VIENNA,AUSTRIA,22.OCT.21 - TENNIS - ATP World Tour, Erste Bank Open, preview, Red Bull BassLine. Image shows Stefanos Tsitsipas (GRE). Photo: GEPA pictures/ Philipp Brem

Tsitsipas will sich bei Wien-Auftakthit für Vorjahres-Out revanchieren

via Sky Sport Austria

Der 23-Jährige Stefanos Tsitsipas hat eine in Wien ausbaufähige Bilanz. Bei seinem Debüt-Auftritt beim Traditionsturnier blieb der Grieche im Vorjahr im Achtelfinale an Grigor Dimitrov (BUL) hängen. Damals als Nummer fünf angetreten, ist er seit August Weltranglistendritter und so beim ATP-500-Turnier topgesetzt. Wie es der Zufall will, trifft Tsitsipas im Schlager der ersten Runde erneut auf Dimitrov. Eine erste hohe Hürde auf dem Weg zu seinem angestrebten achten ATP-Titel.

Turnierdirektor Herwig Straka sprach von einer Paarung wie einem möglichen Grand-Slam-Finale. So weit hergeholt ist das nicht, Dimitrow stand heuer immerhin im Viertelfinale der Australian Open. Zuletzt zeigte der 30-Jährige mit dem Halbfinale in Indian Wells auf. Tsitsipas war da im Viertelfinale gegen den späteren georgischen Finalisten Nikolos Basilashvili ausgeschieden. Bei den US Open war für ihn in Runde drei gegen den spanischen Jungstar Carlos Alcaraz Endstation gewesen.

Stadthallen-Turnier: Prominenter Gegner für Tsitsipas – Novak trifft auf Qualifikanten

Beim Major in New York hatte Tsitsipas mit überlangen Toilettenpausen für Aufsehen gesorgt, Spitznamen waren schnell gefunden. Tsitsipas nimmt es mit Humor. „Ich finde das lustig. Ich will ja auch keinem den Rhythmus nehmen. Gegen Alcaraz war es nach einem 6:0 von mir im vierten Satz. Also ist es nicht wirklich eine Taktik“, meinte Tsitsipas am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Niederlage gegen Alcaraz habe er indes analysiert und verarbeitet. „Ich bin bereit für Neues.“

Gegen den Iberer könnte es in Wien erst im Finale gehen, doch abseits des regulären Tour-Geschehens standen einander die beiden schon am Freitag im Endspiel des Tiebreak-Turniers am Nebencourt am Heumarkt gegenüber. Alcaraz gewann. „Das war ein erfolgreiches Experiment. Es hat viel Spaß gemacht, ich habe jeden Moment genossen“, sagte Tsitsipas über das K.o.-Format mit Musik während der Ballwechsel und der Möglichkeit für Fans, sich auch während der Ballwechseln zu bewegen.

Der French-Open-Finalist ist per Wilcard auch im Doppel mit Feliciano Lopez dabei. „Wir haben beim Laver Cup gemeinsam gespielt und eine gute Freundschaft. Ich spiele gerne Doppel mit ihm“, berichtete der Hellene. Der stark besetzte Raster umfasst auch drei Österreicher. Das Davis-Cup-Duo Oliver Marach/Philipp Oswald beginnt gegen Qualifikanten und könnte nach einem Sieg auf Jürgen Melzer/Alexander Zverev (AUT/GER) treffen. Die beiden beginnen gegen John Peers/Filip Polasek (AUS/SVK-3).

Wien-Spezialist Murray auf dem Weg zurück nach oben

Tennis-Star Andy Murray ist in Wien noch unbesiegt. Zweimal ist er beim ATP-Turnier in der Stadthalle angetreten, beide Male hat er den Titel geholt. Höhepunkte seiner 8:0-Bilanz an Matchsiegen sind die Endspiel-Triumphe 2014 gegen den Spanier David Ferrer in drei sowie 2016 gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in zwei Sätzen. Beide Kontrahenten sind älter als Murray. Nun beim dritten Wien-Antreten muss sich der Schotte gegen hauptsächlich jüngere Konkurrenz durchsetzen.

Olympiasieger Zverev hat in Wien viel vor

Auch sonst hat sich viel geändert zu seinen bisherigen Auftritten in der Bundeshauptstadt. War er damals die Nummer elf bzw. zwei der Weltrangliste, rangiert er nun auf Position 172. Von einer Direkt-Qualifikation für das illustre Feld war er da weit entfernt. Murrays zwei Wien-Titel, deren gesamt 46 mit u.a. drei bei Grand Slams und zwei bei Olympia gaben Turnierdirektor Herwig Straka gute Argumente, den 34-Jährigen mit einer Wildcard zu versehen. Und auch die Form Murrays ist aufsteigend.

