WAC-Kapitän Baumgartner über Nwaiwu: „Ihm stehen alle Türen offen“

Nach dem umstrittenen Platzverweis von WAC-Verteidiger Chibuike Nwaiwu im letzten Bundesliga-Spiel hat sich Teamkollege und Kapitän Dominik Baumgartner ausführlich zum Ausschluss geäußert – und dabei nicht nur kritische Worte gefunden, sondern vor allem das enorme Potenzial des jungen Nigerianers hervorgehoben.

„Ich glaube, man muss die Rote Karte nicht unbedingt geben, aber man darf sich als Spieler nicht so verhalten“, sagte Baumgartner zur Szene. „Du darfst dem Schiedsrichter einfach nicht die Möglichkeit geben, dass er dir eine rote Karte gibt. Das hat er gemacht.“

Für Baumgartner ist klar: Der 21-jährige Innenverteidiger wird aus solchen Situationen lernen. „Das ist auch das, was er einfach noch lernen muss. Es hat schon einige Situationen in dieser Saison gegeben, wo er knapp an einem Ausschluss dran war. Meistens löst er es dann noch sehr gut, aber hin und wieder passiert es dann doch.“

Der Platzverweis im Video

Ein Zweikämpfer mit internationalem Format

Trotz der kritischen Szene überwiegt beim WAC-Routinier das Lob für Nwaiwu. Seit seinem Wechsel im Sommer 2024 vom nigerianischen Klub Enyimba Aba nach Wolfsberg hat sich der Verteidiger zum Schlüsselspieler entwickelt. In der laufenden Saison der ADMIRAL Bundesliga kommt er auf 16 Startelfeinsätze, ein Tor und einen Assist.

„Ansonsten ist er einfach ein brutaler Zweikämpfer. Sobald du einmal im Duell mit ihm bist, ist der Ball weg“, so Baumgartner. „Ich glaube, da gibt es wenige Spieler, die da den Ball behaupten können.“

„Bester Verteidiger in Österreich“: Kühbauer adelt WAC-Profi

Auch WAC-Trainer Dietmar Kühbauer zeigte sich zuletzt beeindruckt von der Entwicklung seines Schützlings – und fand klare Worte: „Bester Verteidiger in Österreich“, adelte Kühbauer den Youngster nach dessen jüngsten Leistungen. Ein Satz, der Gewicht hat – und verdeutlicht, welch hohe Meinung man beim WAC von Nwaiwu hat.

Baumgartner traut Nwaiwu „Topliga“ zu

Noch beeindruckender als seine physische Präsenz ist laut Baumgartner die Entwicklung, die Nwaiwu innerhalb kürzester Zeit durchlaufen hat: „Er hat sich brutal gesteigert. Er hat einfach brutales Selbstvertrauen, kann jetzt Situationen hervorragend und souverän lösen, wo er früher vielleicht den Ball auf die Tribüne gejagt hätte.“

Sein Spiel sei mittlerweile geprägt von einem Selbstverständnis, „das mit 21 Jahren schon fast zum Erschrecken ist“. Für Baumgartner steht fest: „Wenn er so weitermacht, dann stehen ihm wirklich alle Türen offen. Dann wird er einerseits bald auch für das nigerianische Nationalteam spielen – und andererseits im Sommer den nächsten Schritt in eine absolute Topliga machen.“

Vertrag bis 2027 – aber bleibt er?

Chibuike Nwaiwu steht beim WAC noch bis 2027 unter Vertrag – doch sein Potenzial lässt vermuten, dass auch größere Klubs längst ein Auge auf ihn geworfen haben. Sollte seine Entwicklung weiterhin so rasant verlaufen, dürfte ein Wechsel zu einem internationalen Topklub nur noch eine Frage der Zeit sein.

Für Wolfsberg bleibt zu hoffen, dass Nwaiwu noch möglichst lange im Lavanttal bleibt – auch wenn ihn sein Weg wohl bald auf die große internationale Fußballbühne führen wird.

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Beitragsbild: GEPA