Wegen Beziehung zu Trump: Beschwerde gegen FIFA-Chef Infantino
Infantino huldigt Trump bei WM-Auslosung
Einer der Vorwürfe bezieht sich auf die WM-Auslosung am vergangenen Freitag. In einem Video wurden politischen Maßnahmen Trumps ausdrücklich gelobt und dessen Erzählung, wonach der US-Präsident zahlreiche Kriege weltweit beendet habe, wiederholt. Dazu betonte Infantino etwa, dass der US-Präsident immer auf seine Unterstützung zählen könne.
Anfang Oktober hatte er Trump im Zuge des Waffenstillstands im Israel-Gaza-Konflikt vergeblich für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Am 5. November lobte er den Republikaner dazu bei einem Wirtschaftstreffen in Miami, Trump setze „nur um, was er angekündigt hat, daher sollten wir alle seine Maßnahmen unterstützen, denn ich finde, dass sie ziemlich gut aussehen“, sagte der Schweizer beispielsweise. In einem Instagram-Video nach Trumps Amtseinführung im Januar hatte der FIFA-Chef auch den Slogan „Make America great again“ aufgegriffen.
FairSquare kritisiert Friedenspreis
FairSquare erkannte in dem Brief an, dass die FIFA mit der US-Regierung im Hinblick auf die WM 2026 zusammenarbeiten müsse. Aber: „Durch seine klare Unterstützung der politischen Agenda von Präsident Trump im In- und Ausland hat Herr Infantino gegen diese Pflicht verstoßen, und zwar in einer Weise, die eine eindeutige Gefahr für die Integrität und den Ruf des Fußballs und der FIFA selbst darstellt“, hieß es in dem Schreiben.
Im Hinblick auf den neu geschaffenen „Friedenspreis“ schreibt FairSquare: „Die Verleihung eines Preises dieser Art an einen amtierenden politischen Führer ist an sich schon ein klarer Verstoß gegen die Neutralitätspflicht der FIFA.“ Die Entscheidung über die Einführung hätte demnach das FIFA-Council treffen müssen, dieses war laut Medienberichten aber nicht involviert.
