Kobayashi auch in Bischofshofen erneut den Tagessieg verpassen, aber in der Tournee-Wertung dennoch vorne bleiben, wäre der Normalschanzen-Olympiasieger von Peking der erste Springer seit Janne Ahonen 1998/99 (dreimal Zweiter, einmal Fünfter), dem dieses Kunststück gelingen würde. Insgesamt acht Athleten konnten bislang ohne Tagessieg die Tournee gewinnen, darunter auch ÖSV-Springer Ernst Vettori 1986/87.

Nur zwei Führungswechsel in den letzten 25 Jahren

Ahonen löste bei seinem damaligen Erfolg den zuvorigen Ersten Noriaki Kasai erst in Bischofshofen ab – gleichzeitig nur einer von zwei Führungswechsel am Schlusstag in den letzten 25 Jahren. Sollte Kobayashi also noch seine Führung verlieren, würde ein ähnlich seltener Fall eintreten: Letztmals verlor nämlich Daniel-Andre Tande 2016/17 den ersten Platz, der spätere Sieger Kamil Stoch profitierte dabei auch von einer fehlerhaften Skibindung des Norwegers.

Wellinger: „Fünf Punkte sind quasi nichts“

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(Red.)

Beitragsbild: GEPA.