VIDEO-Rückblick: Pyro-Attacke! Skandalderby zwischen Inter und Milan abgebrochen
Am 12. April 2005 kämpften Inter und Milan im Derby-Rückspiel um den Einzug ins Champions-League-Halbfinale. Was vorher niemand wusste: Die Partie wurde zum Skandalspiel.
Denn beim Stand von 1:0 für den AC Milan löste ein zu Recht aberkanntes Tor durch Inters Esteban Cambiasso – der Mittelfeldspieler hatte Milan-Keeper Dida behindert – schwere Krawalle auf der Tribüne hinter dem Tor aus. Aus dem Inter-Block wurden gefüllte Wasserflaschen und brennende Bengalos aufs Spielfeld geworfen.
Milan-Torhüter Dida wurde dabei von einem Feuerwerkskörper an der Schulter getroffen, ging zu Boden und musste behandelt werden. 72 Minuten waren bis zu diesem Zeitpunkt gespielt.
Versuch des „Restarts“ gescheitert
Der deutsche Schiedsrichter Dr. Markus Merk verließ anschließend mit beiden Mannschaften das Spielfeld und versuchte nach einer zehnminütigen Pause die Partie zu Ende spielen zu lassen. Dida wurde durch Ersatztorhüter Christian Abbiati ersetzt.
Doch als nur wenige Minuten nach Wiederbeginn Flaschen auf den Rasen geworfen wurden, brach der Unparteiische die Begegnung endgültig ab. Das Hinspiel hatte Milan bereits mit 2:0 für sich entscheiden können. Nach der Partie erklärte die UEFA den AC Milan provisorisch zum Sieger des Viertelfinales. Letztendlich wurde das Spiel mit 3:0 für Milan gewertet, die „Rossoneri“ zogen ins Halbfinale gegen PSV Eindhoven ein.
Galerie: Impressionen vom Skandalderby
Milan-Coach Ancelotti entsetzt
Didas Verletzung erwies sich sich in Nachgang glücklicherweise als nicht schwerwiegend. „Es geht ihm einigermaßen. Er hat aber noch Schmerzen an der Stelle, wo er getroffen wurde“, berichtete Didas Teamkollege Clarence Seedorf nach der Partie.
Milan-Trainer Carlo Ancelotti zeigte sich schockiert von den Vorfällen. „Was heute Nacht geschehen ist, schadet nicht nur Inter, sondern ganz Mailand. Die Reaktion der Inter-Fans hat mich überrascht. Seit zehn Jahren spiele und trainiere ich in Mailand, aber ich habe noch nie so etwas erlebt“, sagte Ancelotti.
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Glimpfliche Strafe für Inter
Inter Mailand kam nach den skandalösen Vorfällen mit einer vergleichsweise geringen Strafe davon. Die „Nerazurri“ mussten nach den Ausschreitungen gegen den Stadtrivalen seine kommenden vier Europacup-Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.
Außerdem wurde der Klub mit einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 193.000 Euro belegt. Die Partie, die in der 75. Minute beim Stand von 0:1 abgebrochen wurde, wurde mit 0:3 gegen Inter gewertet.
