„War das größte Highlight meiner Karriere“ – Die Reaktionen zum WM-Aus Österreichs
Österreichs Fußball-Nationalteam ist bei der WM im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Hier gibt es die Reaktionen der Akteure gesammelt.
Teamchef Ralf Rangnick: „Wir sind natürlich enttäuscht, dass unsere Reise heute hier zu Ende geht. Bis zum 0:1 waren wir absolut im Spiel. Wir hatten die eine oder andere Situation, die wir mit etwas mehr Mut oder besser hätten ausspielen können. Die Chance von Michael Gregoritsch war natürlich eine Schlüsselszene. Wenn du gegen Spanien so eine Möglichkeit bekommst und sie nutzt, steht es plötzlich 1:0. Insgesamt müssen wir aber anerkennen, dass wir heute auf einen herausragend guten Gegner getroffen sind.“
Rangnick zum WM-Fazit: „Die Mannschaft hat ihr eigentliches Ziel bei der WM erreicht. Wir sind in einer extrem schwierigen Gruppe weitergekommen. Schon bei der Auslosung war uns klar, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, als Zweiter aufzusteigen und anschließend auf Spanien zu treffen. Das war eine enorme Herausforderung. Ich glaube aber, dass diese Mannschaft gegen nahezu jeden anderen Gegner auf Augenhöhe gewesen wäre und gute Chancen gehabt hätte, noch weiterzukommen.“
David Alaba: „Ich spüre eine gewisse Leere und natürlich auch Trauer. Es wird sicherlich noch einige Zeit brauchen, das alles zu verarbeiten. Es tut extrem weh, weil wir uns für dieses Spiel sehr viel vorgenommen hatten. Wir wollten als Sieger vom Platz gehen und eine Runde weiterkommen. Spanien ist eine Mannschaft mit enormer Qualität, die wirklich sehr guten Fußball spielt. Das hat man heute über die 90 Minuten gesehen. Sie verfügen über herausragende Spieler und eine außergewöhnliche Qualität. Trotzdem können wir stolz sein. Ich bin jedenfalls sehr stolz auf die Mannschaft.“
Alaba zu seiner Zukunft: „Für mich persönlich geht es jetzt erst einmal darum, das alles zu verarbeiten. In den vergangenen Tagen und Wochen habe ich mir überhaupt keine Gedanken über meine Zukunft gemacht. Jetzt werde ich mir Gedanken machen, wie meine Zukunft auf Clubebene aussehen wird. Dann werde ich mit allen Gespräche führen.“
Marcel Sabitzer: „Overall sind sie der verdiente Sieger. Glückwunsch an Spanien. In den ersten 20 Minuten, bis zur Pause, hatten wir ganz gute Momente. Aber beim letzten Pass, bei der letzten Aktion siehst du, dass die Qualität fehlt, die Genauigkeit. Da siehst du den Unterschied. Es ist nicht nur Lamine (Yamal), sie haben elf Spieler auf dem Platz, die Topqualität haben, das wussten wir. Grundsätzlich waren sie einfach besser. Ich bin jetzt einfach nur enttäuscht. Unser Ziel war, weiterzukommen, daran sind wir gescheitert.“
Marko Arnautovic: „Gratulation an Spanien. Wir haben alles versucht, aber Spanien ist eine überragende Mannschaft. Leider hat es heute nicht gereicht. Trotzdem können wir stolz auf das sein, was wir bei dieser Weltmeisterschaft geleistet haben. Für mich war das heute das letzte Mal (im Nationalteam, Anm.). Das ist eine Katastrophe. Ich habe schon genug geweint. Es ist und war das größte Highlight meiner Karriere, mit meinem Land hier bei einer Weltmeisterschaft spielen zu dürfen. Es trifft mich zum Schluss, dass ich meine zweite Familie ab jetzt nicht mehr am Platz sehen werde.“
Alexander Schlager: „In erster Linie ist die Enttäuschung sehr groß. Wir hätten unser Land gerne weiter repräsentiert. Heute muss man sagen, dass Spanien einfach zu gut war. Der Moment wird kommen, in dem ich mich über meine Leistungen bei dieser Weltmeisterschaft freuen werde. Im Moment schmerzt die Niederlage aber noch zu sehr. Jetzt braucht es Zeit, damit jeder das für sich verarbeiten kann. Wir wissen, dass wir eine sehr starke und emotionale Truppe haben. Wir werden versuchen, dass Österreich in Zukunft wieder öfter bei Endrunden dabei sein wird.“
Bundespräsident Alexander van der Bellen: „Die Reise unseres Nationalteams bei der WM nimmt in Los Angeles ihr Ende. Europameister Spanien war einfach zu stark. Ich verstehe, dass ihr enttäuscht seid – aber Burschen, ihr habt alles gegeben. Das ganze Land hat mitgefiebert. Danke für euren Einsatz!“
Spanien-Teamchef Luis de la Fuente: „Ich denke, wir haben das geliefert, was wir versprochen haben. Die Mannschaft hat eine gute Mentalität gezeigt. Es war ein wichtiges Spiel, und wir waren von der 1. Minute an hellwach. Heute haben wir eine tolle Leistung unserer Mannschaft gesehen, darüber bin ich sehr glücklich. Aber wir müssen uns weiter steigern. Die Spiele werden immer komplizierter, die Gegner immer stärker.“
Mikel Oyarzabal: „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte und wir weiter sind. Es war ein tolles und sehr intensives Spiel. Wir wussten, dass es schwierig wird, weil Österreich eine starke Mannschaft hat. Aber wir haben einen guten Tag erwischt und eine gute Leistung gezeigt. Jetzt stehen wir im Achtelfinale und genau so müssen wir weitermachen.“