Seit bisher letzter Turniersieg liegt mit Antwerpen 2019 zwar zwei Jahre zurück, doch ebendort bewies er unmittelbar vor der Wien-Anreise sein Potenzial. „Ich habe sehr gut gespielt diese Woche und will wieder nahe an das Niveau herankommen, auf dem ich schon war“, sagte Murray am Sonntag bei einer Online-Pressekonferenz. Sage und schreibe 3:45 Stunden war er in der ersten Antwerpen-Runde gegen Frances Tiafoe auf dem Platz gestanden, ehe er den US-Amerikaner 7:6(2),6:7(7),7:6(8) besiegte.

Dass er so einen Dreisatz-Marathon noch einmal durchstehen würde, daran war Anfang 2019 nicht zu denken. Von Schmerzen geplagt, hatte Murray seine Karriere bei den Australian Open unter Tränen quasi schon beendet gehabt. Die Hüfte spielte nicht mehr mit. „Ich hatte vor dem Turnier versucht, jeden Moment der Vorbereitung zu genießen, aber es war hart, mental hart.“ Nach einer Fünfsatz-Auftaktniederlage gegen Alberto Bautista Agut (ESP) sei er erleichtert gewesen, dass es vorbei gewesen sei.

„Ich war das Trainieren leid, das tägliche Leben – es hat Schmerzen bereitet. Es war aus, ich wollte nicht weiter spielen“, erinnerte er sich nun zurück.“ Noch im Jänner 2019 wurde ihm operativ eine Metallhüfte verpasst, doch nur fünf Monate danach holte er in Queen’s mit Feliciano Lopez (ESP) den Doppeltitel. Davon ermutigt, klappte es weitere vier Monate danach mit dem Einzeltitel in Antwerpen, dem folgten weitere große Matches – u.a. heuer bei den US Open in fünf Sätzen gegen Stefanos Tsitsipas (GRE).

Das ging für Murray ebenso verloren wie zuletzt gegen Olympiasieger Alexander Zverev (GER) in Runde drei von Indian Wells, wo Murray aber davor einen Dreisatzsieg gegen Jungstar Carlos Alcaraz (ESP) gefeiert hatte. In Antwerpen blieb er an Diego Schwartzman (ARG) hängen. „Es ist toll, wieder dahin zurückgekommen zu sein, wieder gegen Top-Spieler zu spielen“, gab Murray an. „Die Resultate sind unglaublich. Ich bin stolz auf mich selbst, noch immer gegen sie anzutreten.“

Straka vor Erste Bank Open: “Habe wirklich hohe Erwartungen”

In der ersten Wien-Runde geht es mit Hubert Hurkacz gleich gegen einen weiteren Top-Ten-Spieler. Dem Polen war Murray vor einem Monat im Viertelfinale von Metz in zwei Sätzen unterlegen. Die Zeichen stehen nun auf Revanche. Murray: „Wenn ich Möglichkeiten bekomme, werde ich sie annehmen. Ich bin zwar noch nicht dort, wo ich schon einmal war. Und ich weiß auch nicht, ob ich dahin wieder zurückkomme. Aber es wird besser, seit der Gras-Saison über die US Open wurde es immer besser.“

Mittlerweile sind aber auch andere Briten im Tennis höchst erfolgreich. Allen voran Emma Raducanu mit ihrem US-Open-Sieg, oder auch Cameron Norrie, der erste britische Indian-Wells-Triumphator überhaupt. „Das ist fantastisch für das britische Tennis“, meinte Murray. „Es geht in die richtige Richtung.“ Mit Norrie und Daniel Evans verfüge man nun über zwei Top-25-Spieler, was auch für das Davis-Cup-Finalturnier Ende November/Anfang Dezember einiges erwarten lasse.

„Sie können beide gegen die besten Spieler gewinnen. Und Doppelspieler hatten wir immer gute, jetzt meinen Bruder (Jamie, Anm.) und Neal Skupsky.“ Die Briten sind in Gruppe C gegen Frankreich und Tschechien gelost worden, diese wird ebenso in Innsbruck gespielt wie Pool F mit Österreich, Serbien und Deutschland. Murray hat dafür abgesagt. „Ich muss mich ausruhen, mein Körper ist nicht mehr so jung.“ Murray ließ aber durchblicken, dass da das letzte Wort eventuell noch nicht gesprochen sei.

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(APA).

Beitragsbild: GEPA.