Trotz 3:0-Sieg: Wimmer sieht „bisher schwächstes Spiel“ seiner Austria

Die Wiener Austria ist in der Fußball-Bundesliga dank des 3:0-Sieges gegen Hartberg dem Ziel „Meistergruppe“ ein Stück näher gekommen. Trotz des am Ende vom Ergebnis her klaren Erfolgs zeigte sich Neo-Trainer Michael Wimmer nicht vollends zufrieden. „Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben, es gibt aber auch viel zu analysieren“, sagte der Deutsche und sprach mit Blick auf die fußballerische Leistung vom bisher „schwächsten Spiel“ seiner noch jungen Amtszeit.

„Ich bin hin- und hergerissen. Für mich war es gefühlt kein 3:0“, sagte Wimmer, der vor allem fehlende Dominanz, zu wenig Mut und die Tatsache, Hartberg gefühlt immer im Spiel gelassen zu haben, kritisierte. Der enormen Bedeutung des Erfolges war sich Wimmer hinsichtlich der Zielsetzung bewusst. „Ich weiß, dass Platz sechs wichtig ist, die Meisterrunde ist unser großes Ziel.“ Dass die „Veilchen“ den Vorsprung (zwei Punkte) auf Platz sieben drei Runden vor der Punkteteilung nicht ausbauen konnten, lag an dem überraschenden Erfolg von Klagenfurt bei Sturm Graz. „Ich würde lügen, wenn mir das egal wäre“, betone Wimmer. „Aber wir müssen sowieso unseren Job erledigen.“

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In der Anfangsviertelstunde hatten die „Veilchen“ Probleme, übernahmen dann aber kontinuierlich das Kommando und gingen dank Haris Tabakovic mit einer Führung in die Pause. Diese beschrieb Wimmer als „glücklich“, da auch Hartberg zu zwei aussichtsreichen Gelegenheiten kam. In Hälfte zwei agierte die Austria schon mehr nach dem Geschmack des Neo-Trainers. „Vor dem Elfmeter und beim dritten Treffer haben wir mit Speed in die Box gespielt, wie wir das wollten.“ Tabakovic schnürte per Elfmeter seinen Doppelpack, Manfred Fischer führte bereits nach etwas mehr als einer Stunde die Entscheidung herbei.

Tabakovic unter Wimmer im Form-Hoch

Vor allem der einstige „Notnagel“ Tabakovic dürfte nach einer schwierigen Herbstsaison in Favoriten angekommen sein. Vier Treffer erzielte der Schweizer in der noch jungen Rückrunde bereits, der unglückliche Auftritt vergangene Woche geriet nach dem Doppelpack gegen Hartberg schnell wieder in Vergessenheit. „Ich habe mein Tor gemacht, für die Mannschaft war das sehr wichtig“, zeigte sich Tabakovic im Sky-Interview demütig. „Er arbeitet im Training Tag für Tag hart, die Tore hat er sich verdient“, lobte Wimmer seine Solospitze.

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Erfreulich an diesem Abend war sicherlich auch die Tatsache, dass Verteidiger Lukas Mühl nach langer Verletzungspause sein Startelf-Comeback absolvierte. „Er hat sich minütlich in das Spiel hineingebissen und gezeigt, dass er unser Kapitän ist“, lobte Wimmer. Weniger erfreulich war allerdings, dass sich zu den bereits acht Verletzten mit Christian Früchtl ein weiterer gesellte. Der Torhüter musste nach einem Zusammenprall mit Ruben Providence zur Pause ausgewechselt werden und wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht.

Hartberg-Trainer Markus Schopp ortete nach der Niederlage „schülerhafte Fehler“ seiner Mannschaft. „Wenn wir unsere unerzwungenen Fehler nicht reduzieren können, werden wir gegen jeden Gegner Probleme haben.“ Für die Steirer war auch im sechsten Duell in Serie mit der Austria nichts zu holen, das Resultat gehe laut Schopp auch in dieser Höhe in Ordnung.

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In der Tabelle blieben die Steirer auf dem vorletzten Platz kleben, im Falle eines überraschenden Punktgewinns von Schlusslicht Ried am Sonntag in Salzburg würde der TSV ans Tabellenende rutschen. Für Rückkehrer Schopp stelle dies aber keinen Grund zur Beunruhigung dar, da er sich bewusst sei, dass „es im Fußball sehr schnell gehen kann. Wenn wir einmal den Schalter umlegen, werden wir uns bald belohnen.“

Die Highlights der Partie im Video:

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(APA)/Bild: GEPA