Was wird aus Füllkrug? Klopp vor schwieriger Entscheidung

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Der deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp beruft am Donnerstag seinen Kader für den Jahresabschluss – mit Niclas Füllkrug?

Niclas Füllkrug beantwortet im Interviewformat „Butter bei die Fische“ geduldig die Fragen der wissbegierigen Fans von Werder Bremen. Klartext muss jetzt aber erst einmal Jürgen Klopp reden. Holt der Bundestrainer den formstarken Torjäger zurück in seinen auf Normalmaß gestutzten Kader? Es ist die spannendste Frage vor Klopps Nominierung für die Nations-League-Spiele der Fußball-Nationalmannschaft in Serbien und gegen den Erzrivalen Niederlande am Donnerstag.

Um 11.30 Uhr wird Klopp in einem Video-Interview „Butter bei die Fische geben“, wie es in der bekannten norddeutschen Redewendung heißt. „Gute Leistungen in der Bundesliga helfen“, sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler zuletzt über eine mögliche Berufung Füllkrugs. Zumindest gab es schon Kontakt zum Bremer, Klopp und sein Trainerteam steckten zudem in den vergangenen Tagen intensiv die Köpfe zusammen.

„Ich würd es Niclas Füllkrug gönnen“

Geht es nach der Form (neun Tore in acht Bundesligaspielen), ist eine Nominierung Füllkrugs für die Partien am 13. November in Belgrad und drei Tage später in Berlin Pflicht. Doch Klopp hat nicht nur die Gegenwart im Blick, er denkt auch an die Zukunft. „Er ist 33. Das ist nicht meine Schuld“, sagte Klopp zuletzt über Füllkrug. „Ich würde es Niclas Füllkrug gönnen, wieder für die Nationalmannschaft zu spielen. Und dennoch ist der Plan auf die EM 2028 ausgerichtet. Jetzt mit jüngeren Spielern etwas aufzubauen, dafür gibt es gute Gründe“, erklärte Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im kicker-Interview.

Die Endrunde in zwei Jahren schwebt über allem. Dem silbernen EM-Pokal kam Klopp schon ganz nahe. Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts hielt ihm die begehrte Trophäe anlässlich des Jubiläumstreffens der Europameister von 1996 auf dem DFB-Campus unter die Nase. In zwei Jahren findet das Endspiel erneut im Londoner Wembleystadion statt – und Klopp will mit der DFB-Auswahl nur allzu gerne dabei sein.

„Es wird ein kleinerer Kader“

Daher hat sich der Nachfolger von Julian Nagelsmann in anderen Fragen bereits festgelegt. Ein XXL-Aufgebot wie bei seiner ersten Nominierung im September wird es nicht geben. „Es wird ein kleinerer Kader sein. Das ist klar. Wir werden nicht zwei verschiedene Spiele mit zwei verschiedenen Mannschaften machen“, kündigte der 59-Jährige an.

Für seine vier ersten Spiele als Bundestrainer hatte Klopp 44 Spieler berufen, jetzt dürften es nicht mehr als 25 werden. Die starken Debütanten Jonas Urbig, Derry Scherhant und Philipp Treu sollten wieder dabei sein, auch Younes Ebnoutalib darf sich erneut Hoffnungen machen.

Dazu wird Klopp auf einen Stamm etablierter Profis um Kapitän Joshua Kimmich, seine Nummer eins Marc-André ter Stegen, Nico Schlotterbeck, Florian Wirtz und Kai Havertz setzen. Die Münchner Serge Gnabry und Jamal Musiala stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, auch die Hoffenheimer Entdeckung Bambasé Conté und der Stuttgarter Josha Vagnoman fehlten ihren Vereinen zuletzt angeschlagen.

DFB-Team will ins Viertelfinale stürmen

An Klopps sportlichen Zielen ändert das nichts. Mit zwei Siegen will das DFB-Team doch noch ins Viertelfinale der Nations League stürmen. Nach vier Spielen liegt der viermalige Weltmeister mit fünf Punkten nur auf dem dritten Platz hinter den Niederlanden und Griechenland (je 8 Punkte). Nur die ersten beiden Teams ziehen in die K.o.-Phase der Nationenliga ein. Gegen Griechenland hat Deutschland zudem den direkten Vergleich verloren, der bei Punktgleichheit zählt (0:1, 0:0).

Theoretisch kann die DFB-Auswahl auch noch absteigen. Zwar ist Serbien ohne Punkt Letzter der Gruppe A2, doch auch die beiden schlechtesten Dritten der insgesamt vier Vorrundengruppen könnte es erwischen. Sie spielen im März in der Relegation um den Klassenerhalt, zudem droht ein schwierigerer Weg zur EM 2028. Und da will Klopp den silbernen Pokal selbst in der Hand halten – gemeinsam mit Füllkrug?

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