Trainer-Genie Ernst Happel wäre heute 90 Jahre alt geworden

via Sky Sport Austria

Insgesamt 19 Titel konnte der große Ernst Happel in seiner Karriere als Trainer holen  – eine imposante Bilanz! Was dabei oftmals vergessen wird: Auch als Spieler hatte der Wiener großartige Qualitäten. Als technisch hervorragender und manchmal auch unorthodoxer Verteidiger, wurde er 1954 bei der WM in der Schweiz dritter und zum Publikumsliebling bei Rapid. Regelmäßig brachte er dabei  seine Mitspieler mit oftmals waghalsigen Manövern ins Schwitzen. Auf seine riskante Spielweise angesprochen, antwortete er in Happel-Manier: “Wos wüstn, ist e nix gscheng” ?! Nicht zuletzt seine herausragende Ballbehandlung und Spielübersicht brachten ihm schließlich auch den Spitznamen “Zauberer” ein.

Nach seinem Karrierende begann Happel seine Laufbahn an der Seitenlinie. Aufgrund seiner Erfolge bei seinen ersten Trainerstationen in Den Haag und Feyernoord, verehren die Holländer den “Grantler” bis heute: Nach einem Cup-Sieg mit ADO konnte er mit  Feyernord Rotterdam die Meisterschaft, den Pokal und als besonderes Zuckerl den Europapokal der Landesmeister gegen Celtic Glasgow 1970 gewinnen. Als Nationaltrainer führte er die Holländer 1978 bei der WM in Argentinien bis ins Finale.

Ernst Happel gewann mit Feyenoord Rotterdam 1970 den Europapokal.
Ernst Happel nach dem Gewinn des Europapokals mit Feyenoord Rotterdam 1970 den Europapokal.

Nachdem er den FC Sevilla in die erste spanische Liga geführt hatte, lief es auch in Belgien ausgesprochen gut – auf der Trainerbank des FC Brügge konnte er dreimal den Meistertitel und einmal den Pokalsieg feiern. Nach dem Engagement als Bondscoach gewann Happel mit Standard Lüttich den belgischen Cup und kam danach zum Hamburger Sportverein.

In den ersten zwei Saisonen gewann er auf Anhieb die Meisterschaft um sich schließlich 1983 mit dem Europapokal-Triumph in Athen endgültig unsterblich zu machen. Bis heute wird die Trainerlegende in der Hansestadt verehrt. Seinen letzten Triumph in Deutschland, den DFB Pokal 1987, feierte er ebenfalls mit dem Hamburger Sportverein.

 

Zum Ende seiner Karriere kehrte Ernst Happel in seine Heimat Österreich zurück und wurde mit Swarovski Innsbruck zweimal Meister und einmal Cupsieger.Bei seiner letzten Station als Trainer, trainierte Happel, schwer gezeichnet von seiner Krankheit, die österreichische Nationalmannschaft.

In Erinnerung bleibt der Wiener durch sein unglaubliches Charisma, sein Fachwissen und auch durch seine oftmals grantige Art. Mit wenigen Worten war er etwa in der Lage, seinen Spielern alles Wesentliche mitzugeben. Den Journalisten gegenüber reichte in der Regel ein einfaches  “hauts eich in Schnee”.

In diesem Sinne, Alles Gute Zauberer!

 

Beitragsbild und Galerie: Facebook Sky Sport Austria (Album in Memoriam Ernst Happel)