„Virtueller K.o.“: Barcelona „am Rande der Katastrophe“

Der FC Barcelona entgeht gegen Inter Mailand nur knapp dem vorzeitigen Aus in der Champions League – und muss jetzt auf ein Wunder hoffen.

Als Spieler war Xavi die personifizierte Lässigkeit, doch diesmal schien auch er zu verzweifeln. „Dieser Wettbewerb ist grausam zu uns“, kommentierte der niedergeschlagene Coach des FC Barcelona das 3:3 (1:0) seiner Mannschaft gegen Inter Mailand. Nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen ist der katalanische Champions-League-Frust nun auch ins Camp Nou zurückgekehrt.

„Wenn du gegen Inter zu Hause nicht gewinnst, verdienst du es auch nicht, weiter in diesem Wettbewerb zu sein“, sagte Xavi. Vieles klang an diesem Mittwochabend so, als hätte man in Katalonien bereits mit der Königsklassen-Saison abgeschlossen. Trotz einer, so Xavi, „minimalen Chance, die uns noch bleibt“. Eine Chance, die bei ihrer Realisierung einem Wunder gleichen würde.

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Denn Barca muss darauf hoffen, dass Inter in zwei Wochen im heimischen San Siro nicht gegen das mit null Punkten und einer Tordifferenz von 3:16 abgeschlagene Viktoria Pilsen gewinnt – gleichzeitig müssen Robert Lewandowski und seine Mitspieler die Bayern in deren Wohlfühloase Champions League bezwingen. Sonst werden sich die einst glorreichen Katalanen zum zweiten Mal in Folge nach der Gruppenphase in die Europa League verabschieden.

Vom „virtuellen K.o.“ schrieb die Sportzeitung Mundo Deportivo angesichts dieser doch eher schlechten Aussichten. Ein „wie durch ein Wunder lebendes“ Barcelona stehe wie im vergangenen Jahr „am Rande der Katastrophe“, titelte die in Madrid ansässige AS.

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Doch während die Barca-Mannschaft in der vergangenen Saison schlicht und ergreifend zu schlecht für die Champions League gewesen war, sollte der aktuelle Kader auch aus Sicht des Trainers eigentlich zum Weiterkommen reichen.

„Es war nicht wie letztes Jahr, als wir in München spielten, denn das war eine Tortur“, sagte Xavi: „Dieses Jahr war es unsere Schuld und das tut fast noch mehr weh“. Am Ende war es Weltfußballer Lewandowski und Marc-Andre ter Stegen zu verdanken, dass Barca die Segel nicht schon nach dem vierten Spieltag streichen musste.

Erst glich der Pole (82.) nach Toren von Mitspieler Ousmane Dembele (40.) und den Inter-Profis Nicolo Barella (50.) und Lautaro Martinez (63.) zum 2:2 aus. In der Nachspielzeit stellte er dann den Endstand her, den ter Stegen noch sensationell festhielt. Die Italiener feierten nach dem Spiel den laut Gazzetta dello Sport „wieder erwachten“ Robin Gosens. Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 3:2 (89.) habe „bei Inter bisher noch nie so gut gespielt“, lobte die Gazzetta.

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Bei Barca versuchte man im Anschluss den Fokus auf die bevorstehenden Aufgaben zu richten. Bereits am Sonntag (16.15 Uhr) empfängt Erzrivale Real Madrid die Katalanen zum Clasico in der spanischen Hauptstadt. In einer „noch sehr langen“ Saison bleibe Barca immerhin noch „die Liga, die Copa del Rey, die Supercopa“, so Xavi. Von Europa, geschweige denn Champions League war da schon keine Rede mehr.

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(SID) / Bild: Imago