WAC träumt vom Cup-Pokal – Kogler: „Wollen den Titel nach Hause holen“

Der Wolfsberger AC schwebt auf Wolke sieben: Nach starken Auftritten in der ADMIRAL Bundesliga geht der WAC morgen voller Selbstvertrauen in ihr erstes ÖFB-Cupfinale in der Klubgeschichte. Nach dem FC Kärnten sind die Lavanttaler erst der zweite Kärntner Verein, der es jemals in ein Cupfinale schaffte. Mit WAC-Nachwuchsleiter Walter Kogler steht auch ein mehrfacher Meister und Cup-Sieger in den Reihen der Lavanttaler. Der gebürtige Wolfsberger war Teil der letzten Kärntner Mannschaft, die in einem Cup-Endspiel stand. Im exklusiven Sky-Interview gibt der ehemalige Nationalspieler unter anderem Einblicke in die Vergangenheit des Kärntner Fußballs und die Entwicklung des WAC. 

Es ist einige Zeit her, aber der FC Kärnten spielte um die Jahrtausendwende groß auf. Im Cupfinale 2001 besiegte der damalige Zweitligist unter Trainer-Neuling Walter Schachner überraschend den damaligen Bundesliga-Krösus FC Tirol mit 2:1 nach Verlängerung und krönte sich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zum Cupsieger. Zugleich stieg man in der selben Saison in die höchste österreichische Spielklasse auf.

Kogler’s Zeit beim FC Kärnten

Zwei Jahre später, zum Start der Saison 2002/03, wechselte Walter Kogler von FC Tirol zurück in die Heimat. Das Cupfinale in seinem ersten Jahr beim FC Kärnten etwas ganz Besonderes, geht es ausgerechnet gegen Ex-Verein Austria Wien. Wie im Jahr davor wurde das Endspiel im Arnold-Schwarzenegger-Stadion in Graz ausgetragen. Kogler erinnert sich an die Euphorie vor dem Finale:

„Die Möglichkeit zu haben, etwas Außergewöhnliches zu schaffen, ist toll. Da kribbelt es mehr als bei einem durchschnittlichen Meisterschaftsspiel. Ein Finale ist immer etwas Besonderes, vor allem, wenn es – wie damals in Graz – ausgetragen wird. In Wien war das Stadion nicht immer „bummvoll“. Deswegen war es für die Kärntner damals in Graz vom Zuschauerinteresse und von der Stimmung her relativ nah. Es war eine ganz tolle Veranstaltung. Solche Erinnerungen trägt man eben auch später noch in sich.“

Die Zeiten nach dem Cupfinale waren schwierig. Der Innenverteidiger, der zu dem Zeitpunkt seines Wechsels 35 Jahre alt war, blickt auf seine Zeit beim FC Kärnten zurück:

„Als ich damals zum FC Kärnten gewechselt bin, war das die auslaufende Phase einer sehr erfolgreichen Zeit. Zuvor stieg man auf, hatte mit Walter Schachner Bundesliga gespielt und parallel dazu den Cup gewonnen, wodurch man auch international vertreten war. In der Phase, in der ich zum Verein kam, erreichte man zwar im ersten Jahr noch das Cupfinale, danach ging es aber kontinuierlich bergab.“

2004/05 stiegen die Kärntner wieder aus der Bundesliga ab. Kogler beendet daraufhin seine Profikarriere.

Kogler: „WAC gehört kontinuierlich zu den Top-Mannschaften Österreichs“

Der Wolfsberger AC darf sich seit der Saison 2012/13 Bundesligist nennen. Die Entwicklung, die der Verein im Laufe der letzten zwölf Jahre einschlug, hätte sich wahrscheinlich keiner so denken können. Europacup-Duelle gegen Dortmund und Tottenham, Europa-League-Siege gegen Mönchengladbach, Feyenoord und ZSKA Moskau und vieles mehr. Selbst als gebürtiger Wolfsberger, ist Kogler erstaunt, wie stark der Klub aus dem Lavanttal gewachsen ist:

