Mit einem Schweizer im Tor: Zypern will WM-Quali positiv abschließen

Sonne, blauer Himmel und sommerliche Temperaturen. So sind die Wetterprognosen, wenn Österreich am Samstagabend im WM-Qualifikationsspiel auf Zypern trifft. Doch die Nationalmannschaft ist nicht wegen des milden Klimas auf der Ferieninsel, sondern will sich mit einem Sieg im besten Fall bereits das WM-Ticket sichern. Sky blickt auf den Gegner der österreichischen Nationalmannschaft und erklärt, wieso ein „Schweizer“ bei Zypern im Tor steht.

Die zypriotische Auswahl absolviert bislang eine durchwachsene WM-Qualifikation und liegt aktuell auf Rang vier ihrer Gruppe. Beide Spiele gegen San Marino konnten gewonnen werden, gegen Rumänien und Bosnien gab es jeweils ein Remis. Die übrigen Partien gingen knapp verloren, darunter auch das Hinspiel gegen Österreich, das 0:1 endete.

„Wir haben eigentlich eine gute Qualifikation gespielt. Aber wir sind uns auch bewusst, dass in dieser Gruppe für uns fast noch mehr drin gewesen wäre“, sagt Joël Mall, Torhüter der zypriotischen Nationalmannschaft, gegenüber Sky.

Die Ausgangslage

Für Zypern geht es im letzten Qualifikationsspiel gegen Österreich nur noch um die Ehre. Ein Platz unter den besten zwei Teams ist für Zypern nicht mehr erreichbar. Für Österreich hingegen geht es um die direkte WM-Qualifikation. Mit einem Sieg könnte das Team von Ralf Rangnick die Qualifikation bereits vorzeitig fixieren – vorausgesetzt, Bosnien-Herzegowina gewinnt gleichzeitig nicht gegen Rumänien.

Aus der Schweiz nach Zypern

Joël Mall steht seit 2023 als Nationaltorhüter für Zypern zwischen den Pfosten. „Es ist sicher ein Traum von jedem, für eine Nationalmannschaft zu spielen. In meinem Fall ist es sehr überraschend gekommen“, erzählt der gebürtige Schweizer.

Nach Stationen beim FC Aarau, bei den Grasshoppers und bei Darmstadt wechselte der Torhüter nach Zypern, wo er insgesamt fünf Jahre unter anderem für Pafos FC und Olympiakos Nikosia spielte. Während dieser Zeit wurde er eingebürgert und stand kurz darauf im Aufgebot der Nationalmannschaft. Inzwischen hat Mall 19 Länderspiele bestritten.

Über die Stimmung im Team vor dem Duell gegen Österreich sagt er: „Die Stimmung ist eigentlich ziemlich gut. Wir haben das Gefühl, dass wir über die ganze Qualifikation hinweg Fortschritte gemacht haben.“

Noch ohne Pflichtspielsieg

Zypern konnte bisher noch kein Pflichtspiel gegen Österreich gewinnen. Alle sieben bisherigen Duelle gingen verloren. Einzig im Jahr 2005 gelang in einem Freundschaftsspiel ein Sieg im Elfmeterschießen. „Solche Statistiken interessieren einen als Spieler wenig“, meint Mall dazu. „Wir wissen, dass Österreich unter Druck steht, weil sie gewinnen müssen. Wir wollen dagegenhalten und die Qualifikation für uns positiv abschließen“, sagt der 34-jährige Torwart.

Zypriotische Fußball im Hoch

Der Fußball in Zypern hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen. Immer wieder schaffen es Clubs in die Gruppenphasen europäischer Wettbewerbe. In dieser Saison vertreten Pafos FC (Champions League) sowie Omonoia Nikosia und AEK Larnaca (Conference League) das Land international.

„Zypern hat viel Boden gutgemacht zu anderen Ligen – qualitativ, finanziell und organisatorisch“, erklärt Mall. „Es gibt viele Klubs, die große Fortschritte gemacht haben, auch was Infrastruktur angeht“, sagt er. Das zeigt sich auch in der UEFA-Fünfjahreswertung, in der Zypern zuletzt viele Punkte gesammelt hat und derzeit nur einen Rang hinter Österreich liegt.

So ganz ist der Erfolg des Klub-Fußballs aber noch nicht in der Nationalmannschaft angekommen. „Das Problem ist, dass der Klub-Fußball stark von Spielern aus dem Ausland geprägt ist. Es sind sehr wenige Zyprioten, die in den Klubs spielen“, sagt Joël Mall. Gemäß dem Torwart müsste mehr unternommen werden, damit die Vereine stärker auf einheimische Spieler setzen. „Sonst ist das für die Nationalmannschaft langfristig nicht gut“, sagt er.

Zurück in der Schweiz

Seit Anfang 2023 steht Joel Mall wieder in der Schweiz bei Servette Genf unter Vertrag. In Genf ist Joël Mall Stammkeeper und konnte 2024 mit dem Pokalsieg seinen ersten Titel feiern. Ganz losgelassen hat ihn Zypern aber nicht. „Es gibt vieles, was ich an der Insel vermisse – vor allem das Wetter, den entschleunigten Lebensstil und die wunderschöne Natur“, sagt der Torwart.

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Bilder: Imago