Chapecoense x Palmeiras CHAPECÓ, SC - 21.01.2017: CHAPECOENSE X PALMEIRAS - President Mauricio Galiotte (D), the SE Palmeiras, during vÃtimas Aas honors the accident with Chapecoense flight before the game against the team of the Chapecoense F in friendly match at the Arena Conda. (Photo: Cesar Greco/Fotoarena) x1256560x PUBLICATIONxNOTxINxBRAxCHN CesarxGreco

Chapecoense X Palmeiras CHAPECÓ SC 21 01 2017 Chapecoense X Palmeiras President Mauricio  D The SE Palmeiras during  Aas Honors The accident with Chapecoense Flight Before The Game Against The team of The Chapecoense F in Friendly Match AT The Arena Conda Photo Cesar Greco Fotoarena x1256560x PUBLICATIONxNOTxINxBRAxCHN CesarxGreco

Tränen und Gänsehaut: Chapecoense spielt wieder

via Sky Sport Austria

Mit dem ersten Spiel nach der Flugzeugtragödie hat Chapecoense den nächsten Schritt zurück in den Alltag gewagt. Ein herzzerreißender Moment war es auch für die drei überlebenden Spieler.

Im linken Arm hielt Jackson Follmann den glänzenden Siegerpokal der Copa Sudamericana, die rechte Hand lag auf dem Steuerknüppel seines Elektrorollstuhls. Stolz und trotzig verließ der unterschenkelamputierte Torhüter den Rasen der Arena Condá, sein erster öffentlicher Auftritt nach der Flugzeugtragödie des brasilianischen Fußball-Erstligisten Associação Chapecoense de Futebol war ein emotional erschütternder, aber zugleich auch aufmunternder Moment.

Es geht weiter beim “Verdão do Oeste”, den Grünen aus dem Westen (des Bundeslandes Santa Catarina). Von der Tribüne aus verfolgte Follmann an der Seite seiner Mannschaftskollegen Alan Ruschel und Neto, die beide nach der Reha wieder für den Klub auflaufen wollen, das erste Spiel des neuen Chapecoense.

Das Trio war in der Nacht zum 29. November wie durch ein Wunder lebend aus den Trümmern der wegen Treibstoffmangels kurz vor der kolumbianischen Stadt Medellín abgestürzten Avro RJ85 geborgen worden, ebenso der Journalist Rafael Henzel und zwei Crew-Mitglieder der bolivianischen Fluggesellschaft LaMia. Auch 54 Tage nach der Katastrophe, bei der 71 Menschen starben, sind die Wunden längst nicht vernarbt.

Sichtlich bewegt nahmen die drei Fußballer vor dem Testspiel gegen Palmeiras SE die Trophäe entgegen, weinten die Frauen und anderen Angehörigen der 19 verstorbenen Spieler bei der Medaillenübergabe ungehemmt. Chapecoense war vom südamerikanischen Verband Conmebol nach der Absage des Finales auch auf Wunsch des Endspielgegners Atlético Nacional zum Sieger des zweitwichtigsten Klub-Wettbewerbs auf dem Kontinent erklärt worden.

Am Samstag hatte sich das gut 210.000 Einwohner zählende Chapecó wieder ganz in Grün getaucht, waren 15.000 Fans in die nicht viel größere Arena geströmt, saß Henzel für den Radiosender Oeste Capital nach seiner Genesung erstmals wieder auf seinem Reporterplatz. Hatte es bei der Trauerfeier vor sieben Wochen noch wolkenbruchartig geregnet, schien diesmal die Sonne vom strahlend blauen Himmel.

Das tapfere 2:2 (1:1) gegen den Meister aus São Paulo machte den Neuanfang für “Chape” perfekt. Nach 14 Minuten schrie Henzel erstmals ein langgezogenes “Gooool” ins Mikrofon und verkündete: “Ich habe es doch gewusst. Grolli macht das erste Tor der Wiedergeburt Chapecoenses.” Gemeint war Douglas Grolli, einer von 25 auf die Schnelle verpflichteten Neuzugängen, der seine Karriere 2006 symbolträchtig in der Jugend des Klubs gestartet hatte.

Henzel diktierte weiter das Geschehen über die Transistorradios der alten und Smartphones der jungen Fans. Als in der 71. Minute das Spiel in Gedenken an die 71 Opfer für eine Schweigeminute unterbrochen wurde, forderte er schon heiser: “Für die, die im Himmel sind, lasst uns schreien.” Und von der Tribüne schallte das schon traditionelle “Vamos, vamos, Chape”. Auf geht’s, Chape – fortan der Fangesang in der 71. Minute eines jeden Heimspiels.

Am kommenden Donnerstag startet für “Chape” der Pflichtspielalltag in der Primeira Liga, einem Wettbewerb der süd- und südöstlichen Bundesländer, gegen Joinville. “Das Jahr beginnt, und unsere Krieger sind für den Rest der Saison bei uns”, beschloss Henzel seine Reportage. Wahre Schlussworte.

Beitragsbild: Imago

Chapecó (SID) SID xhg nt