„Das kann man gar nicht hoch genug bewerten. Ich bin Wolfsberger, habe meine Jugendzeit ebenfalls beim WAC verbracht und damals war es das Höchste der Gefühle, in der zweiten Liga zu spielen. Es wäre unmöglich oder unvorstellbar gewesen, dass der WAC einmal Bundesliga spielt und Mannschaften wie Rapid oder Austria, die damals die dominanten Mannschaften waren, gegen uns antreten. Jetzt haben wir das seit über einem Jahrzehnt, dass der WAC eigentlich kontinuierlich zu den TopMannschaften in Österreich gehört. Jedoch ist für mich der größte Erfolg, dass man in all den Jahren nie komplett unter Druck stand, die Liga vielleicht nicht zu halten. Es hat einmal bessere Jahre gegeben, einmal weniger gute, aber so, dass es spitz auf Knopf war, dass man vielleicht wieder absteigen würde, das hat es nicht gegeben. So eine Kontinuität an den Tag zu legen, ist bemerkenswert, wenn man die Möglichkeiten berücksichtigt.“

Einen Riesenanteil an der Erfolgswelle der Wolfsberger habe laut Walter Kogler Cheftrainer Dietmar Kühbauer und WAC-Präsident Dietmar Riegler:

„Der WAC hat mit „Didi“ einen sehr guten Trainer. Er schafft es einfach, ein gutes Team zu formen. Auch der Präsident, Dietmar Riegler, ist immer da und will die Mannschaft kontinuierlich verstärken. Das hat man dieses Jahr gemacht, obwohl es trotzdem immer wieder gelingt, gute Transfers zu tätigen. Aber das muss man erst einmal schaffen: Transfers zu tätigen, Geld einzunehmen und trotzdem eine so gute Mannschaft wie in Wolfsberg zu haben. Es ist nicht einfach, gute Spieler abzugeben, aber der WAC schafft es immer wieder eine sehr starke Mannschaft zusammenzustellen. Ich habe sogar das Gefühl, dass das Team so stark ist wie schon lange nicht mehr.“

Cupfinale neues Kapitel in WAC-Klubhistorie

Der Einzug ins Cupfinale bedeutet einen neuen Meilenstein in der Geschichte des WAC. Nach dem Halbfinal-Sieg im Elfmeterschießen gegen den LASK, ist der Traum vom Cuptitel so nah wie nie zuvor. Im Endspiel im Klagenfurter Wörthersee-Stadion trifft man auf den TSV Hartberg. Die Oststeirer befinden sich in der Qualifikationsgruppe auf Kurs für Platz zwei. Aus Sicht der Wolfsberger gab es in den beiden bisherigen Duellen dieser Saison einen 3:0-Sieg und eine 2:3-Niederlage. In der Gesamtbilanz haben die Hartberger knapp die Nase vorn. In 18 Spielen siegte Hartberg sieben Mal, der WAC konnte sechs Spiele für sich entscheiden. Auch Walter Kogler sieht das Finale nicht als Zuckerschlecken:

„Hartberg ist keine Mannschaft, die man einfach so schlägt, auch wenn sie jetzt in der Qualifikationsgruppe sind. Das wird eine harte Geschichte werden. Wir müssen alles geben und eine gute Leistung bieten. Im Verein unterschätzt niemand Hartberg. Die haben auch ihre Qualitäten, aber wir wollen halt mit dem WAC endlich das erste Mal einen Titel nach Hause holen!“

Wie das Finale ausgehen wird, getraut sich der WAC-Nachwuchsleiter nicht zu beantworten, sondern gibt eher eine wage Prognose ab:

„Wenn es uns gelingt, unser Leistungspotenzial auszuschöpfen und eine gewisse Leidenschaft auf den Platz bringen, müssten wir das Spiel normalerweise gewinnen.“

Es ist alles angerichtet: Für einen Fußball-Abend voller Emotionen, an dem der WAC den Erfolg des FC Kärnten von vor 24 Jahren wiederholen und den Cup-Pokal in den Kärntner Nachthimmel heben möchte.

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Fotos: GEPA