Warum Kevin Wimmer bei Tottenham bleibt – ein Kommentar von Johannes Hofer

via Sky Sport News HD

Sein Sprung in die englische Premier League war nach drei Jahren beim 1.FC Köln nur eine Frage der Zeit. In Köln entwickelte sich der Innenverteidiger zu einem absoluten Leistungsträger im Team von Peter Stöger. In der letzten Saison verpasste Wimmer nur zwei Bundesligaspiele, eines davon rotgesperrt. Tottenham soll im Sommer 2015 kolportierte sechs Millionen Euro für den Oberösterreicher hingelegt haben. Ausgebildet wurde der 23-Jährige beim LASK. Sein Vater Wolfgang arbeitet dort als Towarttrainer.

In Köln mauserte er sich vom Jugendspieler zum unumstrittenen Stammspieler. Seine großen Stärken: Sein präziser linker Fuß, eine Waffe beim Herausspielen und, gerade in England besonders wichtig, seine Physis. Mit diesen Anlagen ist der Nationalspieler prädestiniert für die Premier League. Warum es trotzdem noch zu keinem Einsatz in der wohl spannendsten Liga der Welt gereicht hat, liegt an der starken Konkurrenz. Jan Vertonghen und Toby Alderweireld bilden das Innenverteidiger Duo. Positionsbezogen heißt sein Konkurrent als Linksfuß Jan Vertonghen. Der ist bereits seit dreieinhalb Jahren bei Tottenham, ist zweiter Kapitän und Tottenhams Fels in der Brandung. Mit Alderweireld versteht er sich blind, die beiden spielen auch in der belgischen Nationalmannschaft nebeneinander und geben Pochettino keinen Grund, etwas an seiner Aufstellung zu ändern. So bleiben Kevin Wimmer die Cup-Bewerbe. Aber nach etwas mehr als einem halben Jahr steht er bei erst vier Einsätzen. In der Europa League reichte es nur zu zwei Einsätzen. Dass es nun Anfragen hagelt ist verständlich. Schalke sucht aktuell einen Ersatz für Kapitän Benedikt Höwedes, Stuttgart braucht Halt für die wacklige Defensive – keine Frage, Kevin Wimmer wäre für beide Vereine eine sofortige Verstärkung. Aber beide Varianten sind im Moment keine wirkliche Alternative. Spurs Trainer Mauricio Pochettino hält große Stücke auf den Österreicher und möchte ihn unter keinen Umständen ziehen lassen. Der Argentinier baut auf Wimmer, dass er ihm trotzdem nur einen Platz auf der Bank anbieten kann, bereitet dem Coach schon beinahe ein schlechtes Gewissen – erzählt man sich zumindest auf der Insel. Fakt ist aber auch, dass es im Moment einfach keinen Grund zur Rotation gibt. Die Tottenham Hotspur spielen erstmals seit dem Abgang von Gareth Bale im Sommer 2013 wieder eine gute Saison, warum also etwas verändern?

Ein Leihgeschäft außerhalb Englands gilt als unwahrscheinlich. Um künftig bei Tottenham Chancen zu haben, muss Wimmer auf Tottenhams Radar bleiben. Das geht aber wohl nur innerhalb von England. Bei den Londonern ist Wimmer unangefochtener Innenverteidiger Nummer drei. Sein Premier League Debüt ist also nur eine Sperre oder eine Verletzung eines gesetzen Spielers entfernt. So nah und doch so fern.

Trotzdem: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Aber im Moment deutet alles auf einen Verbleib bei den Nord-Londonern.

 

Ein Kommentar von Sky Sport News HD-Reporter Johannes Hofer

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