Trotz verpasster Medaille: Giefing bestätigt Platz unter Europas Top-Kraulern
Als Jüngster des EM-Finalfeldes hat Christian Giefing seinen neuen Platz in Europas Spitzenfeld über 200 m Kraul eindrucksvoll bestätigt. Der vierte Rang in der Pariser Medaillenjagd am Freitag war für den 18-Jährigen kein Grund zum Traurigsein.
Vielmehr ist es Ansporn, die 27 Hundertstel auf Bronze bis zu den Langbahn-Weltmeisterschaften im Juli 2027 in Budapest trotz dann auch nicht-kontinentaler Konkurrenz wegzuschwimmen. Ein neuer Ansatz ist es, der Giefing so beflügelt.
Als Titelverteidiger über 200 m Kraul im Juli zu den Junioren-Europameisterschaften nach München gereist, klappte es nach vierten Plätzen über 200 m Lagen und 200 m Kraul erst über 400 m Kraul am letzten Drücker mit einer Bronzemedaille. „Ich war zu verbissen, wollte gewinnen, Erster werden, die Medaille“, erinnerte sich Giefing im APA-Gespräch. „Hubert Kos (Olympiasieger, Welt- und Europameister 200 m Rücken, Anm.) hat gesagt, man darf das Schwimmen nicht zu wichtig werden lassen, muss den Spaß beibehalten. Das habe ich hier gemacht, und es hat funktioniert.“
Giefing: „Riesending, dass ich da mitschwimme“
Das „angefressen sein“ von der München-Abreise wandelten Giefing und sein Team in eine nüchterne Erwartungshaltung für Paris um. „Wir haben gesagt, Semifinale wäre gut, vielleicht eine (persönliche) Bestzeit“, sagte der Burgenländer, bevor er zur Dopingkontrolle abzischte. „Dass ich 1:44,9 schwimme, hätten wir uns alle nicht erwartet. Dass ich ins Finale einziehe und Vierter werde, hätten wir uns auch nicht erwartet. Wir sind komplett zufrieden, es war eine Bombenzeit. Ich bin relativ jung und dass ich da mitschwimme, ist ein Riesending in meinen Augen.“
Jakub Maly, interimistischer OSV-Sportdirektor, ging mit dieser Einschätzung mit: „Man kann stolz sein mit seinen drei Zeiten, die deutlich schneller waren als bei der Junioren-EM. Auch da war er schon eine Sekunde schneller als im vergangenen Jahr und er hat sich spezifisch auf die Junioren-EM vorbereitet. Hier war er nun dreimal deutlich unter dem Olympia-Limit. Bei den Großen in dem Alter mitschwimmen zu können, ist stark.“
Die vor einem Jahr ins Becken zurückgekehrte Marlene Kahler ist Teamkollegin Giefings und von ihm ebenfalls überzeugt. „Christian ist ein Wahnsinn! Ich sehe ja, wie er trainiert und teilweise schneller ist als Felix (Auböck, Anm.) war. Da haben wir ein echtes Talent in der Gruppe“, meinte die Niederösterreicherin im APA-Gespräch. „Bei Christian ist das Geheimrezept, dass er gar nicht so viel darüber nachdenkt. Er macht das einfach. Er denkt nicht darüber nach, dass er als Vorlauf-Schnellster ins Semifinale geht, sondern er macht einfach sein Ding.“
